So verlegen Sie Parkett auf einer Fußbodenheizung

95%
Bewertung

Wenn Sie Parkett auf einer Fußbodenheizung verlegen möchten, müssen Sie einige Dinge beachten: Damit die Heizung möglichst effizient arbeitet und die Eigenschaften des Holzes sowie der darunter liegenden Leitungen genutzt werden, sollten Sie bei der Verlegung von Parkett auf einer Fußbodenheizung besonders auf die passenden Materialien achten.

Das richtige Parkett ist entscheidend

Holz ist ein lebendiges Baumaterial. Bei wechselnden Temperaturen und schwankender Luftfeuchtigkeit dehnt es sich aus oder zieht sich zusammen: Das Parkett bewegt sich permanent.

Für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung haben sich neben einheimischen Holzsorten wie Eiche, Kirsche oder Nussbaum auch exotische Holzarten bewährt: z. B. Merbau, Bambus, Doussie oder Olivenholz. Hölzer wie Buche und Ahorn hingegen neigen zu einer ausgeprägten Fugenbildung und sind daher über einer Fußbodenheizung nicht zu empfehlen.

Wärmeleitfähigkeit und Feuchtigkeitsgehalt

Das Holz für den Parkettboden muss eine gute Wärmeleitfähigkeit besitzen. Der Wärmedurchlasswiderstand sollte grundsätzlich 0,18 m² K/W nicht übersteigen, sonst leidet die Effizienz der Fußbodenheizung deutlich. Generell leiten Harthölzer die Temperatur besser als Weichhölzer. Die Hersteller weisen die Eignung von Parkett für Fußbodenheizung separat aus.

Auch der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes spielt eine Rolle. Wenn das Holz sehr feucht ist, können sich nach dem Verlegen größere Fugen bilden. Experten raten außerdem von einer Verwendung großer Einzelelemente oder Schiffsböden ab. Je kleiner die Stäbe des Parketts sind, desto geringer ist die Fugenbildung.

Optimal über einer Flächenheizung ist Massivparkett mit Nut und Feder oder 2-Schicht-Einzelstabparkett mit einer Stärke von 10 mm. Sie können ebenfalls ein Mosaikparkett mit einer Stärke von 8 mm, Stabparkett bis zu einer Stärke von maximal 19 mm oder ein schubfest verklebtes 3-Schicht-Fertigparkett verlegen. Bei Mehrschichtparkett sollte Ihre Wahl vor allem auf ein kleines Format und kurze Elemente fallen. Generell sollte die Dicke des Parketts nicht mehr als 22 bis 24 mm betragen.

Wenn es Massivparkett sein soll

Wählen Sie ein Massivparkett, eignet sich am besten ein Mosaikparkett mit einer Stärke von 8 mm aus einem Holz mit möglichst geringem Schwind- und Quellverhalten wie Eiche, Nussbaum oder tropische Hölzer mit stehenden Jahresringen. Selbst bei größeren Temperaturschwankungen kommt es mit diesen Holzarten kaum zu Verformungen oder Fugenbildung.

Tipp: Fischgrät-, Flecht- oder Würfelmuster eignen sich besser über Fußbodenheizungen als Schiffsbodenmuster.

Wenn es Mehrschichtparkett sein soll

Bei einem Mehrschichtparkett ist die Fugenbildung grundsätzlich geringer als bei Massivparkett. Für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung eignet sich ein 2-Schicht-Parkett besonders. Es sollte möglichst vollflächig verklebt werden. Dadurch ist trotz der vergleichsweise dünnen Holzschicht eine hohe Formstabilität gewährleistet. Auch ein 3-Schicht-Fertigparkett sollte vollflächig verklebt werden.

Warm und leise mit vollflächiger Verklebung

Um eine optimale Wärmeübertragung zu erreichen, sollten Sie das Parkett vollflächig mit dem Untergrund verkleben. Man verwendet hierfür schubfeste und temperaturstabile Parkettklebstoffe. Die vollflächige Verklebung verhindert Hohlräume zwischen Parkett und Untergrund. Bei schwimmend verlegtem Parkett hingegen, bei dem zusätzlich noch eine Trittschallmatte verwendet wird, entstehen zwischen Heizung und Parkett Luftschichten. Diese muss die Wärme erst einmal durchdringen, bevor sie sich über den Bodenbelag im Raum ausbreiten kann. Dabei geht viel Wärme und Energie verloren. Die Fußbodenheizung rentiert sich nicht mehr und zu wenig Heizleistung kommt an, um den Raum zu beheizen. Durch eine vollflächige Verklebung erreichen Sie zudem bessere Werte für Tritt- und Raumschalldämmung.

Oberflächenveredelung

Neben Holzart und Verlegemuster des Parketts ist die Oberflächenveredelung von Bedeutung. Eine Versiegelung der Oberfläche durch Lacke verschließt die Poren des Holzes. Dadurch entstehen im Holz Luftpolster, welche die Wärme im Material festhalten und im negativen Sinne isolierend wirken. Bei bestimmten Lacken kann es obendrein zur unerwünschten Seitenverleimung kommen. Hierbei dringt der Versiegelungslack in die Stoßfugen ein und verklebt die Parkettelemente untereinander. Mit abnehmender Feuchtigkeit des Parketts, etwa während einer Heizperiode, kommt es zum Schwinden des Holzes. Sind die einzelnen Parkettelemente dabei zu stark untereinander verklebt, so öffnet sich durch das Schwinden nur die schwächste Stoßfuge des Parkettbodens. Man spricht von einer Abrissfuge.

Sollten Sie nicht auf eine Versiegelung der Oberfläche verzichten wollen, empfiehlt es sich, eine passende Grundierung und Lacke mit besonders hoher Elastizität zu verwenden.

Besser geeignet sind geölte Hölzer oder die Oberflächenveredelung mit Wachssystemen, Zweikomponenten-Lacken oder Kunstharzsiegel. Die Poren des Materials bleiben offen, das Holz kann Feuchtigkeit besser aufnehmen und wieder abgeben. Wenn Sie Öle zur Pflege Ihres Parketts verwenden, sollten Sie ausschließlich mit aushärtenden Ölen arbeiten. Hartwachsöle sind für die Verwendung auf Parkettfußböden ungeeignet, da Wachs auf erwärmten Oberflächen nicht oder nur schwer aushärtet. Infolgedessen werden sie schnell wieder abgetragen und das führt zu einer erhöhten Pflege des Parkettbodens.

Überhitzung des Bodens

Damit Ihr Parkettboden nicht überhitzt, sollten Sie sich an einige Richtwerte beim Heizen halten. Die Temperatur an der Oberfläche des Heizestrichs darf eine Temperatur über 27° C bis 29° C nicht überschreiten. Rein rechnerisch ergibt das eine Parketttemperatur von etwa 23° C bis 24° C. Dies wiederum entspricht einer Raumtemperatur von wohligen 20° C. Wenn das Haus den aktuellen Energiesparverordnungen entspricht, reichen sogar noch niedrigere Temperaturen, um den Raum auf eine angenehme Wärme zu bringen.

Sie sollten auf dicke und großflächige Teppiche sowie allzu große und schwere Möbel auf ihrem Parkett verzichten. Durch das Zulegen bzw. Zustellen des Fußbodens verringert sich die Heizleistung der Flächenheizung spürbar. Unter den zugestellten Flächen kommt es zudem zum Wärmestau. Die Wärme wird nicht wie erwünscht an den Raum abgegeben und die Anlage erhöht automatisch die Leistung. Das treibt die Heizkosten in die Höhe und kann dem Holz sowie der Unterkonstruktion schaden.

Eckdaten: Parkett auf Fußbodenheizung

  • Holzarten: Merbau, Bambus, Doussie, Olivenholz, Eiche, Kirsche oder Nussbaum
  • Wärmeleitfähiges Holz
  • Harthölzer besser als Weichhölzer
  • geringe Holzfeuchtigkeit
  • Parkettart: Mosaikparkett, Massivparkett mit Nut und Feder oder 2-Schicht- Einzelstabparkett
  • Parkett vollflächig verkleben
  • Klebstoff: schubfeste und möglichst temperaturstabile Parkettklebstoffe
  • Finish: aushärtendes Öl, Wachs, Zweikomponenten-Lacke oder Kunstharzsiegel
  • Raumtemperatur nicht höher als 20° Celsius

Beitrag von

Avatar

Ihr Profi für Holzböden

Casando https://www.casando.de/ratgeber/wp-content/uploads/2017/03/casando_ratgeber.png 2018-07-17
Bewertung
95.238095238095 0 100 21

Keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar


Alle Kommentare (0)