Perfekte Spielgeräte für den Garten

Wer hat sich als Kind kein eigenes Baumhaus im Garten gewünscht? Nicht immer kann man Kindern diesen Wunsch erfüllen. Oft fehlt im Garten der passende Baum oder das handwerkliche Geschick reicht nicht. Ein Spielhaus oder andere Spielgeräte sind der ideale Ersatz. Wir stellen Ihnen die gängigsten Varianten vor, damit Sie entscheiden können, was in Ihren Garten passt.

Welche Spielgeräte gibt es?

Spielgeräte im Garten sind für viele Familien mit Kindern nicht mehr wegzudenken. Es gibt viele unterschiedliche Varianten und Ausführungen. Wir stellen Ihnen hier einige vor.

Das Spielhaus

Spielhäuser gibt es in verschiedenen Varianten. Sie alle dienen als Rückzugsort für Ihre Kinder, in dem sie ungestört mit Freunden und Geschwistern spielen können.

Kinder-Spielhaus für den Garten

Nicht jeder hat den perfekten Baum und ausreichend Zeit, um ein Baumhaus zu bauen, ein Spielhaus ist da ein guter Ersatz. Foto: weka

Mögen Sie es günstig und platzsparend? Dann können Sie im Garten- oder Spielwarenfachhandel Plastik-Spielhäuser zum niedrigen Preis kaufen. Diese Spielhäuser sind meist relativ klein und damit als Einsteigermodell ideal. Mit Hilfe eines Stecksystems stecken Sie sie zusammen. Im Winter bauen Sie sie auseinander und verstauen platzsparend. Alternativ können Sie sie im Haus wieder aufbauen. Das Gefühl vom eigenen Baumhaus vermittelt ein Spielhaus aus Plastik aber leider nicht.

Sie sind kein Freund von Plastik im Garten und lieben natürliche Materialien? Dann eignet sich ein Blockbohlenhaus besser. Diese gibt es in unterschiedlichen Größen. Die Seitenteile sind oft schon vormontiert, das erleichtert Ihnen den Aufbau. Die Holz-Blockhäuser eignen sich auch für kleinere Kinder, da keine Kleinteile verarbeitet sind. Wählen Sie zwischen verschiedenen Modellen ganz nach Ihrem Geschmack – mit oder ohne Terrasse. Da das Haus dauerhaft im Garten steht, pflegen Sie das Holz regelmäßig. So bleibt es lange schön. Im Winter können Sie das Spielhaus umfunktionieren und als Gerätehaus nutzen.

Ihre Kinder wollen unbedingt in die Höhe, in Ihrem Garten fehlt aber der passende Baum? Dann bauen Sie doch ein Stelzenhaus. Das ist ein klassisches Spielhaus, das auf Stelzen steht. Die Kleinen erreichen das Haus über eine Leiter. Es gibt unterschiedlich hohe Stelzen – abhängig vom Modell.

Der Spielturm

Nicht jeder Spielturm ist gleich. Spielturm ist der Oberbegriff für die Spielgeräte, auf denen Kinder spielen, klettern, schaukeln und rutschen. Bei Klettergerüsten stehen die Kletterelemente im Vordergrund. Dazu gehören Leitern, Kletterseile- und Wände. Ein Kletterturm ist höher als ein Gerüst.

Bei vielen Spieltürmen sind Rutsche oder Schaukel schon mit dabei. Die meisten Hersteller bieten ihre Spieltürme modular an. Sie haben also die Qual der Wahl: Egal, was zu Ihrem neuen Spielturm alles dazu gehört, beachten Sie die Vorlieben und Wünsche Ihres Kindes. Gerade bei modular aufgebauten Spieltürmen können Sie später noch Teile ergänzen. So wächst der Spielturm mit Ihrem Kind mit und durch neue Elemente bleibt es spannend, damit zu spielen.

Eine Schaukel

Es muss nicht immer eine komplette Spielanlage sein. Eine Schaukel bietet ebenfalls großen Spaß. Sie haben die Wahl zwischen Einzel- oder Doppelschaukeln. Mit einer Doppelschaukel können zwei Kinder gleichzeitig um die Wette schaukeln. Zudem lassen sich die Schaukelsitze austauschen. Bringen Sie beispielsweise einen Sitz für Ihr Kleinkind an.

Schaukeln an Bäumen sind ebenfalls sehr beliebt. Wichtig ist, dass Sie den entsprechenden Ast überprüfen. Hält er das Gewicht eines Erwachsenen aus, eignet er sich für das Anbringen einer Schaukel für Kinder. Mit Manschettenhacken befestigen Sie die Schaukel an einem Ast. Ein Jute-Band schützt zudem den Ast unter den Manschettenhaken. Die ideale Asthöhe liegt bei zwei bis drei Metern.

Die Rutsche

Eine Rutsche ist für Kinder ein Highlight. Ob sie gerade sind oder wellig, Spaß ist garantiert. Oft sind Rutschen in andere Spielgeräte integriert. Haben Sie nicht genug Platz im Garten, gibt es sie auch als einzelnes Element. Rutschen aus Plastik stellen Sie einfach in Haus oder Garten auf. Es gibt bereits sehr niedrige Rutschen für Kinder ab zwei Jahren.

Eine freistehende Rutsche erreichen Kinder über eine Leiter oder Treppe. Gerade bei jüngeren Kindern sollte die Leiter über einen Handlauf verfügen. So haben sie einen sicheren Halt beim Aufstieg.

Der Sandkasten

Sandkästen gibt es in verschiedenen Varianten. Ein Sandkasten aus Holz sieht im Garten besonders schön aus. Legen Sie den Sandkasten mit Sandkastenvlies aus, dadurch vermischt sich der Sand nicht mit Erde. Mit einer Abdeckplane schützen Sie den Sand zudem vor Nässe und Tieren.

Wählen Sie einen Sandkasten mit einem Dach, ist Ihr Kind vor Sonnenstrahlen optimal geschützt. Auf einem breiten Rand finden Spielsachen und Sandkuchen ihren Platz. Außerdem können Sie sich bequem zu Ihren Kindern gesellen, ohne im Sand zu sitzen.

In Sandkästen werden Ihre Kinder zu echten Baumeistern. Damit Sandburgen, Kuchen und Co. auch halten, muss der Sand stimmen. Er muss formstabil, frei von Verschmutzungen und ohne scharfkantige Stücke sein. Sand mit einer Körnung von 0,5 bis 1,5 Millimeter ist ideal. Ein leichter Feinmehlanteil macht den Sand formbar, so stehen die Bauwerke stabil. Spielsand mit einem TÜV-Gütesiegel eignet sich besonders gut.

Hygiene ist gerade in Sandkästen sehr wichtig. Reinigen Sie den Sandkasten regelmäßig. Ist der Sandkasten nicht abgedeckt, hinterlassen Tiere gern ihr Geschäft im Sand. Darin sollten Kinder nicht spielen. Außerdem sammelt sich schnell Laub und anderer Schmutz im Sandkasten, wenn Sie keine Abdeckplane nutzen. In einem solchen Fall erneuern Sie den Sand jedes Frühjahr.

Die Kombi macht’s

Ein Abenteuerspielplatz ist für Kinder ein Traum. Erweitern Sie das Spielhaus oder den Spielturm mit weiteren Elementen. Mit der Zeit bauen Sie so eine Spiel-Oase für Ihre Kinder. Kombinieren Sie Spieltürme mit Rutschen oder Kletterwänden. Spielhäuser wirken mit angrenzenden Sandkästen einladend. Ihrer Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Wie viel Platz haben Sie zur Verfügung?

Überlegen Sie vor dem Kauf eines Spielgerätes, wie viel Platz Sie dafür haben. Haben Sie einen kleinen oder großen Garten? Wieviel Platz soll das Gerät insgesamt einnehmen? Abhängig davon wählen Sie das Spielgerät.
Egal, ob Ihr Garten groß oder klein ist: Es ist nicht mit der Grundfläche des Spielgerätes getan. Sie müssen um das Spielgerät herum ausreichend Platz einplanen – sozusagen eine Sicherheitszone. Nur so können die Kleinen unbeschwert schaukeln, rutschen und klettern, ohne dass Büsche, Hecken oder andere Hindernisse im Weg sind.

Haben Sie einen kleinen Garten, suchen Sie ein Gerät aus, das proportional zum Garten passt. Sie wollen sicherlich nicht die gesamte Rasenfläche für den Spielturm opfern. Es gibt Geräte, die aus Schaukel, Kletterleiter und Rutsche bestehen oder Spieltürme ohne weitere Anbauten. Solche Geräte nehmen wenig Grundfläche ein und wirken nicht zu erdrückend.

Haben Sie einen großen Garten, spricht nichts dagegen, Ihren Kindern ein wahres Kletterparadies mit Schaukel, Rutsche oder Kletterbrücke aufzubauen. Dabei sollten Sie allerdings auf die Vorlieben Ihres Kindes achten.

Ab welchem Alter?

Die meisten Spielgeräte werden ab drei Jahren empfohlen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Orientieren Sie sich an dieser Altersvorgabe. Ihr Kind muss sicher laufen und sich festhalten können. Für kleine Kinder wählen Sie niedrige Spielgeräte, da sie Höhen noch nicht richtig einschätzen können. Ein Sandkasten ist in dem Fall ideal. Hier kneten und bauen auch schon die ganz Kleinen fleißig. Mithilfe von Erwachsenen ist die Rutsche eine willkommene Alternative. Egal, welches Spielgerät Sie wählen, machen Sie es immer abhängig von den motorischen Fähigkeiten Ihres Kindes.

Ältere Kinder freuen sich über einen Spielturm mit Kletterwand, Seilen, Schaukel oder Rutsche. Diese Dinge fordern die Kinder heraus und sie können ihre motorischen Fähigkeiten weiter trainieren.

Hinweis: Lassen Sie Ihr Kind auf keinem Spielgerät unbeaufsichtigt spielen. Gerade kleine Kinder sollten nur mit Ihrer Hilfe rutschen, klettern und toben. So können Sie bei Unsicherheit dem Kind helfen.

Sicherheit geht vor!

Achten Sie auf eine hohe Qualität des Holzes und eine hochwertige Verarbeitung. Die „Europäische Norm für Spielzeugsicherheit“ (DIN EN 71) legt fest, was bei Spielgeräten im Privatgebrauch erlaubt ist und was nicht. Inhaltsstoffe, Verarbeitung und der gefahrenlose Umgang ist vorgegeben. Spielehersteller, die Ihre Produkte in Europa vertreiben, müssen diese Vorschriften erfüllen.

Die Norm legt zum Beispiel fest, dass

  1. jedes Spielzeug den Belastungen beim Spielen standhalten muss. Dazu muss es die erforderliche Stärke und Festigkeit besitzen.
  2. es beim Gebrauch (auch verschlucken, einatmen) durch seine Inhaltsstoffe keine gesundheitlichen Schäden verursachen darf.
  3. die Verletzungsgefahr zu minimieren ist (z. B. vermeiden von Befestigungen, Kanten oder Kabeln, an denen Kinder hängen bleiben können).

Für alle öffentlichen Spielplätze regelt die DIN EN 1176 die (sicherheits-)technischen Anforderungen an Spielgeräte. Zu öffentlichen Spielplätzen zählen die von Kommunen betriebenen, die in Kindergärten, Schulen, Wohnhausanlagen, Kaufhäusern usw. Suchen Sie Spielzeuge für diese Bereiche, müssen Sie die wesentlich strengeren Auflagen der DIN EN 1176 unbedingt beachten, sonst kann bei Verletzungen Schadensersatz von Ihnen gefordert werden.

Befestigung der Spielgeräte

Bodenanker zum Eindrehen sind stabil und können rückstandlos entfernt werden.

Bodenanker zum Eindrehen sind stabil und können rückstandlos entfernt werden.

Sie benötigen für den Aufbau Ihres neuen Spielgeräts nicht zwingend ein Fundament. Einschlaghülsen und Bodenanker zum Eindrehen reichen oft aus. Wie genau das funktioniert, lesen Sie in unserem Beitrag zum Spielturm bauen. Bei einem schweren Schaukelgerüst aus Holz und höheren Belastungen empfehlen wir, die Pfosten einzubetonieren.

Der richtige Untergrund

Der Boden unter einem Spielgerät muss bei einem Sturz abfedern und die Verletzungsgefahr minimieren. Kontrollieren Sie den Untergrund regelmäßig auf Verschmutzungen oder spitze Teile, die dort nicht hingehören. So spielen Ihre Kinder sicher. Die folgenden Materialen eignen sich für unter neue Spielgeräte:

  • Sand ist ein guter Untergrund für Schaukel, Spielturm und Co. Er federt gut ab und ist kostengünstig. Die Sandkörner sollten nicht größer als zwei Millimeter sein. Tragen Sie eine Schicht von circa 30 Zentimeter unter den Geräten auf.
  • Kies, oder besser Rollkies, eignet sich ebenfalls gut als Fallschutz. Dieser sorgt für eine hohe Sicherheit bei Stürzen aus bis zu zwei Metern Höhe. Achten Sie hierbei auf herausgetragene Steine. Kies und elektrische Gartengeräte sind keine guten Freunde.
  • Rindenmulch und Holzschnitzel federn gut und sind deshalb als Untergrund geeignet. Achten Sie beim Kauf auf den Cadmium-Wert. Der Grenzwert von 1,5 Milligramm pro Kilogramm sollte nicht überschritten werden. Beim Rindenmulch sollte der Rindenanteil besonders hoch sein. Entfernen Sie Holzspäne, die sich eingeschlichen haben, bevor Sie es auslegen.
  • Fallschutzmatten bestehen aus elastischen Gummigranulat und verrutschen nicht so schnell. Am Ende einer Rutsche, unter einer Leiter oder einem Schaukelgestell minimiert die Matte das Verletzungsrisiko.
    Ein harter Untergrund wie Beton, Teer, Asphalt oder Stein eigenen sich nicht als Untergrund für Spielgeräte. Auch Rasen bietet keinen ausreichenden Fallschutz, da er meistens nicht federt und sich Steine unter der Oberfläche befinden können.

Hinweis: Legen Sie bei Sand, Kies, Holzschnitzeln und Rindenmulch ein Unkrautvlies unter das Material. Lockern Sie Rindenmulch und Kies außerdem regelmäßig auf und entfernen Sie alles, was das Kind verletzen könnte.

Das Holz und der richtige Anstrich für Spielgeräte

Die meisten Spielgeräte bestehen aus Holz. Kiefer, Fichte und sibirische Lärche sind robust und eignen sich gut den Einsatz im Freien. Da Holz ein Naturprodukt ist, verwittert es mit der Zeit. Damit Ihre Kinder lange Freude am Spielgerät haben, ist die richtige Pflege wichtig.

Viele Modelle bestehen aus kesseldruckimprägniertem Holz. Durch seine spezielle Behandlung ist es gut vor Insekten und Pilzbefall geschützt. Ist Ihr Modell nicht kesseldruckimprägniert, imprägnieren Sie die einzelnen Elemente mit einer passenden Holzimprägnierung.

Danach versiegeln Sie das Holz mit einer Lasur oder einem Lack. Entscheiden Sie, was Ihnen besser gefällt. Bei lasierten Teilen sehen Sie die Maserung des Holzes noch deutlich. Lack überdeckt die Maserung des Holzes komplett. Setzen Sie farbliche Akzente mit Lacken und Lasuren und gestalten Sie die Spielanlage ganz individuell. Was Sie bei dem Anstrich beachten sollten, erfahren Sie in unserem Beitrag zu der richtigen Gartenhauspflege.

Bauvorschriften und Nachbarn

Beachten Sie vor dem Aufbau des Spielgeräts ein paar Dinge, vermeiden Sie Streit mit den Nachbarn.

Wohnen Sie in einem Miethaus, in dem alle Parteien den Garten nutzen, benötigen Sie von allen die Zustimmung für das Aufstellen großer Spielgeräte. Das gilt nicht nur für Spieltürme, sondern auch für Schwimmbecken oder Trampoline. Wenn Sie den Turm fest im Boden verankern oder einbetonieren, muss auch der Vermieter zustimmen.

Auf Ihrem eigenen Grundstück kann Ihnen niemand etwas vorschrieben?! Das stimmt so leider nicht.

Die Rechtsprechung ist in Bezug auf Spielgeräte im Garten uneinig. Es gibt keine deutschlandweit einheitlichen Regeln. Mal heißt es, dass die Baugrenzen zum Nachbargrundstück nicht eingehalten werden müssen, dann gibt es Urteile, die den Abbau eines grenznahen Spielgerüsts verlangen. Informieren Sie sich daher bei Ihrem zuständigen Bauamt, ob Sie bezüglich Baugrenzen und Höhe etwas beachten müssen.

Gehen Sie Nachbarschaftsstreit von vorne herein aus dem Weg. Sprechen Sie vor dem Aufbau mit Ihren direkten Nachbarn und informieren sie über Ihre Pläne. Finden sie gemeinsam Alternativen, falls die Nachbarn nicht einverstanden sind.

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