Der Saunaaufguss, der zu Ihnen passt

100%

Wer kennt es nicht? Die anstrengende Woche ist vorbei und zum Entspannen ist ein Sauna-Gang perfekt. Doch das Saunieren ist eine Kunst für sich. In einem Hotel oder einer Wellness-Anlage ist meistens für alles gesorgt, doch Zuhause müssen Sie sich selbst kümmern. Dazu gehört auch der Saunaaufguss. Damit Sie Ihren Saunagang so richtig genießen können, erklären wir Ihnen hier, wie ein Aufguss abläuft, was Sie dabei beachten sollten und wie Sie ihn mit Saunadüften und Co. noch angenehmer machen.

Was ist eigentlich ein Saunaaufguss?

Die Sauna kommt aus den skandinavischen Ländern. Zuerst wurde sie hauptsächlich für medizinische Zwecke genutzt. Allerdings erkannten die Skandinavier recht schnell, dass das Saunieren nicht nur gesund ist für den Körper, sondern auch entspannt und das gesamte Wohlbefinden steigert.

Saunagänge werden auch bei uns immer bekannter und beliebter. Ein wichtiger Teil dabei ist der Saunaaufguss. Mit verschiedenen Zusätzen, Kräutern und mehr werden die Saunaaufgüsse immer weiterentwickelt. Damit Sie auch Zuhause Ihre Freude an einem Aufguss haben, sollten Sie allerdings ein paar Punkte beachten.

Wie läuft er ab?

Ganz klassisch wird bei einem Saunaaufguss Wasser auf die heißen Steine gegossen und so die Temperatur in der Sauna schlagartig gesteigert. Für den Aufguss wird das Wasser oft mit Ölen und Konzentraten gemischt. Das steigert für viele Saunaliebhaber die Entspannung und das Wohlbefinden durch den Aufguss noch weiter.

Ein Aufguss dauert rund 15 Minuten – mal mehr, mal weniger. Er läuft in Stufen ab. Zuerst gießen Sie Wasser auf die Steine. Danach erfolgt eine Schwitzphase und dann gießen Sie wieder Wasser auf. So erhöhen Sie die Temperatur schrittweise. Schlägt Ihnen die Hitze zu sehr auf den Kreislauf, setzen Sie sich eine Bank tiefer. In der Regel wird dreimal Wasser aufgegossen, das können Sie aber machen, wie Sie möchten und wie Sie es am besten vertragen.

Sauna Abkühlung

Ein Tauchbecken oder auch ein Whirlpool mit kaltem Wasser sind ideal für die Abkühlung nach dem Saunagang. Foto: Charlota Blunarova/Unsplash

Um die Wirkung zu verstärken, verteilen Sie den aufsteigenden Dampf mit einem Handtuch. Normalerweise liegt eine dünne Luftschicht zwischen den Körperhaaren auf der Haut. Diese Schicht wirkt wie eine Isolierung. Wenn Sie mit einem Handtuch die Luft in der Sauna aufwirbeln, sorgt dieser Luftzug dazu, dass die isolierende Schicht von Ihrer Haut gerissen wird. Außerdem kondensiert der Wasserdampf auf Ihrer Haut, was Sie die Hitze zusätzlich noch intensiver spüren lässt.

Im Anschluss an den Aufguss müssen Sie sich ausgiebig abkühlen, sonst haben Sie gesundheitlich nichts vom Aufguss. Gehen Sie kurz an der frischen Luft spazieren und atmen Sie tief durch. Danach duschen Sie, um den Schweiß abzuwaschen – am besten kalt. Sie können sich auch mit Eis oder Schnee abreiben oder in einen kalten Pool oder ein Tauschbecken steigen. Danach gönnen Sie sich Ruhe und entspannen, bevor Sie einen weiteren Saunagang machen.

Wozu trägt der Aufguss bei?

Insgesamt stärken Saunagänge das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem und beugen Erkältungskrankheiten vor. Durch die Hitze weiten sich Ihre Gefäße, die Durchblutung in der Haut und den Schleimhäuten wird erhöht, der Blutdruck sinkt und Ihr Herz schlägt schneller. Die Muskeln entspannen und der Stoffwechsel wird angeregt. Wenn Sie sich anschließen richtig abkühlen, ziehen sich die Gefäße wieder zusammen und der Blutdruck steigt. Das ist ein gutes Training für Ihr Herz-Kreislauf-System. Der Aufguss verstärkt das noch, denn die Hitze auf den Körper wirkt stärker.

Je nach beigemischtem Saunaduft oder ätherischen Ölen kann ein Aufguss zusätzlich beruhigend oder belebend sein. Wählen Sie also den Saunaduft, der am besten zu Ihrer Stimmung passt.

Welcher Saunaaufguss ist der Richtige?

Hier gibt es eine vielfältige Auswahl an Saunadüften und Aufguss-Arten: Ätherische Öle aus Nadelhölzern oder Zitrusfrüchten, der Birken-Aufguss oder ein Eis-Aufguss sind nur einige Beispiele. Wie viel Konzentrat Sie nutzen sollten, variiert je nach Konzentrat. Berücksichtigen Sie daher unbedingt die Herstellerangaben.

Es gibt eine unglaublich große Auswahl an Saunadüften, die Sie dem Aufgusswasser beimischen können. Öle von Nadelbäumen oder Lavendel beruhigen, die Aromen von Zitrusfrüchten regen den Geist an und sorgen für neuen Schwung und frische Motivation. Ätherische Öle von Pfefferminze und Eukalyptus helfen beim Durchatmen, sorgen für einen klaren Kopf und helfen gegen Erkältungsbeschwerden. Einige Beispiele mit der dazugehörigen Wirkung haben wir für Sie zusammengefasst:

  • Bratapfel: frisch, angenehm
  • Salbei: anregend
  • Orange: aufmunternd, anregend
  • Alpenkräuter: entspannend und beruhigend
  • Eukalyptus: aktivierend, konzentrationsfördernd, kühlend
  • Tanne: tut wohl, muntert auf
  • Latschenkiefer: aufmunternd, gegen Erkältungskrankheiten
  • Kamille: krampflösend, Linderung des Hustenreizes
  • Lemon: Aktivierung der Atmung und des Stoffwechsels
  • Minze: erfrischend, klärend, kühlend, gegen Asthma
  • Fichte: mobilisierend, antidepressiv, stärkend
  • Lemongrass: Aktivierung der Atmung und des Stoffwechsels
  • Kokos-Vanille: lindernd
  • Mandelblüte: beruhigend, stimulierend

Angenehme Düfte führen sofort zu einer schöneren Atmosphäre und unterstützten eine positive Wirkung auf den Körper.

Sauna-Duft für den Aufguss

Geben Sie dem Aufgusswasser Saunaduft bei, um das Erlebniss noch zu steigern. Foto: Karibu

Duftstoffe gelangen über die Atemwege in den Körper. Achten Sie daher darauf, dass Sie nur Aufgusskonzentrate benutzten, die geprüft sind und nachweislich keinen Schaden hinterlassen. Mit natürlichen Inhaltsstoffen sind Sie meist auf der sicheren Seite.

Mit den Saunadüften tun Sie sich etwas Gutes, aber Sie können das Erlebnis mit speziellen Aufguss-Arten noch weiter steigern.

Der Birken-Aufguss

Der Birken-Aufguss ist einer der bekanntesten Aufgüsse und kommt aus Russland. Er ist auch unter dem Namen Wenik-Aufguss bekannt. Birke soll schweißtreibend wirken, die Haut pflegen und sich positiv auf Wundheilung auswirken. Er kann leicht selbst zubereitet werden. Zum Selbermachen benötigen Sie einen jungen Zweig einer Birke. Legen Sie den Birkenzweig in eine große Schüssel mit Wasser und lassen sie ihn zwei bis drei Tage in einem kühlen Ort stehen und ziehen. Daraufhin sollten Sie den Aufguss relativ schnell benutzten. Möchten Sie es einfacher, kaufen Sie einen fertigen Saunaduft.

Beim traditionellen Wenik-Aufguss wird das Konzentrat nicht mit der Schöpfkelle, sondern mit Birkenzweigen auf die Steine gegeben. Dazu tauchen Sie Birkenzweige in den Sud und schlagen Sie auf die Steine. Dazu gehört auch die Wenik-Massage. Dabei schlagen Sie sich (gegenseitig) die Birkenzweige leicht auf den Rücken, um die Durchblutung noch weiter anzuregen.

Der Eis-Aufguss

Beim Eis-Aufguss wird Eis klein gemacht und ins Aufgusswasser gemischt. Beim Aufgießen auf die Saunasteine treffen zwei sehr unterschiedliche Temperaturen aufeinander. Dadurch entsteht besonders viel Wasserdampf und die Temperatur und Luftfeuchtigkeit steigt in kürzester Zeit stark an. Der Eis-Aufguss regt die Durchblutung an und steigert das Schwitzen. Eis- und Schnee-Aufgüsse können Sie natürlich mit den verschiedenen Saunadüften kombinieren.

Natürlich gibt in öffentlichen Saunen und Thermen viele verschiedene Aufgüsse, aber im Kern bleiben sie gleich. Es wird Wasser auf die Steine gegossen. Oft werden dann verschiedene Dinge wie Honig, Salz oder Früchte gereicht. Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt – natürlich auch bei Ihnen Zuhause nicht.

So können Sie Ihren Saunaaufguss ergänzen:

Der Honig-Aufguss ist ein ganz klassischer Aufguss. Sie reiben sich allerdings nach der zweiten Aufgussrunde mit Honig ein. Der Honig lässt sich am warmen Körper besser verteilen. Die Inhaltsstoffe des Honigs dringen tief in die Haut ein und wirken reinigend, desinfizierend und pflegend. Bei Hautkrankheiten, schuppiger oder rauer Haut kann das zu einer Verbesserung führen. Die Haut fühlt sich sanfter und glatter an und nicht mehr gereizt.

Ähnlich funktioniert der Salz-Aufguss. Hier reiben Sie sich nach der zweiten Aufgussrunde mit Salz ein. So erhält Ihre Haut ein Peeling und die reinigenden, beruhigenden Wirkstoffe des Salzes dringen durch die geöffneten Poren tief in die Haut ein.

Mit beidem holen Sie sich ganz einfach echtes Wellness-Gefühl nach Hause.

Honig und Salzpeeling machen den Saunaaufguss noch besser.

Honig und Salzpeeling machen den Saunaaufguss noch besser. Foto: weka

Kann ein Aufguss gefährlich werden?

Insgesamt sollten Sie nicht in die Sauna gehen, wenn Sie krank sind. Fühlen Sie sich unwohl oder haben akute Kreislaufbeschwerden, ist ein Saunagang und vor allem ein Aufguss nicht zu empfehlen.

Außerdem können in Saunaaufgüssen verschiedene synthetische Aromen, Geruchsverstärker, Emulgatoren, Moschusverbindungen, Duftstoffe und andere Chemikalien befinden. Allergiker und Menschen mit Hautproblemen können hier empfindlich reagieren. Testen Sie also vorsichtig, ob Sie den Aufguss vertragen. Achten Sie außerdem beim Kauf immer auf hochwertige Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen.

Alkohol und Sauna vertragen sich auch nicht immer gut. Sie sollten vor und nach Aufgüssen auf übermäßigen Alkoholkonsum verzichten. Auch Aufgüsse mit Alkohol, wie zum Beispiel ein Bieraufguss, können schnell zu Kopf steigen. Seien Sie hier besonders vorsichtig oder greifen lieber gleich zu einem anderen Saunaduft.

Alles Weitere rund um Sauna, Zubehör und Co. lesen Sie in unserer Wellness-Rubrik im Ratgeber.

Beitrag von

Avatar

Ihr Profi für Garten & Freizeit

Casando https://www.casando.de/ratgeber/wp-content/uploads/2017/03/casando_ratgeber.png 2019-11-22
100 0 100 1

Keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar


Alle Kommentare (0)