Laminat verlegen in 7 Schritten
Wir zeigen dir, wie leicht du dein neues Laminat verlegen kannst. Du hast dich für einen Laminatboden entschieden, ihn in der richtigen Menge und mit der passenden Trittschalldämmung gekauft. Nachdem du den Untergrund vorbereitet hast, startest du mit dem Laminat Verlegen. Arbeite am besten zu zweit, das geht schneller und leichter.
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Mario Fuchs
Mario Fuchs
Video: Laminat verlegen
In unserem Video führen wir dich durch die einzelnen Arbeitsschritte der schwimmenden Verlegung von Laminat. Im Anschluss kannst du noch einmal Schritt für Schritt nachlesen, wie du vorgehst und was du beim Laminat verlegen alles beachten solltest.
Laminat schwimmend verlegen
Schritt für Schritt Anleitung
Laminat ist eine beliebte Wahl für Bodenbeläge in Wohn- und Geschäftsräumen. Es überzeugt durch seine Vielseitigkeit, Langlebigkeit und einfache Pflege. Die Verlegung von Laminat kann, mit der richtigen Vorbereitung und Anleitung, auch von Heimwerkern selbst durchgeführt werden. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir dir, wie du in wenigen Schritten einen professionell aussehenden Laminatboden verlegen kannst. Egal, ob du bereits Erfahrung im Heimwerken hast oder ein Neuling auf diesem Gebiet bist – mit unseren detaillierten Anweisungen und hilfreichen Tipps wird dein Projekt ein Erfolg. Lass uns gemeinsam starten und deinen Raum mit einem neuen, frischen Bodenbelag verschönern!
Benötigte Materialien
- Laminatdielen
- PE-Folie und Trittschalldämmung
- Stichsäge
- Lamiantscheider inkl. Zubehör
- Schlagklotz (abhängig vom Klicksystem)
- ggf. Zugeisen (abhängig vom Klicksystem)
- Hammer
- Verlegekeile
- Cuttermesser
- Winkel oder Schmiege
- Zollstock
- Kappsäge
- Knieschoner
Untergrund
Ehe du das Laminat verlegst, ist ein geeigneter Untergrund erforderlich. Dieser sollte sauber, trocken und eben sein. Schwimmend verlegte Altbeläge und Teppichböden sind zu entfernen. In einigen Fällen kann ein Altbelag liegen bleiben. So lassen sich Laminatdielen auf Fliesen oder auf einem vollflächig verklebten Vinylboden verlegen. Voraussetzung dafür ist, dass es keine größeren Unebenheiten gibt. Eine Ebenheitstoleranz von maximal drei Millimeter pro Meter darf nicht überschritten werden.
1. Verlegung der PE-Folie und Trittschalldämmung
Auf welchem Untergrund verlegen du deinen Laminatboden? Ist er mineralisch, muss eine Dampfsperre her da Feuchtigkeit aufsteigen und das Laminat beschädigen kann. Verlege zuerst eine PE-Folie als Dampfsperre auf dem Boden. In unserem Beispiel nutzen wir eine kombinierte Lösung aus Dampfsperre und Trittschalldämmung. Die PE-Folie und die Trittschalldämmung verlegst du im gesamten Raum. Die Richtung der Verlegung ist hierbei egal. Verlegst du sowohl Dampfsperre als auch Trittschalldämmung schwimmend, also nicht mit dem Untergrund verklebt, und bündig zur Wand. Viele gängige Produkte werden Stoß an Stoß nebeneinander ausgerollt und miteinander verklebt. In unserem Beispiel schließen wir mit dem integrierten Klebeband die Fugen an den Übergängen. Wie du die Unterlagen verlegst, hängt vom Produkt ab. Achte darauf, dass sich einzelne Lagen nicht übereinander legen, sonst wird der Belag wellig und das merkst du bei deinem Laminatboden.
2. Planung, Verlegerichtung und Verlegebild
Ob du dein Laminat mit oder gegen den Lichteinfall verlegst, entscheidest du. Auch die Wahl des Verlegemusters ist deinem Geschmack überlassen.
Der Laminat-Hersteller gibt vor, an welcher Seite des Raums du mit dem Verlegen beginnen musst. Alle Querfugen, also die stirnseitigen Stöße der Dielen, sollten mindestens 30 Zentimeter Versatz zu den Querfugen in den angrenzenden Reihen haben. So stellst du sicher, dass das Laminat in der Fläche stabil verbunden ist. Die Dielen der ersten und der letzten Reihe sollten wenigstens fünf Zentimeter breit sein.
Auf dieser Basis plane das Verlegen durch den kompletten Raum. In manchen Fällen musst du gleich die erste Diele kürzen und in der Breite beschneiden, um die nötige Stabilität für deinen Laminatboden zu erhalten.
3. Dehnungsfugen einplanen
Laminatboden kann sich aufgrund von schwankender Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausdehnen oder zusammenziehen. Das bezeichnet man als Quell- und Schwindverhalten. Der Boden „arbeitet“. Lege das Laminat weder an den Quer- noch an den Längsseiten direkt an die Wand. So erhältst du eine Dehnungsfuge, die dem Lamiantboden Platz zum Arbeiten gibt. Die Fugen sind am Ende nicht mehr sichtbar, da die Sockelleisten sie verdecken.
Für das Maß der Dehnungsfuge orientierst du dich an der Dicke des Bodens: je dicker der Laminatboden, desto größer die Dehnungsfuge. Verwende Verlegekeile, um die Dehnungsfugen zu sichern. Bei der ersten Diele setzt du an der schmalen Seite einen oder mehrere Verlegekeile zwischen Laminat und Wand ein. Auch an der Längsseite setzt du mehrere Keile zwischen die Diele und die angrenzende Wand. Verwende bei dickeren Böden gegebenenfalls zwei aufeinander liegende Verlegekeile, um den Abstand zur Wand oder einem feststehenden Element herzustellen.
4. Die erste Reihe verlegen
Die erste Reihe gibt die Richtung für den gesamten Raum vor. Lege die ersten Dielenreihen präzise, sodass am Ende der gesamte Verband gerade im Raum liegt. Ist die Wand im Lot, trennst du die Feder oder die Nut an der entsprechenden Längsseite der Dielen ab. Wenn deine Wände uneben sind, musst du dein Laminat an der Längsseite zuschneiden. Auch bei Neubauten kann das an den Wänden vorkommen. Mithilfe des Winkels zeichnest du eine Hilfslinie auf die Oberfläche der Diele und trennst das benötigte Stück mit dem Laminatschneider ab.
Dielen werden abhängig vom Klick-System auf unterschiedliche Art miteinander verbunden. Orientiere dich an den Herstellerangaben und frag unsere Fachberater. Die zweite Diele der ersten Reihe legst du stirnseitig bündig von oben ein und klappst sie herunter, bis sie einrastet. Nach diesem Prinzip vervollständige die erste Reihe.
Beginne mit den weiteren Reihen immer an der Seite des Raumes, von der aus du die erste Reihe begonnen hast. Nutze das Reststück aus der vorherigen Reihe als erste Diele der Folgereihe, sofern es mindestens 30 Zentimeter lang ist. Die erste Diele der zweiten Reihe positionierst du ebenfalls mithilfe eines Verlegekeils an der Wand und klicken diese an der Längsseite ein.
Ab der zweiten Diele der zweiten Verlegereihe verriegelst du die Elemente wie vom Klick-System vorgegeben. Lege die Verbindungen übereinander und fixiere die Elemente mit einem leichten Schlag von oben.
5. In der Fläche Laminat verlegen
Um beim Laminat Verlegen schnell voranzukommen, kannst du jeweils zwei Reihen parallel verlegen. Wichtig ist, die 30 Zentimeter Versatz der Fugen in aneinander grenzenden Reihen einzuhalten. Bei manchen Klick-Systemen benötigst du den Schlagklotz als Hilfsmittel, um die Fugen zwischen den Dielen zu schließen.
Ebenfalls abhängig vom Klick-System benötigst du in Wandnähe ein Zugeisen, weil du keinen Platz zum Ausholen mit dem Hammer hast. Schließ das Verlegen in einem Raum noch am selben Tag ab. Das Laminat arbeitet über Nacht, was das weitere Verlegen erschwert.
6. Heizungsrohre, Türrahmen und Ecken
Kleine Aussparungen für Ecken oder Heizungsrohre zeichnest du mit Bleistift, Winkel oder Schmiege sowie dem Zollstock auf das Laminat. Schneide diese mit dem Laminatschneider und bei komplizierteren Schnitten per Stichsäge aus. Mit einem umgekehrt gezahnten Sägeblatt sägst du die Diele übersichtlich von oben. Die später sichtbare Seite reißt nicht aus. Wenn du ein reguläres Sägeblatt verwendest, säge von unten, damit man die Ausrisse nicht sieht. Rechne bei Ecken die Dehnungsfuge ein und platziere Keile zwischen Laminatboden und Wand.
Sind Türrahmen vorhanden, sägst du, falls möglich, die Zargen unten ab und legst das Laminat darunter. Dazu legst du eine Diele an die Türzarge, zeichnest die Dicke ein und sägst sie unten ab. Gegebenenfalls musst du die Tür kürzen. Wenn du den Türrahmen nicht bearbeiten kannst oder darfst, legst du das Laminat dagegen. An solchen Stellen benötigst du eine Dehnungsfuge. Da hier später keine Sockelleisten angebracht werden, dichtest du die Fugen mit Acryl ab. Die Fugen um Heizungsrohre kannst du mit Kunststoff- oder Holzrosetten abdecken.
Beachte bei Neubauten die Anschlagrichtung der Tür. Schließlich sollte die Grenze zum Bodenbelag im benachbarten Raum unterhalb des Türblattes verlaufen. Um die Grenze abzudecken, montiere später ein Ausgleichsprofil.
7. Die letzten Handgriffe
Die letzte Reihe der Dielen verlegst du in der gewohnten Vorgehensweise. Wenn du fertig bist, entferne die Verlegekeile. Da das Laminat schon gearbeitet hat, sitzen die Keile etwas fester. Der Hauptteil der Verlegung ist beendet. As letzten Schritt montierst du die Sockelleisten und füllst Fugen mit Acryl aus.
Beim Vernageln und Verschrauben von Sockelleisten sind im Nachhinein Nägel, beziehungsweise Schrauben sichtbar. Außerdem kannst du die Leisten nicht ohne Weiteres wieder abnehmen. Das ist auch der Nachteil an einer Verklebung. Montageclips hingegen sind im Nachhinein nicht sichtbar und die Sockelleisten lassen sich einfach wieder abnehmen. Die benötigte Menge der Sockelleisten ergibt sich aus dem Umfang des Raumes + 5-10% Verschnitt.
Jetzt ist dein neuer Laminatboden fertig. Wir wünschen dir viel Spaß damit.
In unserer Infografik zum schwimmenden Verlegen von Laminat haben wir dir die einzelnen Arbeitsschritte noch einmal übersichtlich zusammengefasst.
Wie du durch selbst ausgeführtes Arbeiten beim Hausbau und Renovieren Geld sparen kannst, findest du in unserem Bereich Eigenleistung.
Laminat schwimmend verlegen: Das Wichtigste auf einen Blick
- Untergrundvorbereitung: Der Untergrund muss eben, sauber und trocken sein; Unebenheiten über 3 mm pro Meter sind auszugleichen.
- Trittschalldämmung: Eine geeignete Trittschalldämmung ist Pflicht, insbesondere bei mineralischen Untergründen mit Dampfbremse gegen Feuchtigkeit.
- Verlegerichtung: Die Dielen werden idealerweise parallel zum Lichteinfall verlegt, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzielen.
- Dehnungsfugen: Mindestens 10 mm Abstand zu Wänden und festen Bauteilen sind essenziell, um Materialausdehnung zu ermöglichen.
- Werkzeug: Unverzichtbar sind Zugeisen, Schlagklotz, Abstandskeile, Säge und Maßband für präzises Arbeiten.
Mit diesen Hinweisen gelingt dir die schwimmende Verlegung von Laminat auch als Heimwerker sicher und fachgerecht. Der Ratgeber bietet dir praxisnahe Schritt-für-Schritt-Anleitungen und wertvolles Expertenwissen für ein dauerhaft perfektes Ergebnis.
Video: Was ist überhaupt Laminat?
Jetzt weißt du, wie du Laminat Schritt für Schritt verlegst. Du möchtest auch wissen, was Laminat genau ausmacht und worin die Unterschiede zu anderen Fußböden liegen. Im Video erfährst du, welche Laminatarten es gibt, welche Vorteile das Material im Alltag bietet und für welche Räume es sich besonders gut eignet. So kannst du Laminat besser einordnen und leichter entscheiden, ob dieser Boden zu deinem Zuhause passt.



