Vor- und Nachteile von Vinylboden

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Vinylboden wird schon seit den 1930ern eingesetzt. Allerdings war er damals als PVC-Boden bekannt und die Materialmischung war anders. Seit einigen Jahren wird Vinyl bei Heimwerkern immer beliebter, denn der Bodenbelag ist funktional, sieht gut aus und fühlt sich gut an. Ob er auch für Sie das Richtige ist, sollten Sie anhand Ihrer Ansprüche und Wünsche entscheiden. Dazu stellen wir Ihnen hier wichtige Informationen, Tipps sowie die Vor- und Nachteile von Vinylboden vor.

Achten Sie darauf, wo Ihr Vinylboden herkommt

PVC allein ist aufgrund seiner Härte nicht für die Herstellung von Bodenbelägen geeignet. Die Zusätze in der Produktion von Vinylboden bestimmen dessen physikalische Eigenschaften: Die Böden werden lichtbeständig, elastisch und lassen sich gut bearbeiten. Die Hersteller bestimmen durch Zusätze auch die Farbgebung.

Früher enthielten die Böden fast immer bedenklich Zusätze. Das ist Vergangenheit: Inzwischen gelten in der EU strenge Richtlinien für die Herstellung von Vinylböden. Sie untersagen gesundheitsschädliche Weichmacher in der Produktion. Was in der EU Vorschrift ist, gilt in der Regel für die Vinylböden aller namhaften Hersteller. Sind Sie unsicher, achten Sie auf Siegel oder entsprechende Hinweise und fragen Sie unsere Fachberater.

Die Eigenschaften von Vinyl

Vinylboden ist pflegeleicht, unempfindlich und feuchtigkeitsbeständig. Saugen und feuchtes Wischen reicht zur Reinigung. Verwenden Sie dafür einen Neutralreiniger oder einen geeigneten Vinylreiniger. Vermeiden Sie stehendes Wasser und nutzen Sie keine Scheuermilch oder chlorhaltige Reiniger. Die können den Boden beschädigen.

Vinylboden in Fliesenoptik

Vinylboden ist vielfältig: von Holz- über Fliesen- bis hin zu Designdekoren.

Achten Sie trotz der unempfindlichen Oberfläche darauf, dass bei schweren Möbeln die Füße oder Rollen keine Druckstellen im Boden verursachen. Die verschiedenen Nutzungsklassen der Böden geben an, für welche Einsatzgebiete die Oberfläche geeignet ist. Wählen Sie die Nutzungsklasse Ihres Bodens danach, was er aushalten soll.

Massiv-Vinyl eignet sich sogar zum Verlegen im Bad. Vinylboden auf HDF-Trägern ist mit einem Quellschutz versehen, damit Feuchtigkeit nicht leicht eindringen kann. Dieser Schutz reicht aber nicht zum Verlegen in Feuchträumen.

Beim Begehen von Vinylboden entstehen kaum Geräusche. Darüber hinaus können Sie Vinyl dank des extrem geringen Wärmedurchlasswiderstands sehr gut auf einer Fußbodenheizung verlegen.

In der Produktion lassen sich fast alle Designvorstellungen realiseren: Von Holz- über Steindekor bis hin zu abstrakten Mustern. Gerade Vinylboden in Fliesenoptik ist beliebt, denn er bietet im Vergleich zu echten Fliesen einige Vorteile: Er ist schneller und leichter verlegt, ist fußwärmer und sorgt für eine bessere Raumakustik als Fliesen. Außerdem ist er genauso pflegeleicht und sehr widerstandsfähig. Sind Sie auf der Suche nach einer echten Alternative zu Fliesen, dann ist Vinylboden in Fliesenoptik das Richtige für Sie.

Besonderheiten beim Verlegen

Grundsätzlich sind Vinylböden in folgenden Ausführungen erhältlich:

  • auf HDF-Träger: Dieser rund 10 Millimeter starke Bodenbelag ist ähnlich aufgebaut wie Laminat. Er wird schwimmend, also ohne Verkleben, verlegt.
  • Massiv-Vinyl: Dieser bis zu 5 Millimeter starke Boden wird auch Voll-Vinyl genannt. Er ist als Klick-Vinyl zum schwimmenden Verlegen, zum Verkleben sowie selbstklebend erhältlich.

Vinylboden ist leicht zu verlegen. Um die Dielen auf die richtige Länge zu kürzen, benötigen Sie keine Säge: Ritzen Sie die Diele mit einem Cuttermesser ein und knicken Sie sie anschließend mit der Hand durch. Es ist genauso unkompliziert wie das schwimmende Verlegen von Laminat.

Verlegen Sie nur auf trockenem, sauberem und ebenen Untergrund. Gleichen Sie größere Unebenheiten aus, um die Lebensdauer des Bodens zu erhalten. Vergessen Sie beim schwimmenden Verlegen auf mineralischen Untergründen die Dampfbremse nicht. Sie verhindert, dass aufsteigende Feuchtigkeit die Dielen beschädigt.

In Räumen mit Fußbodenheizung ist das Verkleben empfehlenswert. Die direkte Verbindung von Untergrund und Bodenbelag sichert eine gute Wärmleitfähigkeit und eine effiziente Heizleistung.

Auch in Feuchträumen verkleben Sie Ihren massiven Vinylboden vollflächig. Die Dehnungsfuge muss mit Silikon versiegelt werden, damit keine Feuchtigkeit unter das Material gelangt. Schwimmend verlegte Böden können Sie nicht ausreichend versiegeln. Diese Verlegeart ist also nicht für Feuchträume geeignet.

Auch bei besonderen Einsatzbereichen wie in der Sauna oder vor einem Kamin raten wir von Vinyl ab. In der Sauna sollten Sie aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und Hitze auf Fliesen setzen. Möchten Sie Vinyl in einem Zimmer mit Kamin verlegen, spricht nichts dagegen. Aber in unmittelbarer Nähe sollten Sie auf Fliesen setzen, da sich Vinylboden unter zu großer Hitze verziehen kann.

Vinyl auf alten Bodenbelägen

Fliesen als Untergrund zum Vinylboden verlegen

Der harte Untergrund der Fliesen eignet sich zu Verlegung von Vinylboden. Foto: Zbysiu Rodak / Unsplash

Nicht auf jedem Fußbodenbelag können Sie Vinylboden ohne Weiteres verlegen. Auf schwimmend verlegten Böden raten wir grundsätzlich vom Verlegen ab. Entfernen Sie besser das alte Laminat, Parkett oder Vinyl, bevor Sie den neuen Boden verlegen. Außerdem sparen Sie so Aufbauhöhe.

Vinyl sollten Sie nicht auf Parkett und Massivholzdielen verlegen. Holz arbeitet – auch wenn Sie es nicht sehen – und kann auf Dauer den Vinylboden beschädigen. Ähnliches gilt für Kork. Entfernen Sie alten Korkboden zuerst, denn durch den weichen Untergrund können sich die Klickverbindungen im Vinyl lösen.

Wir raten Ihnen, alte Teppichböden vor dem Verlegen von neuem Vinylboden zu entfernen. Die Klickverbindungen könnnen durch den nachgebenden Teppich beschädigen und es kann sich Schimmel im Teppich bilden.

Beim Verlegen auf Fliesen müssen Sie den Boden auf Ebenheit prüfen. Die Ebenheitstoleranzen sind in der Norm DIN 18202 vorgeschrieben. Wenn Ihr Boden eben genug ist und Sie einen Vinylboden mit HDF-Träger gewählt haben, können Sie den Boden schwimmend verlegen, ohne die Fugen zu spachteln. Haben Sie einen dünneren Vinylboden gewählt, müssen Sie die Fugen mit Ausgleichsmasse füllen.

Einen vollflächig verklebten PVC-Altbelag können Sie liegen lassen, sofern er eben ist. Damit das Material nicht mit dem Klebstoff reagiert, sollten Sie den neuen Belag nur schwimmend verlegen.

Vor- und Nachteile von Vinylboden

In der Übersicht finden Sie alle Vor- und Nachteile von Vinylboden. Lesen Sie für weitere Informationen unseren Vergleich von Laminat und Vinyl.

Vorteile Nachteile
zertifizierter Vinylboden ist gesundheitlich unbedenklich kann giftige Weichmacher enthalten, wenn der Bodenbelag unzertifiziert ist und außerhalb der EU produziert wurde
gute Hygieneeigenschaften Untergrund muss vor dem Verlegen sehr eben sein, sonst kann der Vinylboden beschädigt werden
pflegeleicht (kein ölen, polieren) je nach Farbe anfälliger für Kratzer als Laminatboden
dank der glatten Oberflächen leicht zu reinigen: Vinylboden muss nur gesaugt oder feucht gewischt werden. kann bei Renovierungen nicht auf jedem vorhandenen Alt-Belag verlegt werden (nicht auf schwimmend verlegten Böden)
hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit nicht abschleifbar im Gegensatz zu Parkettboden
auch für Feuchträume geeignet, bei entsprechender Verlegung (massives Vinyl, wasserfester Klebstoff) Schwere Gegenstände können den Vinylboden beschädigen
leicht und schnell zu verlegen – als Rolle oder mit Klicksystem Klick-Vinyl auf HDF-Träger ist nicht wasserresistent und kann daher nicht in Feuchträumen verlegt werden.
gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Verklebter Vinylboden ist aufwändiger zu entfernen
individuelle Bodengestaltung durch große Auswahl an Dekoren, Designs und Farben Der Farbton von Vinylböden lässt sich nachträglich nicht verändern
gute schalldämmende Eigenschaften, oft mit integrierter Trittschalldämmung
geringe Einbauhöhe, daher optimal für Renovierungen
Verlegung auf Fußbodenheizung ist möglich
Verlegung auf Fliesen möglich (Anbringung von Ausgleichsmasse eventuell vorher nötig)
fußwarm

Die Vor- und Nachteile von Vinylboden sollen Ihnen dabei helfen, zu entscheiden, ob der Bodenbelag zu Ihnen passt. Wenn die positiven Eigenschaften mit Ihren Ansprüchen an den perfekten Boden übereinstimmen, ist Vinyl genau das Richtige für Sie.

Stellen Sie sich aber etwas anderes als Vinylboden vor, finden Sie in unserem Ratgeber weitere Informationen zu Parkett und Massivholzdielen, LaminatLinoleum und Kork.

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Ihr Profi für Holzböden

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689 Kommentare

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Alle Kommentare (689)

  1. Avatar Christian Thul vor 1 Woche

    Im Fachhandel wird Klickvinyl auch für Bäder schwimmend verlegbar empfohlen.
    Ihre Empfehlung gibt vollflächige Verklebung vor und wie geht Verklebung mit Trittschalldämmung zusammen ?

    • Avatar Vera Sauermann vor 1 Woche

      Hallo Christian,

      danke für Ihre Frage.
      Es gibt Vinylböden, die auch im Bad schwimmend verlegt werden können. Allerdings raten wir davon ab.
      Beim schiwmmenden Verlegen kann Feuchtigkeit unter den Boden gelangen, da er nicht richtig versiegelt werden kann. Diese Feuchtigkeit kann zu Schimmel etc. führen. Daher empfehlen wir in Feuchträumen wie dem Badezimmer das vollflächige Verkleben. Bei dieser Verlegeart ist der Boden fest mit dem Untergrund verbunden und die Übergänge zur Wand können richtig abgedichtet werden.
      Es geht also gar nicht um den Vinylboden selbst, warum wir zum Verkleben raten.

      Wenn ein Boden vollflächig verklebt wird, benötigt man keine Trittschalldämmung.

      Bei detaillierteren Fragen helfen unsere Fachberater unter 02266/4735610 gern weiter.
      Viele Grüße
      Vera Sauermann

  2. Avatar H. Hartstein vor 4 Wochen

    Hi Vera, habe vor ca, drei Jahren meine Wohnung die im Obergeschoss)liegt. den Fußboden großflächig mit Vinyl Click Laminat verlegt. Jetzt zeigen sich im Bereich der Fensterfronten (gegen Süden) leichte Quellungen in den Verlegenähten.
    Kann es sein, dass diese durch Sonneneinwirkungen und deren Hitzeeinwirkungen hervorgerufen wurden ?
    Gruß Herby

    • Avatar Vera Sauermann vor 4 Wochen

      Hallo Herby,

      danke für Ihre Frage.
      Vinyl reagiert auf Hitze empfindlich, daher kann es wirklich an der Hitze durch Sonneneinstrahlung liegen, dass der Boden quillt.
      Eine andere Möglichkeit wäre, dass Feuchtigkeit an der Stelle in den Boden eingedrungen ist. Wenn das Boden eine HDF-Trägerplatt hat, kann diese durch Feuchtigkeit aufquillen.

      Der genaue Grund lässt sich leider aus der Ferne nicht feststellen. Am besten machen Sie Fotos und sprechen mit dem Verkäufer des Bodens, woran es liegen kann.

      Viele Grüße
      Vera

  3. Avatar Tina D. vor 1 Monat

    Guten Tag,
    Wir möchten in unserer Küche Vinyl verlegen und im Anschluss die Küchenzeile darauf stellen. Jetzt wurde uns mitgeteilt, dass Vinyl dieser Belastung nicht standhält… Stimmt das generell? Und wenn nein, welche Nutzungsklasse sollte der Boden haben.
    Vielen Dank für die Auskunft

    • Avatar Vera Sauermann vor 4 Wochen

      Hallo Tina,

      die Aussage stimmt nicht ganz.
      Wenn der Vinylboden schwimmend verlegt werden soll, kann die Küche wirklich nicht darauf gestellt werden. Das hält der Boden nicht aus. In dem Fall können Sie den Boden bis an die Küch verlegen. Anschließend setzen Sie den Sockel der Küche ein, sodass der Abschluss des Bodens nicht sichtbar ist. Wenn Sie den Vinylboden verkleben, können Sie die Küche daraufstellen.

      Als Nutzungsklasse empfehlen wir 23/32, da Küchen in der Regel viel genutzte Räume sind. Die Nutzungsklasse sagt allerdings nichts darüber aus, wie robust der Boden im Bezug auf Kratzer ist. Sie gibt nur an, wie schnell die Oberfläche abnutzt (sprich: wie oft man darüber gehen kann, bis der Boden Verschleißerscheinungen zeigt).

      Bei detaillierteren Fragen zum Verlegen oder zur Nutzungsklasse verschiedener Böden helfen unsere Fachberater unter 02266/4735610 gern weiter.

      Viele Grüße
      Vera

  4. Darf man ein Massiv Klick-Vinyl (4 – 5mm) noch zusätzlich auf den Boden verkleben? Ich denke da an eine bessere Effizienz und weniger Probleme durch Sonneneinstrahlung bei Fenster, bzw. Punktuelle starke Erwärmung.

    • Avatar Vera Sauermann vor 4 Wochen

      Hallo Andi,

      man kann Klickvinyl zusätzlich verkleben.
      Das nutzt allerdings bei starker Sonneneinstrahlung oder punktueller starker Erwärmung nichts. Wenn das in den Räumen, in denen der Boden verlegt wird, vorkommen kann, eignet sich Vinyl nicht.

      Unsere Fachberater helfen unter 02266/4735610 gern bei der Auswahl eines Bodens, der sich für diese Bedingungen eignet.

      Viele Grüße
      Vera

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