Eine Frau im Rollstuhl öffnet eine weiße Innentür.

Barrierefreie Türen: Das solltest du wissen

Für Menschen mit Beeinträchtigung können alltägliche Handgriffe wie das Öffnen und Schließen von Türen mit zusätzlichen Hürden verbunden sein. Bedarfsgerecht geplante Türen schaffen mehr Bewegungsfreiheit, Sicherheit und Komfort im Alltag. Sie erleichtern die eigenständige Nutzung der Wohnräume und tragen dazu bei, das Zuhause leichter zugänglich zu gestalten.

In diesem Ratgeber erfährst du alles Wissenswerte über barrierefreie Türen. So kannst du dein Zuhause besser an individuelle Bedürfnisse anpassen und mehr Selbstständigkeit im Alltag schaffen – für dich selbst oder für Angehörige.

Türen für die Nutzung mit Rollstuhl im Privathaushalt

Türen für Personen mit Rollstuhl müssen ausreichend Platz bieten und sich einfach bedienen lassen. Besonders wichtig ist die lichte Durchgangsbreite, also die tatsächlich nutzbare Breite des Türdurchgangs. Damit ein Rollstuhl bequem hindurchpasst, sollte diese laut geltender Vorgaben mindestens 90 cm betragen.

Wichtig sind außerdem:

  • Schwellenlose oder möglichst niedrige Übergänge
  • Ausreichend Bewegungsfläche vor und hinter der Tür
  • Eine Türöffnung, die den Fahrtweg nicht blockiert
  • Gut erreichbare und greifbare Türgriffe
  • Leichtgängige Türflügel mit geringem Kraftaufwand

Schiebetüren können eine gute Wahl sein, da sie keinen Schwenkbereich benötigen. Auch breite, leichtgängige Drehtüren kommen infrage, wenn vor und hinter dem Durchgang ausreichend Platz bleibt.

Wann wird ein Türumbau notwendig?

Ein Türumbau wird notwendig, wenn Türen im Alltag nicht mehr sicher oder selbstständig genutzt werden können. Das ist häufig der Fall, wenn ein Rollstuhl oder Rollator genutzt wird und vorhandene Türdurchgänge zu schmal sind. Auch ein ungünstiger Schwenkbereich kann die Nutzung erschweren und einen Umbau erforderlich machen.

Je nach Bausituation kann eine bestehende Tür durch eine breitere Lösung ersetzt werden. Reicht der vorhandene Durchgang nicht aus, muss geprüft werden, ob Türöffnung und Zarge angepasst oder erneuert werden können. Wichtig ist dabei, nicht nur die Türbreite zu betrachten. Auch der Platz vor und hinter der Tür entscheidet darüber, ob die Tür im Alltag gut erreichbar und bedienbar bleibt. Fehlt dort ausreichend Bewegungsfläche, kann eine andere Türlösung sinnvoll sein.

In geschlossenen Räumen wie dem Badezimmer sollte vor allem die Öffnungsrichtung geprüft werden. Öffnet die Tür nach innen und eine Person stürzt hinter der Tür, kann der Zugang blockiert sein. Eine nach außen öffnende Tür oder eine Schiebetür kann in solchen Fällen mehr Sicherheit schaffen und den Zugang im Notfall erleichtern. 

Gesetzliche Grundlagen und Normen

Die wichtigste Orientierung für barrierefreie Türen im Wohnbereich ist die DIN 18040-2. Sie beschreibt, wie Wohnungen bedarfsgerecht geplant werden können, und enthält unter anderem Vorgaben zu Türbreiten, Bewegungsflächen und Bedienbarkeit von Türen.

Zu den zentralen Anforderungen gehören:

  • Lichte Durchgangsbreite von mindestens 80 cm für barrierefreie Wohnungen
  • Lichte Durchgangsbreite von mindestens 90 cm für rollstuhlgerechte Wohnungen
  • Lichte Höhe von mindestens 205 cm
  • Ausreichend Bewegungsfläche vor und hinter der Tür
  • Möglichst schwellenlose Übergänge
  • Leicht bedienbare Türen und Beschläge

Hinweis: Im privaten Bestand muss nicht jeder Umbau vollständig nach DIN 18040-2 erfolgen. Entscheidend ist, dass Türen sicher passiert, gut erreicht und möglichst selbstständig bedient werden können.

Welche Türart eignet sich für barrierefreie Türen?

Welche Türart geeignet ist, hängt von der individuellen Wohnsituation und den persönlichen Bedürfnissen ab.

Drehtüren sind die klassische Lösung im Innenbereich. Sie können barrierearm genutzt werden, wenn sie ausreichend breit sind, leicht öffnen und genügend Platz zum Schwenken vorhanden ist.

Schiebetüren benötigen keinen Schwenkbereich und öffnen seitlich entlang oder innerhalb der Wand. Häufig lassen sie sich leichter nutzen und bieten mehr Bewegungsfreiheit in engen Fluren oder kleinen Räumen.

Raumspartüren können eine Alternative sein, wenn eine klassische Drehtür zu viel Platz benötigt und eine Schiebetür baulich nicht möglich ist. Wichtig ist, dass sie leicht bedienbar bleibt und den Durchgang nicht einschränkt.

Automatische Türsysteme und elektrische Türantriebe erleichtern das Öffnen und Schließen von Türen per Taster, Fernbedienung oder Sensor. Sie eignen sich besonders für Menschen mit eingeschränkter Kraft oder Beweglichkeit sowie für schwere Haus- und Wohnungseingangstüren.

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Schiebetüren benötigen keinen Schwenkbereich und bieten daher eine gute Lösung für barrierefreie Türen.

Können elektrische Türantriebe an jeder Tür nachgerüstet werden?

Nicht an jeder Tür, aber in vielen Fällen ist eine Nachrüstung möglich. Vorher sollte geprüft werden, ob die vorhandene Tür technisch geeignet ist. Voraussetzungen sind unter anderem:

  • Ausreichende Stabilität von Türblatt und Zarge
  • Genügend Platz für den Antrieb
  • Stromversorgung im Türbereich
  • Passende Türgröße und Türgewicht
  • Keine technischen Einschränkungen durch die Bauart der Tür

Vor der Installation solltest du von einem Fachbetrieb prüfen lassen, ob die vorhandene Tür für den jeweiligen Antrieb geeignet ist oder ob ein Austausch sinnvoll ist.

Worauf kommt es bei der Umsetzung an?

Vor dem Türumbau solltest du neben den DIN 18040-2 Vorgaben auch die baulichen Voraussetzungen prüfen. Stelle dir daher folgende Fragen:

  • Kann die Türöffnung verbreitert werden?
  • Ist ausreichend Platz vor und hinter der Tür vorhanden?
  • Ist genügend Wandfläche für eine Schiebetür vorhanden?
  • Verläuft eine tragende Wand im Bereich des Durchgangs?
  • Müssen Bodenbeläge, Zargen oder Schwellen angepasst werden?
  • Ist die gewählte Tür auch langfristig für die geplante Nutzung geeignet?
  • Sind Stromanschlüsse für elektrische Türantriebe vorhanden?

Wie umfangreich die Umsetzung ausfällt, hängt von der gewählten Türart ab. Während sich manche Türen durch den Austausch von Türblatt und Zarge anpassen lassen, erfordern breitere Durchgänge häufig Arbeiten an der Wandöffnung. Schiebetüren benötigen ausreichend Wandfläche, während für elektrische Türantriebe zusätzliche Elektroarbeiten erforderlich werden. Bei größeren Anpassungen empfiehlt sich die Planung durch einen Fachbetrieb.

Kosten für barrierefreie Türen

Die Kosten hängen stark vom Umfang der Maßnahme ab und sollten daher individuell geprüft werden. Zur groben Orientierung gilt:

  • Austausch einer vorhandenen Tür oder Einbau einer passenden Dreh- oder Schiebetür: etwa 800 bis 1.500 €
  • Verbreiterung der Türöffnung inklusive Anpassung von Zarge, Wand und Bodenanschlüssen: etwa 1.200 bis 2.500 €
  • Automatisierung einer Dreh- oder Schiebetür: etwa 1.800 bis 4.000 €

Finanzierungsmöglichkeiten und Zuschüsse

Für bedarfsgerecht geplante Türen kommen verschiedene Fördermöglichkeiten infrage.

Die Pflegekasse kann wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bezuschussen, wenn ein anerkannter Pflegegrad vorliegt und der Umbau die häusliche Pflege erleichtert oder die selbstständige Lebensführung unterstützt. Hier ist ein Zuschuss von bis zu 4.180 € pro pflegebedürftiger Person möglich.

Die KfW fördert ebenfalls Maßnahmen zur Barriere-Reduzierung. Dazu können unter anderem verbreiterte Türdurchgänge, der Abbau von Schwellen, mehr Bewegungsfläche, neue Innentüren sowie fest verbaute Bedien- oder Antriebssysteme gehören. Bei einem umfassenden Umbau sind Zuschüsse von bis zu 6.250 € pro Wohneinheit möglich.

Welche Förderung infrage kommt, hängt von der persönlichen Situation und der geplanten Maßnahme ab. Wichtig ist, dass du Förderanträge immer vor Beginn der Umbaumaßnahme stellst.

Checkliste: So planst du barrierefreie Türen

Du möchtest dein Zuhause barrierefrei gestalten? Diese Schritte helfen dir bei der Planung.

  1. Bedarf klären: Wird die Tür mit Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfe genutzt?
  2. Türbreite prüfen: Ist die lichte Durchgangsbreite ausreichend für das genutzte Hilfsmittel?
  3. Bewegungsfläche einplanen: Gibt es genug Platz vor und hinter der Tür?
  4. Schwellen prüfen: Gibt es Stolperstellen oder Höhenunterschiede, die korrigiert werden müssen?
  5. Öffnungsrichtung bewerten: Ist die Tür auch im Notfall gut zugänglich?
  6. Türart auswählen: Drehtür, Schiebetür, Raumspartür oder elektrischer Türantrieb?
  7. Bauliche Situation prüfen: Müssen Zarge, Wandöffnung oder Boden angepasst werden?
  8. Fachbetrieb einbeziehen: Besonders bei größeren Umbauten oder elektrischen Antrieben.
  9. Förderung prüfen: Zuschüsse von Pflegekasse oder KfW vor Beginn beantragen.

Bedarfsgerechte Türen schaffen mehr Sicherheit und Selbstständigkeit

  • Türbreite: Türen für die Nutzung mit Rollstuhl benötigen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 90 cm, barrierefreie Wohnungen mindestens 80 cm.
  • Türarten: Schiebetüren, breite Drehtüren, Raumspartüren und elektrische Türantriebe können je nach Wohnsituation mehr Bewegungsfreiheit schaffen.
  • Umbau: Türöffnung, Zarge, Wandfläche, Schwellen, Bodenanschlüsse und Stromversorgung sollten vor der Umsetzung baulich geprüft werden.
  • Kosten: Einfache Türlösungen liegen grob bei 800 bis 1.500 €, Türverbreiterungen bei etwa 1.200 bis 2.500 € und Automatisierungen bei etwa 1.800 bis 4.000 €.
  • Förderung: Pflegekasse und KfW können Zuschüsse ermöglichen. Anträge müssen vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.

Leicht zugängliche Türen erleichtern die selbstständige Nutzung des Wohnraums und reduzieren Hindernisse im Alltag. Eine sorgfältige Planung schafft die Grundlage für eine barrierefreie und reibungslose Umsetzung.

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