Warum Vinylboden kleben?
Einige Gründe sprechen für das Verkleben:
- Für Feuchträume ist das Verkleben die beste Lösung, da sich keine Feuchtigkeit unter dem Boden sammeln und zu Schimmel führen kann.
- Auch bei Fußbodenheizung empfehlen wir Vinylboden zu verkleben: Der Boden arbeitet weniger und der Wärmedurchlasswiderstand ist durch die direkte Verbindung zum Untergrund geringer. So arbeitet die Heizung effektiver und du sparst durch den geringeren Energieverbrach Geld.
- Es ist für die Raumakustik von Vorteil: Durch das Verkleben vermeidest du die typischen Klappergeräusche beim Gehen.
- Schwere Gegenstände wie eine Küche etc. dürfen nicht auf schwimmend verlegtem Boden platziert werden. Daher muss der Boden aufwändig drum herum gelegt werden. Das Problem hast du bei verklebtem Vinyl nicht.
Wenn du deinen neuen Vinylboden verkleben möchtest, berechne die Materialmenge genau wie beim schwimmenden Verlegen. Plane auch hier Verschnitt mit ein. Die Sockelleiste berechnest du auch genau wie bei anderen Verlegearten. Bei der Verlegung in Feuchträumen dichtest du die Wandabschlüsse zusätzlich mit Silikon ab, damit sich keine Feuchtigkeit unter dem Belag sammeln kann.
Zum Vinyl Verkleben benötigst du
- Vinyldielen
- Spachtel
- geeigneter Klebstoff
- Setzlatte oder Schlagschnur
- Verlegekeile
- Cuttermesser
- Unterlage zum Schneiden
- Winkel, Schmiege, Zollstock oder Maßband
- Bleistift
- Knieschoner
- Taschenrechner
1. Vorbereitung des Untergrunds
Ein geeigneter Untergrund ist unerlässlich. Entferne zuerst den Altbelag vollständig und rückstandslos. Danach sorgst du dafür, dass der Untergrund sauber und trocken ist. Unebenheiten oder Risse verspachtelst du und schleifst Überstehendes ab. Mineralische Untergründe sollten vor dem Verkleben grundiert werden. Die Grundierung vermindert die Saugfähigkeit und bindet den Reststaub. Außerdem sorgt die Grundierung dafür, dass sich der Untergrund mit dem Klebstoff besser benetzen lässt.
2. Boden akklimatisieren lassen
Bevor du mit dem Verlegen des Vinyls startest, muss sich der Boden an die Raumtemperatur gewöhnen. Lass ihn also mindestens 48 Stunden in dem Raum, in dem er verlegt werden soll, akklimatisieren. So verhinderst du ,dass dein Vinyl nach dem Verkleben sehr stark arbeitet.
3. Planen der Verlegerichtung und des Verlegebilds
Wie möchtest du deinen Boden verlegen? Soll er mit dem Lichteinfall laufen oder quer dazu? Mache dir im Vorfeld Gedanken. Genauere Infos findest du in unserem Beitrag zur Verlegerichtung.
Auch das Verlegebild ist wichtig: Soll dein Boden im wilden Verband, im englischen Verband oder ganz anders verlegt werden? Beim wilden Verband sind die einzelnen Dielen unterschiedlich versetzt. Beim Englischen Verband laufen die Querfugen jeder zweiten Reihe in einer Flucht, was für ein ruhiges Gesamtbild sorgt. Mit dem Verlegebild bestimmst du die Wirkung deines Bodens im Raum.
4. Markierungslinien ziehen
Ziehe zwei Markierungslinien, die sich in der Raummitte kreuzen. Am einfachsten geht das mit einer Schlagschnur, die du von einer Raumseite zur anderen spannst Wenn du daran zupfst, entsteht die Markierungslinie auf dem Untergrund. An diesen Hilfslinien kannst du dich bei der Verlegung orientieren und die ersten Dielen gerade ausrichten.
5. Die erste Vinyldiele verkleben
Trage den Kleber mit einem Zahnspachtel an den Markierungslinien nach den Herstellerangaben auf. Der Kleber muss dünn und gleichmäßig verteilt sein, damit sich nachher keine Unebenheiten bilden. Beachte bitte, dass du nur so viel Kleber verteilst, wie du in kurzer Zeit mit Vinyldielen belegen kannst.
Du beginnst mit dem Verkleben deines Vinylbodens in der Mitte des Raums. Richte die erste Diele an den beiden Markierungslinien in der Raummitte aus. Arbeite hierbei besonders sorgfältig. Ist die erste Dielenreihe schief, zieht sich das durch den ganzen Raum.
6. Weitere Dielen verlegen
Nachdem die erste Diele liegt, lege weitere Dielen entlang der Markierungslinie bis zu beiden Wänden. Diese Dielen müssen voraussichtlich zugeschnitten werden. Messe dazu den Abstand von der letzten verlegten Diele bis zur Wand. Berücksichtige dabei die vom Hersteller vorgeschriebene Dehnungsfuge zur Wand. Schneide eine Diele mit dem Cuttermesser entsprechend zu. Ritze dazu die Oberfläche der Diele stark ein und breche sie anschließend an der Kante. Die Dehnungsfugen hältst du mit Hilfe von Abstandskeilen ein.
Beachte beim Verkleben des Vinyls die Laufrichtung: Diese ist mit Pfeilen auf der Dielenrückseite markiert. Am besten sortierst du dir vor dem Verlegen die Dielen entsprechend.
Wenn du deinen Boden im wilden Verband verlegst, kannst du das Reststück der ersten Reihe als erste Diele der zweiten Reihe verwenden. Hierbei musst du auf die Mindestabstände der Querfugen achten, die der Hersteller in der Verlegeanleitung vorgibt. So kannst du in allen weiteren Reihen vorgehen.
Die längs der Wand laufenden Dielen müssen wahrscheinlich zugeschnitten werden. Auch hier kannst du einfach messen und eine Setzlatte als Schablone zum Schneiden verwenden. Mit Abstandskeilen hältst du Dehnungsfuge zur Wand ein.
7. Abschlussarbeiten
Damit die Vinyldielen richtig haften, drücke sie nach dem Verkleben mit einem Metallroller an. So entfernst auch kleine Luftbläschen.
Wenn der Boden nach den Herstellervorgaben getrocknet ist, bringe die Sockelleisten und Abschlussleisten an. Wie genau das geht kannst du in unserem Beitrag zur Montage von Sockelleisten nachlesen.
Exkurs: Selbstklebendes Vinyl
Du möchtest eine besonders einfache Verlegung? Selbstklebender Vinylboden ist die Lösung. Auf der Rückseite der Dielen ist der Kleber angebracht. Zieh einfach die Schutzfolie ab und kleben die Dielen auf einen ebenen und sauberen Untergrund. Du musst keinen Kleber und das entsprechende Werkzeug besorgen. Für Renovierungen ist der Boden ideal, da er sehr dünn ist. Aber dadurch können sich selbst kleinste Unebenheiten durchdrücken. Hier ist eine besondere Sorgfalt beim Vorbereiten des Untergrunds gefragt.