Verschnitt berechnen von Parkett, Laminat und Vinyl

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Vor dem Kauf Ihres Holzbodens müssen Sie die richtige Materialmenge ermitteln. Egal, ob Sie Ihren neuen Boden schwimmend verlegen oder vollflächig verkleben, es entsteht Verschnitt. Das sind abgesägte Dielenstücke, die Sie nicht mehr verwenden können. Die Menge ist abhängig von der Größe des Raumes und den Ecken und Nischen, die es im Raum gibt. Parkett, Laminat und Vinylböden kommen in Paketen mit mehreren Dielen. Die Anzahl der Bodendielen und die Größe dieser variiert je nach Hersteller und Bodenart. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie den Verschnitt für Ihren Boden berechnen.

Wieviel Verschnitt bei Laminat, Parkett und Vinyl?

Möchten Sie einen neuen Boden verlegen, berechnen Sie zuerst die benötigte Materialmenge des Belags. Im zweiten Schritt sollten Sie bei Sockelleisten und Trittschalldämmung die benötige Menge inklusive Verschnitt berechnen.

So berechnen Sie den Verschnitt Ihres Bodens:

Raum mit Holzboden

Um den Verschnitt für Ihren Bodenbelag zu ermitteln, berechnen Sie zunächst die Grundfläche Ihres Raumes in Quadratmetern. Die Materialmenge bei Holzböden gibt man auch in Quadratmetern an. Einige Raumschnitte sind dabei etwas anspruchsvoller. Berücksichtigen Sie Nischen und Ecken und versuchen Sie möglichst exakt zu messen, damit Sie nachher nicht zu wenig oder deutlich zu viel Material haben. Es reicht nicht aus, wenn Sie genau so viel Material bestellen, dass es mit der Grundfläche des Raumes übereinstimmt. Aufgrund von Verschnitt benötigen Sie immer etwas mehr Material.

So können Sie den Verschnitt berechnen: Addieren Sie zur berechneten Grundfläche noch etwa fünf bis zehn Prozent Verschnitt. Der genaue Anteil des Verschnitts hängt von den Ecken, Nischen und Heizungsrohren ab, die sich im Raum befinden. In verwinkelten Räumen sollten Sie jedoch mit mehr Verschnitt rechnen. Bewahren Sie übrig gebliebene Dielen auf. Wenn Ihr Boden schwimmend verlegt ist, können Sie beschädigte Dielen bei Bedarf austauschen.

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Verschnitt bei Sockelleisten berechnen

Sockelleisten erzielen einen ästhetischen Abschluss zur Wand.

Sockelleisten erzielen einen ästhetischen Abschluss zur Wand.

Auch bei Sockelleisten müssen Sie den Verschnitt berechnen. Die Mengen von Sockelleisten gibt man in laufenden Metern (lfm., auch „Laufmeter“) an. Messen Sie die Länge der Wände des Raumes aus, um die Materialmenge zu ermitteln. Denken Sie daran, dass Sie beim Messen die Türöffnungen aussparen. Rechnen Sie bei den Sockelleisten etwa 10 Prozent Verschnitt mit ein. Planen Sie vor der Montage der Leisten genau, wie Sie die Leisten anbringen möchten. Die Sockelleisten lassen sich auf verschiedene Arten anbringen. Sie können sie ankleben, nageln, verschrauben oder mit Clips befestigen.

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Trittschalldämmung: Materialmenge ermitteln

Sofern für Ihren Bodenbelag die Verlegung von einer Trittschalldämmung nötig ist, müssen Sie auch hierfür die Materialmenge berechnen. Die Rollen ermöglichen eine sehr einfache Art der Verlegung. Sie verursachen kaum Verschnitt, da Sie sie individuell zuschneiden können. Die Menge des benötigten Materials gibt man ebenfalls in Quadratmetern an. Dasselbe gilt für Dampfbremsen. Dampfbremsen sind meist als separate Folie erhältlich oder in der Trittschalldämmung integriert. In unserem Ratgeber erfahren Sie außerdem, wann Sie eine Trittschalldämmung bzw. Dampfbremse benötigen.

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Bodenbelag Grundfläche in m² + 5 bis 10 % Verschnitt
Trittschalldämmung Grundfläche in m²
Dampfsperre
Grundfläche in m²
Sockelleisten Umfang des Raumes in m + ca. 10 % Verschnitt

Haben Sie den Verschnitt für Ihren neuen Boden und die Trittschalldämmung berechnet, geht es ans Bestellen des Bodens. Wenn Sie schon vor dem Kauf den Verschnitt mit kalkulieren, müssen Sie den Boden nicht erneut bestellen, weil Material fehlt.

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Ihr Profi für Holzböden

Casando 2021-11-11
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12 Kommentare

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Alle Kommentare (12)

    • Avatar Linda Smart vor 3 Monaten

      Hallo Anonymous,

      vielen Dank für Ihren Hinweis. Auch bei Fischgrät-Parkett sollten 10 % Verschnitt berechnet werden.

      Viele Grüße
      Linda

  1. Avatar Petra Westerhoff vor 1 Jahr

    Hallo liebes Casando-Team!
    Ich habe eine Frage zum Verschnitt bei Vinyl-Boden.
    Grunddaten: Wohnung, ca. 46 m² mit Bad (mehr als 2,5 m²) = 43,5 m² Bodenfläche.
    Die Räume sind quadratisch, es sind 4 Heizkörper (3 mit 2 Füßen + 2 Rohre, einer hängt an der Wand = 2 Rohre) als Ausschnitte zu berücksichtigen. Es wurde im gleichmäßigen Verband gelegt.
    Nun habe ich bereits 50 m² Boden gekauft und nun benötigt der Verleger angeblich weitere 4 Pakete (je 2,02 m²) weil er nicht aus kommt…. das sind 33,35% Verschnitt????
    Ich bin ja ein Laie, aber das erscheint mir doch sehr unrealistisch.
    (Man muss dazu sagen: der hatte einen Montagetrupp, der das Verlegen nicht ansatzweise kann… nach der Hälfte eines Raumes (2 MA, 1 1/2 Tage!) haben die am Freitag dann alles wieder aufgenommen und nochmal von vorne angefangen… Wenn dem der Boden nun fehlt, weil er den bereits verbauten nicht mehr verwenden kann, dann ist das nicht mein Problem, oder sehe ich das falsch?)
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
    Gruß
    Petra

    • Avatar Linda Smart vor 1 Jahr

      Hallo Petra,

      vielen Dank für Ihre Frage.

      Den Verschnitt mit über 30 % zu kalkulieren, ist absolut nicht üblich. Grundsätzlich benötigt ein Fachverleger max. 5-8 % Verschnitt.

      Viele Grüße
      Linda

  2. Hallo….wieviel Vinylboden muss man als Reserve aufheben. Reichen 3,5 Diehlen ca. 1,1 qm aus oder sollte man nochmal Ei ganzes Paket mit 6 Diehlen 1,7qm kaufen.
    Danke vorab
    Suzi

    • Avatar Vera Stiefelhagen vor 2 Jahren

      Hallo Suzi,

      danke für Ihre Frage.
      Bei einer Vinylbestellung sollte man ca. 5 % Verschnitt als Puffer einplanen.
      Wenn nach dem Verlegen noch 3,5 Dielen übrig sind, sollte das erfahrungsgemäß als Puffer reichen. Allerdings können wir dafür natürlich keine Gewähr geben. Es hängt auch damit zusammen, wie Sie mit dem Boden umgehen.

      Viele Grüße
      Vera

  3. Avatar Anonymous vor 2 Jahren

    hallo allerseits,
    als Handwerker kann ich die Infos bestätigen. Wird das Laminat, Parkett, etc. „normal“ verlegt dann kalkuliere ich auch mit ca 10% Verschnitt.
    Ist der Raum stark verwinckelt, hat viele Aussparungen, etc. dann ist mit etwas mehr zu rechnen. Pauschalisieren ist daher etwas schlecht. Allerdings sollte von vornherein so genau wie möglich die Räumlichkeit in der derBoden verlegt wird vermessen werden. Mit Handauflegen und Ratespielchen ist man dann sowieso immer schlecht beraten zumal das wieder den ausführenden Handwerker nicht glaubhaft da stehen lässt.

    Ist zum Beispiel der Kundenwunsch das Laminat, Parkett, etc. diagonal zu verlegen, Einmusterung oder ähnlichem dann können sehr wohl erhöhte m² Verschnitt zusätzlich aufkommen.

    Auschlaggebend ist also Räumlichkeit und Verlegewunsch.

    • Avatar Vera Stiefelhagen vor 2 Jahren

      Hallo Anonymous,

      vielen Dank für die vielen Hinweise.
      Es stimmt natürlich, dass man den genauen Verbrauch von der verwünschten Verlegung und dem genauen Schnitt des Raums abhängig machen muss.
      Der Beitrag soll vor allem helfen, einen Richtwert zu finden.
      Wichtig ist immer, den Raum möglichst genau auszumessen.

      Viele Grüße
      Vera

  4. Avatar Anonymous vor 2 Jahren

    Hallo!

    Nach einem Wasserschaden hat eine Sanierungsfirma meinen Wunschparkett verlegt. Es wurden netto 64 qm verlegt, bestellt wurde von der Firma 83 qm und mir wurde gesagt dass 20 qm Verschnitt angefallen sind, das wären demnach 24%, ist das möglich dass so ein großer Verschnitt anfällt?

    Liebe Grüße, Hannes

    • Avatar Vera Stiefelhagen vor 2 Jahren

      Hallo Hannes,

      vielen Dank für Ihre Frage.
      Allgemein sagt man, dass ca. 5 % Verschnitt eingeplant werden sollte. Ist der Raum, in dem der Boden verlegt wird, sehr verwinkelt, benötigt man eventuell mehr. Auch bei Parkett 2. Wahl sollte mehr Verschnitt eingerechnet werden. Wenn der Boden nicht im wilden Versatz verlegt wird, kann mehr Verschnitt anfallen. Es gibt also viele Gründe für mehr Verschnitt.

      Allerdings scheinen 24 % wirklich sehr viel. Da sollten Sie mit der Firma auf jeden Fall noch einmal das Gespräch suchen. Denn die 20 m² Verschnitt müssen ja auch als Müll angefallen sein.

      Viele Grüße
      Vera

    • Avatar Vera Sauermann vor 3 Jahren

      Hallo Anonymous,

      danke für den Kommentar. Was genau meinen Sie mit Formel?
      Für die Grundfläche rechnet man die Länge mal die Breite des Raums. Meinen Sie das als Formel?
      Die Informationen zu Bodenbelag, Trittschalldämmung, Dampfsperre und Sockelleisten sind am Ende des Beitrags noch einmal zusammengefasst.

      Wenn der Raum nicht rechteckig ist, kann es helfen, ihn in einzelne Rechecke aufzuteilen, deren Grundflächen auszurechnen und anschließend zu addieren.

      Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gern an unsere Fachberater unter 02266/4735610.
      Viele Grüße
      Vera