Welche Trittschalldämmung ist die Richtige?

76%
Bewertung

Trittschalldämmung gehört unter Bodenbeläge wie Laminat, Vinyl oder Parkett. Wenn diese schwimmend verlegt sind, ist eine passende Dämmung wichtig, um den Schall durch Gehen oder andere Einflüsse zu reduzieren.

Trittschall entsteht – wie der Name schon sagt – durch das Gehen auf einem Fußboden oder durch andere Einflüsse wie z. B. die Vibrationen einer laufenden Waschmaschine. Dieser Schall überträgt sich auf die umliegenden Wände und den Boden. Er ist also auch in anderen Teilen des Hauses hörbar. Daher ist eine Trittschalldämmung bei vielen Böden Pflicht.

Trittschalldämmung ist bei vielen Böden unverzichtbar

SoundFIT Unterlage

Für jeden Boden gibt es die passende Trittsschalldämmung, damit sich die Nachbarn nicht gestört fühlen und die Geräusche im Raum selbst minimiert werden.

Der Schallschutz ist ein wichtiger Bestandteil beim Bauen und unterliegt der DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“. Diese soll sicherstellen, dass Menschen in Wohn- und Arbeitsräumen vor unzumutbaren Belästigungen durch Schallübertragung geschützt sind. Sie ist eine Mindestanforderung, ABER keine Garantie für absolute Ruhe.

Die Norm gilt nur für Neubauten. Besitzer von Altbauten haben derzeit noch keine Pflicht, den Schallschutz nachzurüsten. Wir empfehlen allerdings, eine geeignete Dämmung unter neu verlegten Böden zu verwenden. Schließlich wollen Sie nicht jeden Schritt in der gesamten Wohnung hören.

Nicht verklebte Bodenbeläge federn bei jedem Schritt leicht mit. Sie wirken wie Resonanzkörper und verstärken den Trittschall durch die Übertragung auf den darunterliegenden Estrich. Deshalb können Nachbarn unter Ihnen jeden Schritt hören. Und je nach baulicher Situation auch die Nachbarn über Ihnen, denn der Schall kann sich auch über die Wände übertragen. Eine dämmende Unterlage unter Ihrem neuen Boden kann das minimieren.

Fühlen sich die Nachbarn gestört und Sie haben unter Ihrem Boden keine Trittschalldämmung, müssen Sie im schlimmsten Fall nachrüsten. Je nach Zuständigkeit für den Bodenbelag muss der Mieter oder Eigentümer ran. Das ist mühsam und teuer. In der Regel müssen Sie zum Nachrüsten der Dämmung den vorhandenen Boden komplett entfernen. Planen Sie daher besser vorm Verlegen die richtige Trittschalldämmung ein.

Unterschied zwischen Trittschall und Gehschall

Es gibt einen Unterschied zwischen Trittschall und Gehschall: Trittschall bezeichnet den in anderen Räumen wahrgenommenen Schall. Gehschall hingegen bezeichnet das im Raum entstehende Geräusch. Eine gute Trittschalldämmung kann auch den Gehschall um bis zu 30 Prozent senken. Sie sorgt somit auch im Raum selbst für weniger Geräusche.

So verlegen Sie Parkett auf einer Fußbodenheizung

Foto: REDPIXEL / Fotolia

Eine gute Trittschall- und eine gute Gehschalldämmung gehen nicht immer Hand in Hand: Eine Trittschalldämmung aus Holzfasern dämmt zwar den Trittschall um 19 dB, reduziert den Gehschall aber nur um 3 Prozent. Einige Trittschalldämmungen aus Schwerschaum senken den Trittschall um 18 dB und den Gehschall um über 30 Prozent. Ein Vergleich der einzelnen Werte lohnt also auf jeden Fall.

Welche Arten von Trittschalldämmung gibt es?

Sie können bei den dämmenden Unterlagen aus unterschiedlichen Materialien wählen. Wir stellen Ihnen die gängigsten vor und zeigen, für welchen Bodenbelag sie geeignet sind.

Kunststoff

Trittschalldämmung aus Kunststoff ist unter mehreren Bezeichnungen und mit unterschiedlichen Eigenschaften im Handel erhältlich.

Trittschalldämmungen aus Schwer- oder Leichtschaum sind mit oder ohne integrierter Dampfbremse erhältlich. Sie sind meist für das Verlegen über einer Fußbodenheizung geeignet. Schwerschäume können Sie grundsätzlich unter allen Böden verlegen. Die einzelnen Ausführungen unterscheiden sich aber in Stärke und Dämmleistung. Während harte Böden wie Laminat eine dickere Dämmung benötigen, reicht bei den leiseren Vinyl- und Designböden eine dünne Trittschalldämmung aus. Die Preise variieren je nach Material und Stärke zwischen einem und zehn Euro pro Quadratmeter.

Achtung: Trittschalldämmung aus PE ist nicht zu verwechseln mit der PE-Folie, die als reine Dampfsperre eingesetzt wird. Achten Sie hier also auf die Empfehlungen des Herstellers oder fragen Sie unsere Fachberater

Kork

Kork ist auch unter Parkett eine beliebte Trittschalldämmung.

Kork ist auch unter Parkett eine beliebte Trittschalldämmung.

Trittschalldämmung aus Kork ist in Form von Korkplatten oder als Rollenkork erhältlich. Kork ist ein Naturprodukt. Er wird aus der nachwachsenden Rinde der Korkeiche gewonnen und ist recycelbar. Neben den trittschalldämmenden Eigenschaften ist Kork für seine hervorragende Wärmedämmung bekannt. Unzählige, in das Material eingeschlossene Luftkammern federn Trittgeräusche ab und sorgen für die gute Isolierung. Aufgrund der starken Dämmleistung ist Kork nicht immer auf einer Fußbodenheizung möglich. Am besten besprechen Sie Ihre individuelle Situation mit einem Fachmann. Es gibt Kork-Trittschalldämmung bereits ab rund 3,50 Euro pro Quadratmeter.

Holzfaser

Holzfaserplatten eignen sich ebenfalls gut zur Trittschalldämmung. Dafür wird entrindetes Restholz zu feinen Holzfasern zerrieben, erhitzt und zu Platten gepresst. Holzeigene Harze dienen als Klebstoff. Es sind also keine weiteren Zusätze nötig. Zum Schutz vor Fäulnis verwenden die Hersteller Ammoniumsulfat. Zusätzlich zur guten Schalldämmung haben diese Platten eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und wirken feuchtigkeitsregulierend. Der Wärmedurchlasswiderstand unterscheidet sich je nach Hersteller. Prüfen Sie diesen individuell vor dem Verlegen auf einer Fußbodenheizung. Holzfaserplatten erhalten Sie ab 4 Euro pro Quadratmeter.

Exkurs: PE-Folie
PE-Folie ist KEINE Trittschalldämmung. Wir erwähnen sie, um Missverständnisse auszuschließen. Wenn Sie Boden auf Estrich oder Spachtelmasse verlegen, ist laut VOB DIN 18365 eine Dampfbremse notwendig. Hierzu verlegen Sie eine feuchtigkeitshemmende Folie unter der Trittschalldämmung. Beachten Sie beim Kauf der Trittschalldämmung, ob diese bereits mit einer Dampfsperre ausgestattet ist oder ob Sie die PE-Folie zusätzlich verlegen müssen.

Welche Trittschalldämmung für welchen Boden?

Parkett

Für das Verlegen unter Parkett ist fast jede Trittschalldämmung geeignet. Berücksichtigen Sie, ob eine Fußbodenheizung vorhanden ist. Spezielle Dämmungen aus Schwerschaum wurden genau für diesen Fall entwickelt und haben geringe Wärmedurchlasswiderstände bei gutem Schallschutz. Wenn Sie unsicher sind, helfen unsere Fachberater gern.

Laminat

Laminat ist vergleichsweise hart und überträgt Trittschall daher sehr intensiv. Eine ausreichende Trittschalldämmung ist also besonders wichtig, da es sonst zu Lärmbelästigung kommen kann. Ohne Fußbodenheizung sind alle Dämmungen möglich. Sollten Sie eine Fußbodenheizung haben, erklären wir weiter unten im Beitrag, was genau Sie bei der Auswahl der Trittschalldämmung beachten sollten. Allgemein empfehlen wir bei Laminat die Schwerschaumdämmungen mit hohen Trittschall-Verbesserungen.

Vinylboden

Vinyl ist im Gegensatz zu Laminat ein eher weiches Material und überträgt Trittschall weniger stark. Für Vinylböden ist eine dünne Dämmung notwendig. Es gibt spezielle Unterlagen für Vinyl- und Designböden, die perfekt auf die Anforderungen des Bodens angepasst sind. Der ohnehin dünne Boden hat durch die dünne Trittschalldämmung nur eine geringe Aufbauhöhe.

Achtung: Gerade beim Klick-Vinyl gibt es mittlerweile auch härtere Bodenbeläge. Achten Sie daher beim Bodenkauf immer auf die Herstellerangaben bezüglich der Trittschalldämmung oder lassen Sie sich individuell beraten.

Sonderfall Fußbodenheizung

Beim Verlegen auf einer Fußbodenheizung ist der Wärmedurchlasswiderstand der Trittschalldämmung ausschlaggebend. Um die nötige Wärmeleitung zu garantieren, darf der Wärmedurchlasswiderstand insgesamt nicht höher sein als 0,15 m²K/W. Es zählt der Widerstand des gesamten Bodenaufbaus. Sie müssen also die Werte von Trittschalldämmung und Fußbodenbelag addieren.

Ein Laminat mit einem Wärmedurchlasswiderstand von 0,06 m²K/W und eine Dämmung mit einem Wert von 0,01 m²K/W ergeben einen kombinierten Wärmedurchlasswiderstand von 0,07 m²K/W. Das eignet sich für das Verlegen auf Fußbodenheizung. Dämmung aus Holzfaser hat mit 0,11 m²K/W einen hohen Wärmedurchlasswiderstand und ist daher nur bedingt geeignet. Zusammen mit einem Fußboden kann der Wert des Wärmedurchlasswiderstands leicht über 0,15 m²K/W liegen.

Generell gilt: Je geringer der m²K/W-Wert, desto besser wird die Wärme der Fußbodenheizung über den Bodenbelag geleitet.

Übersicht

Art Leichtschaum Schwerschaum Kork Holzfaser
Geeignet für Parkett, Laminat, Vinyl, Designböden Parkett, Laminat, Vinyl, Designböden Parkett, Laminat Parkett, Laminat
Dämmung in dB 16 dB 15 – 22 dB 17 dB  19 dB
Gehschallreduzierung in % 1 % 10 – 44 % 3% 3%
erhältlich als Rollenware Rollenware/ Platten Rollenware/ Platten Platten
mit Dampfsperre erhältlich? Ja Ja Nein Nein
Wärmedurchlasswiderstand 0,01- 0,063 m²K/W unterschiedlich 0,042 m²K/W 0,11 m²K/W
geeignet für Fußbodenheizung? Ja unterschiedlich nur bedingt Nein
100% recycelbar? Nein Nein Ja
Ja
Kosten ab 1 €/m² ab 2,79 €/m² ab 3,50 €/m² ab 4 €/m²

Hier finden Sie die passende Trittschalldämmung »

Beitrag von

Avatar

Ihr Profi für Holzböden

Casando 2021-12-15
Bewertung

209 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar


Alle Kommentare (209)

  1. Avatar DANZA zentrum vor 3 Monaten

    Guten Tag
    Ich möchte sie anfragen, ob sie Trittschalldämmung bis 20-23db haben?
    Könnten sie mir eine Offerte machen wie teuer der m2 Preis ist und wie die Lieferzeiten sind?
    Brauche 120m2
    Danke vielmals
    Freundliche Grüsse
    Mariella Farré

    • Avatar Vera Stiefelhagen vor 3 Monaten

      Hallo Frau Farré,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. Unter https://www.casando.de/holzboeden-zubehoer-trittschalldaemmung/ finden Sie die von uns angebotene Trittschalldämmung. Sie können dort nach der benötigen Db-Reduzierung filtern. Beachten Sie aber bitte, dass nicht jede Trittschalldämmung unter jedem Bodenbelad verlegt werden kann.
      Sie können sich gern von unseren Fachberatern unter 02266 4735610 beraten lassen.

      Viele Grüße
      Vera

  2. Hallo,

    ich habe eine Frage, wir haben von Ihnen Parkett gekauft, nun fehlt uns noch die passende Trittschalldämmung. Der Untergrund besteht aus Holz (ähnelt Kork) welche Dämmung empfehlen Sie ?

    LG V.

    • Avatar Vera Stiefelhagen vor 11 Monaten

      Hallo V.A.,

      sollte der Untergrund fest sein, können Sie eigentlich fast jede Trittschalldämmung nutzen.
      Aber am besten kontaktieren Sie Ihren Fachberater, um die genauen Begebenheiten zu besprechen.

      Sie erreichen unsere Fachberater unter 02266 4735610.

      Viele Grüße
      Vera

  3. Avatar Torsten Günther vor 11 Monaten

    Hallo Casando,

    frohes neues Jahr.
    Ich habe bei Ihnen HARO Parkett 4000 Raucheiche invisible Universal strukturiert Landhausdiele
    und dazu HARO Dämmunterlage SilentPro DS 3,0mm gekauft und auch bereits in den Wohnräumen verlegt. Auf dem Dachboden wollte ich jetzt weitermachen – dort ist der alte Teppich „massiv“ verklebt. Frage> Kann ich den alten Teppichboden liegen lassen und darauf Trittschall + Parkett verlegen oder sollte der alte Teppichboden auf jeden Fall raus?

    Danke und Gruss, Torsten

    • Avatar Vera Stiefelhagen vor 11 Monaten

      Hallo Herr Günther,

      vielen Dank für Ihre Frage.
      Sie müssen den alten Teppich entfernen, auch wenn er verklebt ist. Zum einen ist der Teppich ein zu weicher Untergrund, so dass auf Dauer die Verbindungen der einzelnen Parkettdielen beschädigt werden können, weil der Teppich nachgibt. Zum anderen kann sich darin Schimmel bilden.
      Wenn Sie den Teppich vor dem Verlegen nicht entfernen, verlieren Sie die Herstellergarantie des Bodens. Deswegen raten wir immer davon ab, Böden wie Parkett, Laminat und Vinyl auf Teppich zu verlegen.

      Falls Sie noch genauere Fragen dazu haben, helfen unsere Fachberater unter 02266 4735610 gern weiter.
      Viele Grüße
      Vera

  4. Avatar B. Scherfer vor 1 Jahr

    Ich bin Mieter, habe Laminat vom Vormieter übernommen, und es finden wohl massive Belästigungen in der Wohnung unter mir statt, ohne das ich irgendetwas besonderes mache.

    Welche Fachmänner kann ich ansprechen um die Ursache zu erkennen und ggfl. nachzubessern?

    Und: was halten Sie von dem Tipp dicke Teppiche (Läufer) AUF das Laminat zu legen um kurzfristige Ruhe herzustellen?

    Ich wohne in Köln. Danke

    • Avatar Linda Smart vor 1 Jahr

      Hallo B. Scherfer,

      vielen Dank für Ihre Frage.

      Ein Läufer oder ein dicker Teppich kann die Lärmbelästigung sicher mindern. Wegen Ihres Laminatbodens sollten Sie einen gelernten Bodenleger zurate ziehen. Hier müsste die Dämmung geprüft und ggf. getauscht werden, wenn der Boden nochmals aufgenommen werden kann. Es kann mehrere Gründe geben, wieso es zu einer massiven Lärmbelästigung kommt. Sind alle Bauteile wie Boden, Wand usw. isoliert, sodass eine Schallübertragung gemindert wird? Ebenfalls kann bspw. das Schuhwerk dafür verantwortlich sein, dass Ihre Nachbarn den Schall deutlich wahrnehmen. Schuhe mit einer harten Sohle führen zu einem hohen Schallaufkommen.

      Ein Bodenleger sollte sich die Gegebenheiten bei Ihnen zu Hause einmal anschauen.

      Viele Grüße
      Linda

  5. Avatar EddyS vor 1 Jahr

    Hallo Casando, wir haben uns fast für einen Bodenbelag mit HDF-Platte von Wicanders entschieden. Mir macht nur die lt. eurem Datenblatt „geringe“ Trittschalldämmung sorgen. Obwohl der Boden 9mm dick ist beträgt diese nur 16db, während fast jede zusätzliche Trittschalldämmung aus dem Baumarkt die für Vinylböden geeignet ist angeblich schon 18 bis 22db Reduzierung bietet. Versuche ich da Äpfel mit Birnen zu vergleichen oder wie sind diese Werte zu verstehen? Oder könnte man so eine 1,5mm dicke Dämmmatte zusätzlich unter diesen Vinylboden legen?

    • Avatar Linda Smart vor 1 Jahr

      Hallo Eddy,

      der Unterschied zwischen den 16 und 18-22 dB macht von der Wahrnehmung her nur einen geringen Unterschied aus. Wenn Sie sich selbst an den Schrittgeräuschen nicht stören und überwiegend Hausschuhe tragen, dann ist die „beste“ Dämmung nicht zwingend notwendig.

      Haben Sie eine große Familie mit vielen Kindern, die lebhaft sind und es wohnen mehrere Parteien im Haus, dann sollte man das optimale aus allen Materialien rausholen, aber auch dann wird man immer noch einiges hören. Das Unterlegen einer weiteren Dämmung ist technisch möglich, aber wir raten davon ab, da Sie dann die Gewährleistung des Herstellers verlieren.

      Viele Grüße
      Linda

  6. Avatar Öner vor 1 Jahr

    Hallo,

    Wir haben eine Fußbodenheizung nur die Höhe zu den Fliesen beträgt 15 mm. Das Vinyl hat eine Höhe von 5 mm mit trittschal.

    Können Sie mir weiter helfen wie ich die restlichen 10 mm abdecke.

    Mfg Keskin

1 9 10 11