Trockenresistente Pflanzen – pflegeleicht und geeignet für heiße Sommer

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Die Sommer werden immer heißer und das macht vielen Pflanzen zu schaffen. Sie möchten keine Hunderte Euro für die Wasserrechnung und zu viel Zeit investieren? Trockenresistente Pflanzen sind die Lösung. Diese vertragen Hitze gut und benötigen kaum Wasser zum Überleben. Lesen Sie hier, welche Pflanzen sich für trockene und heiße Standorte eignen und wie Sie Pflanzen richtig gießen, die mehr Feuchtigkeit benötigen.

Geeignete trockenresistente Pflanzen

Bunte Blumen lassen jedes Gärtnerherz höher schlagen. Damit Sie auch in heißen Sommern Freude an der Blütenpracht haben, ist die Pflanzenwahl besonders wichtig. Pflanzen, die die Sonne lieben, stammen beispielsweise aus dem Mittelmeerraum, der Wüste oder der Savanne. Durch ihr natürliches Umfeld haben sich an die herausfordernden Situationen angepasst. Wenig Niederschlag gepaart mit hohen Temperaturen und Wind sind daher für trockenresistente Pflanzen auch bei uns kein Problem.

Stauden

Ein Staudenbeet eignet sich gut für vollsonnige Standorte. Es gibt eine große Sortenvielfalt, so haben Sie eine gute Auswahl an Stauden, die den Sommer unbeschadet überstehen. Viele Stauden mögen sandige Böden und warme Temperaturen und sind daher perfekt für einen trockenen Garten.

Info: Stauden sind mehrjährige Pflanzen. Das bedeutet, dass sie mehrere Jahre an einem Standort überdauern. Sie müssen sie nicht, wie andere Sommerblumen, jedes Jahr neu sähen beziehungsweise anpflanzen.

Beispiele für sonnenhungrige Stauden

  • Der Bartfaden (Penstemon) liebt sonnige und warme Standorte, ihm macht aber auch Halbschatten nichts aus. Je nach Sorte wird der Bartfaden bis zu 80 Zentimeter hoch und besticht mit weißen, rosa, violetten oder roten Blüten.
  • Der Sonnenhut (Rudbeckia) besitzt leuchtend gelbe Strahlenblüten und bevorzugt einen vollsonnigen Platz und einen durchlässigen Boden.
  • Der Scheinsonnenhut (Ecchinacea) kann bis zu 150 Zentimeter hoch werden. Je nach Sorte variieren die Blüten von einem dezenten Weiß bis hin zu Rosa.
  • Die Nachtkerze (Oenothera) mag es am liebsten sonnig und der Boden sollte trocken bis mäßig trocken sein. Ihre gelben Blüten öffnen sich nachts, woraufhin sie einen angenehmen Duft versprühen.
  • Der Türkische Mohn (Papaver orientale) ist eine farbenfrohe Staude, die es besonders sonnig mag und einen sandigen Boden bevorzugt. Die Blütenfarben reichen von einem zarten Pasellrosa bis hin zu einem knalligem Rot.

 

Sukkulenten

Sukkulenten, wie die Fetthenne oder die Mittagsblume, macht die Trockenheit nichts aus. Sie gehören ebenfalls zu den Stauden und speichern Wasser in den Blättern und kommen eine lange Zeit ohne Wasser aus. Auf sandigen und wasserdurchlässigen Böden fühlen Sie sich besonders wohl.

Verschönern Sie beispielsweise Ihre Mauer mit den Pflanzen. Denn Sukkulenten sind sehr genügsam und benötigen weder viel Wasser noch viel Erde, um zu gedeihen.

Die Mittagsblume ist eine Sukkulente, die in vielen Farben strahlt.

Die Mittagsblume strahlt in vielen verschiedenen Farben. Foto: Annette Meyer/pixabay

Sträucher

Es gibt auch Gräser und Sträucher, die sonnenhungrig sind. Mit den Gräsern lockern Sie das Gesamtbild im Beet auf, aber sie sehen auch einzeln sehr ansprechend aus. Beispiele hierfür sind der Blau-Schwingel (Festuca cinerea), Atlas-Schwingel (Festuca mairei) oder das Riesen Federgras (Stipa gigantea).

Hinweis: Der Verpackung der Pflanzensamen entnehmen Sie, unter welchen Bedingungen sie am besten gedeihen.

Merkmale für trockenresistente Pflanzen

An den Blättern der Pflanzen erkennen Sie häufig, ob sie heiße Sommer überstehen.

  • Von Pflanzen mit kleinen Blättern verdunstet weniger Wasser aufgrund der geringen Oberfläche.
  • Sind die Blätter mit Haaren bedeckt, auch Flaum genannt, schützen sie die Pflanzen vor Austrocknung.
  • Silberne oder gräuliche Blätter reflektieren Sonnenlicht, dadurch heizen sie nicht so schnell auf.
  • Sukkulenten, auch Dickblatt-Gewächse genannt, besitzen fleischig dicke Blätter und speichern Wasser.
  • Lange und starke Wurzeln sind ebenfalls vorteilhaft. Denn sie reichen auch an tiefliegendes Wasser im Boden.

Planung ist das A und O

Jede Pflanze hat andere Bedürfnisse. Um dem gerecht zu werden, planen Sie genau, wie Sie Ihr Beet anlegen. Manche Pflanzen lieben zwar die Wärme, benötigen aber dennoch Schatten. Anderen Pflanzen macht die Sonne nichts aus. Beobachten Sie daher die Lichtverhältnisse in Ihrem Beet und entscheiden dann, wo Sie welche Pflanzen platzieren. Es gibt genug Pflanzen, die viel Sonne lieben. Andere Pflanzen bevorzugen Halbschatten oder Schatten. Wählen Sie also Ihre Beetbepflanzung nach den Vorlieben zu Sonne und Schatten aus. Finden Sie keinen schattigen Platz in Ihrem Beet, können Sie nachhelfen. Pflanzen Sie geeignete Büsche, Sträucher oder Bäume als Schattenspender. Ist das zu viel Aufwand für Sie, greifen Sie auf sonnenliebende Pflanzen zurück.

Der richtige Boden für trockenresistente Pflanzen

Rindenmulch und Frühlingsblume

Schützen Sie den Boden mit Mulch vor Austrocknung und Temperaturschwank-ungen. Foto: katlinwagner/pixabay

Bereiten Sie auch den Boden auf die Pflanzen vor. Trockenresistente Pflanzen kommen nicht mit zu viel Wasser und Feuchtigkeit zurecht. Daher sind vor allem sandige, wasserdurchlässige Böden gut geeignet. Ist der Boden in Ihren Beeten nicht sandig und Sie möchten trotzdem trockenresistente Pflanzen anbauen? Helfen Sie etwas nach. Sehr feuchte oder lehmige Böden können Sie mit einer Drainage versehen. Diese leitet das Wasser gezielt ab. Lassen Sie sich in dem Fall am besten von einem Profi beraten. Es besteht auch die Möglichkeit, den Boden mit Sand oder Splitt anzureichern und dadurch abzumagern. Das minimiert das Risiko von Staunässe ebenfalls.

Darüber hinaus sollten Sie die Böden immer mal wieder mit einer Hacke lockern. Denn fehlender Sauerstoff bei zu dichten Böden und Staunässe können zu (Wurzel-)Fäule führen. Nachdem Sie Ihr Beet bepflanzt haben, können Sie es mit einer ca. 5 cm Schicht an Mulch oder Kies bedecken. Das verhindert das Sprießen von Unkraut, schützt das Beet vor Austrocknung und gleicht Temperaturunterschiede aus. Mulch bewahrt die Pflanzenwurzeln im Sommer vor zu heißen und im Winter vor zu kalten Temperaturen.

Trockenresistente Pflanzen auf Terrasse und Balkon

Haben Sie einen Balkon oder eine Terrasse und möchten dort auf trockenresistente Pflanzen zurückgreifen? Das ist kein Problem. Auch in Hochbeeten, Pflanzkübeln und Blumenkästen machen sie eine gute Figur. Durch die einzelnen Schichten in Hochbeeten sorgen Sie dafür, dass eine gute Belüftung gewährleistet ist und sich keine Staunässe bildet. Lesen Sie in unserem Ratgeber mehr dazu, wie Sie ein Hochbeet anlegen.

Wie im Beet auch sind Pflanzen, die wenig Wasser benötigen, besonders gut für die Kästen geeignet. So sparen Sie sich tägliches Gießen. Auch das Material der Blumentöpfe und Co. ist entscheidend: Kunststoff beispielsweise heizt sich langsamer auf und speichert weniger Wärme als Ton- oder Terrakotta-Kübel, was Ihren Pflanzen zugutekommt.

Pflanzen richtig bewässern

Sie mögen die typischen trockenresistenten Pflanzen nicht?

Zum Glück gibt es eine riesige Auswahl an anderen Pflanzen für jeden Geschmack. Wählen Sie also Pflanzen, die feuchte Böden lieben, ist das richtige Gießen im Sommer sehr wichtig. Auch hier müssen Sie darauf achten, welche Bedürfnisse die Pflanzen haben. Um Ihren Geldbeutel zu schonen, greifen Sie auf Regenwasser zurück. In einer Regentonne sammeln Sie das Wasser und nutzen es bei Bedarf. Der Vorteil von Regenwasser: Es ist nicht zu kalt. Denn Pflanzen mögen keine plötzlichen Temperaturunterschiede. Darüber hinaus ist der pH-Wert des Wassers niedriger und es sind weniger Kalk und keimtötende Zusätze enthalten, die den Pflanzen schaden können. Ein zu hoher pH-Wert und zu viel Kalk sorgen dafür, dass wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Kupfer und Zink nicht mehr von den Pflanzen aufgenommen werden können. Diese brauchen sie allerdings, um zu gedeihen und zu wachsen.

Die richtige Uhrzeit ist entscheidend für das Gießen. Am besten bewässern Sie Ihre Pflanzen so früh wie möglich oder spät abends. Wenn es im Laufe des Tages wärmer wird, verdunstet das Wasser zu schnell. Achten Sie außerdem beim Gießen darauf, dass Sie nicht die Blätter und Blüten bewässern. Sonst kann es zu einem Sonnenbrand kommen.

Info: Sind die Blätter oder die Blüten einer Pflanze nass, heizen sich die Bereiche besonders schnell auf. Das Wasser funktioniert in dem Fall ähnlich wie eine Lupe, wodurch Schäden oder der sogenannte Sonnenbrand entsteht.

Außerdem verringern Sie durch das Bewässern des Wurzelbereichs das Risiko von Pilzbefall. Denn Pilzkrankheiten übertragen sich durch das Wasser besonders schnell auf die empfindlichen Pflanzenblüten und -blätter.

Grundsätzlich gilt: Bewässern Sie Ihre Pflanzen lieber durchdringend und dafür nicht so häufig. So gelangt genug Wasser bis zu den Wurzeln. Gießen Sie täglich und dafür nur oberflächlich, kann sehr viel Wasser verdunsten und die Pflanzen bleiben durstig.

Gießkanne, Wasserschlauch und Co.

Um Ihre Pflanzen zu gießen, stehen Ihnen viele Hilfsmittel zur Verfügung. Angefangen von der klassischen Gießkanne bis hin zu automatischen Bewässerungssystemen:

  1. Die Gießkanne eignet sich besonders für Zimmer- und Topfpflanzen; für ein großes Beet allerdings weniger. Erstens können Sie die Menge an Wasser nicht so gut regulieren. Zweitens kann das Tragen einer Gießkanne sehr in die Arme gehen, wenn Sie eine große Fläche bewässern möchten. Darüber hinaus laufen Sie oft hin und her, um die Kanne wieder zu befüllen.
  2. Der Gartenschlauch ist bei Hobbygärtnern eine beliebte Alternative zur Gießkanne. Der Schlauch ist leicht zu handhaben und Sie kommen auch an die hinteren Pflanzen im Beet besser ran. Mithilfe eines Ventils regulieren Sie die Wassermenge – so verbrauchen Sie nicht unnötig viel. Als Ergänzung zum Wasserschlauch gibt es praktisches Zubehör wie Sprühaufsätze, Schlauchwagen oder Gießstäbe. Zudem können Sie einen Gartenschlauch an die Regentonne anschließen, was besonders praktisch ist.

    Sprühaufsatz für den Wasserschlauch. Foto: Manfred Richter/pixabay

    Mit einem Sprühaufsatz für den Wasserschlauch können Sie Wasser sparen. Foto: Manfred Richter/pixabay

  3. Sie haben nicht so viel Zeit für die Pflanzenpflege? Dann ist ein Bewässerungsschlauch, auch Perl- oder Tropfschlauch genannt, ideal. Das ist eine besonders wirkungsvolle und Wassersparende Art, um Ihre Pflanzen zu bewässern. Dieser Schlauch liegt direkt auf dem Boden. Er hat viele feine Löcher, über die das Wasser zu Ihren Pflanzen gelangt. Anders als beim Gartenschlauch verdunstet auf diese Weise nicht so viel Wasser. Außerdem bieten Hersteller unterschiedliche Längen an. Es gibt auch Modelle, die Sie unterirdisch anbringen können. Dadurch ist das Gießen besonders effizient, da das Wasser schneller an die Wurzeln gelangt. Für Rasenflächen eignen sich Rasensprenger und Sprinkler Möchten Sie Regenwasser nutzen? Es gibt sowohl Bewässerungsschläuche als auch Rasensprenger, die Sie an Ihre Regentonne anschließen können.

Bewässerung clever planen

Besonders praktisch ist es, wenn Sie zwischen Wasserquelle und Schlauch eine Zeitschaltuhr oder einen Bewässerungscomputer installieren. So legen Sie fest, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit gegossen werden soll. Mit dem Computer steuern Sie das Bewässern noch genauer. Sie können neben der Bewässerungszeit die genaue Wassermenge und den Wasserdruck planen.

Genießen Sie den Sommer in vollen Zügen. Egal, ob im Garten, der Terrasse oder auf dem Balkon: Mit geeigneten trockenresistenten Pflanzen und der richtigen Bewässerung schaffen Sie sich Ihre eigene Wohlfühloase mit wenig Aufwand.

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Ihr Profi für Garten & Freizeit

Casando 2020-03-19

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