Oberflächen und Profile von WPC-Dielen

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Das Angebot ist bereits groß, und es wächst weiter: Terrassendielen aus WPC (Wood Plastic Composites) bzw. BPC (Bamboo Plastic Composites) gibt es in den verschiedensten Varianten. Die verfügbaren Oberflächen und Profile von WPC-Dielen sind vielseitig. Neben Breite und Höhe unterscheiden sich die Dielen sowohl optisch als auch in Aufbau und Material voneinander, zum Teil auch in der Verlegung. Diese Eigenschaften beeinflussen maßgeblich den Preis, die Lebenserwartung und den empfohlenen Anwendungsbereich.

Oberfläche, Größe und Profil können je nach Hersteller sehr stark variieren

Oberfläche, Größe und Profil können je nach Hersteller sehr stark variieren.

Um Ihnen einen Überblick der unterschiedlichen Varianten und Ausführungen zu verschaffen, haben wir eine Auswahl an Dielen miteinander verglichen. Bei den insgesamt acht Dielenvarianten von sechs unterschiedlichen Herstellern handelt es sich um folgende Terrassendielen (die Reihenfolge orientiert sich an der nebenstehenden Grafik; v. l. n. r.):

Die Draufsicht ermöglicht anhand der Muster einen guten Eindruck der Dielenoberflächen

Die Draufsicht ermöglicht anhand der Muster einen guten Eindruck der Dielenoberflächen.

Haptik und Optik

Man unterscheidet grundsätzlich drei Arten der Oberflächenbehandlung: unbehandelt, angeraut und versiegelt. WPC-Dielen mit unbehandelten Oberflächen (in unserer Auswahl: Kovalex, UPM) reflektieren im Vergleich zu Dielen, deren Oberfläche angeraut wurde (wie die Dielen von HORI, Lignodur, megawood), stärker und wirken daher weniger natürlich. Letzteres lässt sich auch für die ummantelte Diele von Habod sagen, wobei hierfür auch die Farbgebung ausschlaggebend ist. Der Eindruck bestätigt sich auch mit Blick auf die Haptik: angeraute Oberflächen kommen dem Vorbild Echtholz näher als die unbehandelten Varianten. Bei diesen ist der Kunststoffanteil ausschlaggebend dafür, wie sich die Dielen anfühlen.

Die Terrassendielen können auf unterschiedliche Weise bearbeitet sein, sodass verschiedene Oberflächenstrukturen entstehen. Neben glatt gebürsteten, fein oder grob geriffelten und holzähnlichen Oberflächen finden Sie z. B. bei den terrafina Terrassendielen mit dem „Schiffsboden“ ein aufwendigeres Design, dessen Wirkung sich erst in der Fläche richtig entfaltet und der gesamten Terrasse einen individuellen Charakter verleiht.

Die Oberflächenstruktur der megawood-Diele (l.) im Vergleich zu jener von HORI (r.).

Die Oberflächenstruktur der megawood-Diele (l.) im Vergleich zu jener von HORI (r.).

Material

Wie bei Optik und Haptik gibt es auch beim Material Unterschiede: Die meisten Dielen bestehen hauptsächlich aus Holz, Kunststoff und Additiven. Hierbei variiert das Verhältnis von Holz- und Kunststoffanteil je nach Hersteller. Die Dielen von UPM beispielsweise enthalten keinerlei Holzbestandteile. Der Hersteller verwendet anstelle von Holzmehl Papier, das als Überschuss aus der Produktion von selbstklebenden Etiketten anfällt. Daraus ergibt sich der optische Eindruck der Dielen, der sehr stark durch den Kunststoffanteil des Materials geprägt ist. Aufgrund der speziellen Zusammensetzung sind diese Dielen viel unempfindlicher gegenüber Verschmutzung, leicht zu reinigen und sehr robust.

Ummantelte Dielen sind ebenfalls sehr unempfindlich und robust. Allerdings sind diese Dielen auf dem deutschen Markt eher selten. Hintergrund ist, dass die Oberfläche ausschließlich aus Kunststoff besteht und sich die Optik stark von echtem Holz unterscheidet. Während beispielsweise in den USA gerade diese Optik sehr gefragt ist, ist die Nachfrage in Deutschland momentan eher gering – wenn auch steigend.

Profil

Beim Profil unterscheidet man zwischen Vollprofil, also massiven Dielen einerseits und Hohlkammersystemen andererseits. Dielen mit Hohlkammersystemen sind prinzipiell günstiger als solche mit Vollprofil, es gibt Sie beispielsweise schon ab etwa 3,- bis 4,- Euro pro laufendem Meter. Doch wir raten Ihnen, sich bei Ihrer Planung nicht allein auf den Preis der einzelnen Diele zu verlassen und Ihre Kaufentscheidung nicht nur hieran festzumachen. Denn für die gesamte Terrasse benötigen Sie immer auch eine geeignete Unterkonstruktion, deren Abstände in Abhängigkeit zur gewählten Diele stehen. Meist müssen die Abstände bei den weniger schweren Hohlkammerdielen geringer sein als bei Dielen mit Vollprofil, wodurch hier höhere Kosten entstehen können. Terrassen mit Hohlkammerdielen benötigen außerdem Abschluss- bzw. Winkelprofile, die bei massiven Dielen optional sind. Gerade bei größeren Terrassen machen sich diese Aspekte im Preis bemerkbar.

Oben: Ummantelte Diele, innen geschäumt. Darunter: Massivdiele und Diele mit Hohlkammern, beide gebürstet.

Oben: Ummantelte Diele, innen geschäumt. Darunter: Massivdiele und Diele mit Hohlkammern, beide gebürstet.

Hohlkammerdielen sind grundsätzlich stabil, sofern sie korrekt verlegt sind. Doch im direkten Vergleich haben die Massivdielen Vorteile. Dielen mit Hohlkammern sind vergleichsweise weniger formstabil und müssen (bis auf wenige Ausnahmen) zwingend mit Gefälle verlegt werden. Denn in den Hohlräumen kann sich Kondenswasser sammeln. Wenn dieses nicht abfließen kann und z. B. im Winter gefriert, kann das die Dielen beschädigen. Auch grundsätzlich ist die Wasseraufnahme erhöht. Denn die Hohlkammerdielen besitzen gegenüber Massivdielen eine doppelt so große Oberfläche.

Hohlkammerdielen sind grundsätzlich nicht für die Verlegung in feuchten Gebieten geeignet, etwa um einen Pool herum. Allerdings heißt das im Umkehrschluss nicht, dass jede Diele mit Massivprofil verlegt werden kann. Entscheidend sind immer die Oberflächenbehandlung sowie das Material der Dielen. Beachten Sie daher unbedingt die Herstellerangaben und informieren Sie sich ggf. bei unseren Fachberatern.

Auch bei der Langlebigkeit zeigen sich Unterschiede: Während Dielen mit Hohlkammersystemen bei korrekter Verlegung etwa 6 bis 10 Jahre halten, müssen Massivdielen erst nach zirka 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden. Beachten Sie aber, dass es sich hierbei um Richtwerte handelt und die Haltbarkeit abhängig von unterschiedlichen Faktoren wie Belastung und Witterungseinflüssen ist.

Unsere Empfehlungen

Wir geben Ihnen abschließend unsere Empfehlungen an die Hand, bei denen wir anhand der Oberflächen und Profile von WPC-Dielen eine recht grobe Unterteilung machen. Letztlich sollten aber immer Ihre persönlichen Bedürfnisse, Ihr Budget sowie Ihr Geschmack entscheiden.

Gastronomie:

  • sehr robuste, pflegeleichte Dielen
  • ummantelte Dielen

Eigenheim:

  • Dielen mit Vollprofil
  • je nach Geschmack Dielen mit angerauter oder unbehandelter Oberfläche
  • Dielen mit besonderem Design
  • bei kleineren Terrassen: Dielen mit Hohlprofil
  • bei feuchter Umgebung (z. B. um einen Pool herum) nur hierfür geeignete Dielen

Mietobjekte:

  • günstige Dielen mit Hohlprofil
  • bei größeren Terrassen: Dielen mit Vollprofil

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2 Kommentare

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Alle Kommentare (2)

  1. Avatar Winterer Anita vor 6 Monaten

    Hallo Marco,
    ich möchte um meinen Pool WPC Dielen verlegen bzw.verlegen lassen :)), mein Hauptziel ist eigentlich das ich diese Dielen mindetens 15- 20 Jahre liegen lassen kann ,was würdest du mir empfehlen
    LG Winterer Anita

    • Avatar Vera Sauermann vor 6 Monaten

      Hallo Frau Winterer,

      vielen Dnak für Ihre Frage.
      Beim Verlegen von WPC Terrassendielen rund um den Pool ist es wichtig, das benötigte Gefälle einzuhalten, damit Wasser ohne Probleme ablaufen kann und sich keine Flecken bilden.
      Wählen Sie Hohlkammerdielen, müssen Sie das Gefälle zwingend einhalten.

      Besonders robust sind ummantelte Dielen wie die Folgende: https://www.casando.de/hori-terrassendielen-wpc-bpc-massiv-schutzummantelung-braun—grau-beige-20-x-140-mm-24501001-1-produkt/ Sie hat eine zusätzliche Kunststoffummantellung. Das macht sie weniger Flecken- und Feuchtigkeitsanfällig.

      Am besten lassen Sie sich einmal von unseren Fachberatern ausführlich beraten, was Sie alles bei der Auswahl von WPC Dielen für Ihren Poolbereich beachten sollten. Sie erreichen sie unter 02266/4735610.

      Viele Grüße
      Vera