Artgerechten Lebensraum für Bienen schaffen

Auch in der stadt kannst Du einen aktiven Beitrag zum Bienenschutz leisten.

Auch in der Stadt kannst Du einen aktiven Beitrag zum Bienenschutz leisten.

Die Bienen summen wieder – Ein sicheres Zeichen für den Frühling! Auf der Suche nach dem süßen Nektar fliegen sie von Blüte zu Blüte und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Verteilung der Pollen. Erst die Bestäubung ermöglicht es Pflanzen, wie zum Beispiel Obstbäumen, Früchte zu entwickeln – ein natürlicher Vorgang, wichtig für unsere Umwelt und auch unsere Ernährung. Pro Kopf verzehren die Deutschen ungefähr 24 Kilogramm Äpfel pro Jahr, damit ist der Apfel die am meisten verzehrte Obstart in Deutschland. Über eine Millionen Tonnen wurden 2014 allein in Deutschland geerntet und jeder einzelne dieser Äpfel ist aus einer Blüte entstanden, die zuvor von einer Biene oder einem anderen Insekt bestäubt wurde.

Die Nahrung wird knapp

Was für uns so natürlich und selbstverständlich ist, ist jedoch schon lange nicht mehr gesichert, denn Bienen sind massiv vom Aussterben bedroht. Experten streiten sich über die Ursachen des Bienensterbens.

Biene

Bienen sind massiv vom Aussterben bedroht.

Während die Einen vor allem die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln oder den Anbau von genetisch veränderten Pflanzen als Grund aufführen, gehen andere Experten davon aus, dass es Bienen heute weitaus schwerer haben, das ganze Jahr über ausreichend Nektar zu finden. Gerade in ländlichen Gebieten werden häufig nur noch die gleichen Kulturpflanzen wie Mais, Raps und Weizen angebaut. Vor allem im Frühjahr kommt es so zu einer Nahrungsmittelknappheit, da die landwirtschaftlichen Felder zu dieser Jahreszeit noch nicht blühen. Diese Situation bedroht natürlich nicht nur Bienen, sondern auch viele andere bestäubende Insektenarten wie zum Beispiel Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Dabei sind diese Insekten für den Fortbestand unserer natürlichen Vegetation unverzichtbar. Bienen und andere Insekten suchen sich daher immer häufiger die Stadt als Lebensraum, wo sie in üppigen Blumengärten noch eine etwas größere Auswahl an nektartragenden Blüten vorfinden. Wenn Du also einen Garten besitzt, kannst Du mit einer abwechslungsreichen Bepflanzung aktiv zum Artenschutz beitragen. Christian Nielsen von den Soltauer Baumschulen und Mitglied des Bund deutscher Baumschulen e.V. (BdB) erklärt: „Einige Obstbäume und Sträucher blühen schon recht früh im Jahr, andere später. Kombiniert man verschiedene Gehölze, finden Bienen immer ausreichend Nahrung.“

Urban beekeeping

Vielleicht verwundert es, dass Bienen in der Stadt tatsächlich mehr Nahrung finden, als auf dem Land. Aber die Statistik des deutschen Imkerbundes zeigt, dass Stadtimker deutlich mehr Honig ernten als Landimker. Die Bienenhaltung in der Stadt ist somit sogar einfacher, als auf dem Land. Da scheint es kaum verwunderlich das „urban beekeeping“, also das städtische Bienenhalten sich zu einem wahren Trend mausert. 2014 wurde in Berlin das Projekt „Berlin summt!“ mit dem Berliner Naturschutzpreis ausgezeichnet. Gehalten werden können die Bienen fast überall – Auf dem Balkon, dem Dach oder im Garten – Von hier aus schwirren sie aus und finden in Parks, auf Grünflächen und in privaten Gärten zahlreiche Blüten mit dem wertvollen Nektar.

Naturnahe Gärten

Naturnahe Gärten werden ganz bewusst abwechslungsreich bepflanzt, mit dem Ziel eines natürlichen Gleichgewichts des Gartens und einem ganzjährigen Nahrungsangebot für Tiere, davon profitieren nicht nur Bienen, sondern auch andere Insekten, Vögel oder kleine Säugetiere. Für einen naturnahen Garten gibt es keine speziellen Vorgaben oder Gestaltungsregeln, wichtig ist, dass auch Du Dich in Deinem Garten wohlfühlst. „Der Garten ist in erster Linie ein Ort, an dem sich seine Besitzer wohlfühlen wollen. Beginnen Sie daher zunächst mit Ihren persönlichen Lieblingspflanzen“, rät Nielsen.

Biene

Mit der richtigen Pflanzenwahl machst Du Deinen Garten zum Bienenparadies.

„Das kann ein Rosenbeet sein, ein schattenspendender Baum oder eine blühende Kletterpflanze. Gesellen Sie andere Pflanzen dazu, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Gefüllte Blüten bringen Bienen allerdings keinen Mehrwert, da ihnen durch die dicht wachsenden Blütenblätter der Zugang zum Nektar im Innern verwehrt bleibt.“ Überall im Garten finden sich Gelegenheiten Bienen und Co. Zu unterstützen, ganz unabhängig davon, ob der Garten erst neu angelegt wird, oder etwas umdekoriert werden soll. Nielsen: „Statt einer gewöhnlichen Hecke können Sie zum Beispiel eine Wildobsthecke pflanzen, um den Tieren Vielfalt zu bieten.“ Bienen und andere Insekten bringen Lebendigkeit in Deinen Garten, die wechselnden Blüten verwöhnen Dich mit leuchtenden Farben und einem zarten Duft. Sogenannte „Insektenhotels“ bieten Wildbienen und anderen Bestäubern einen Platz zum Nisten und sind meist schon für wenig Geld im Baumarkt oder Gartenfachhandel erhältlich. Mehr Informationen zum naturnahen Garten findest Du hier.

Quelle: Bund deutscher Baumschulen e.V. (BdB)

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