Terrassendielen aus Nadelhölzern – heimisch und günstig

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Lärchen-, Fichten-, Douglasien- und Kiefernholz sind für die Fertigung von Terrassendielen die gängigsten Nadelhölzer. Nadelhölzer sind von Natur aus leichter und weniger robust als Harthölzer. Entsprechend ist die Haltbarkeit generell geringer, dafür punkten Terrassendielen aber bei einem wichtigen Aspekt: dem Preis. Außerdem stammen die meisten Nadelhölzer für Terrassendielen aus heimischen Regionen ­– im Gegensatz zu einem Großteil der Harthölzer.

Douglasie

Douglasie

Douglasie

Die Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii) stammt ursprünglich aus dem Westen Nordamerikas. Nach Europa kam die Douglasie im 19. Jahrhundert und wird seither auch in Deutschland forstlich angebaut. In Parks und Gärten sind Douglasien ebenfalls zu finden.

Das leicht rötliche Holz der schnell wachsenden Bäume ist in die Dauerhaftigkeitsklasse 3 bis 4 nach DIN EN 350-2 eingestuft. Es findet in vielerlei Hinsicht Verwendung: das Holz nutzt man für Furniere, Ausstattungsobjekte (Parkett, Möbel) sowie als Konstruktionsholz (Innen-, Erd- und Wasserbau, Fenster, Türen) und Spezialholz (Schiffsmasten, Fässer).

Auch bei Terrassendielen ist das Holz sehr beliebt, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Terrassendielen aus Douglasie ohne chemische Behandlung sehr resistent gegen Pilz- und Insektenbefall sind. Hinzu kommt, dass sich die Dielen sehr gut bearbeiten lassen, sofern es sich um engringiges Douglasienholz handelt (weitringiges Holz kann beim Stemmen oder Nageln platzen). Auch lässt sich die Oberfläche der Dielen problemlos behandeln. Beachten Sie aber, dass Öl- und Polyesterlacke nicht haften und das Holz die Korrosion von Eisen in sehr hohem Maße fördert, weshalb Sie bei der Montage unbedingt Edelstahlschrauben verwenden sollten.

Dadurch, dass sich die Douglasie in Europa bzw. auch in Deutschland etabliert hat und schnell wächst, sind Terrassendielen aus Douglasienholz in der Regel gut verfügbar. Preislich sind die Dielen bei Nadelhölzern im oberen Bereich angesiedelt. Grundsätzlich sind sie aber günstiger als Terrassendielen aus Harthölzern, Thermoholz oder Verbundwerkstoffen wie WPC.

Europäische und Sibirische Lärche

Sibirische Lärche

Sibirische Lärche

Während die Europäische Lärche (Larix decidua) unter anderem in Österreich und Deutschland beheimatet ist, hat die Sibirische Lärche (Larix sibirica) ihren Ursprung in Russland und der Mongolei. Beide Baumarten gehören der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) an. Das Holz hat meist eine rotbraune bis gelbe Farbe und wird vor allem als Bau- und Möbelholz genutzt. So findet es beispielsweise bei Treppen, Geländern, Fenstern oder Parkett- sowie Dielenböden Verwendung. Da es sehr dauerhaft und aufgrund des hohen Harzgehaltes sehr witterungsbeständig ist, werden auch Terrassendielen in großem Umfang aus Lärchenholz gefertigt.

Terrassendielen aus Lärchenholz benötigen, wie Dielen aus Douglasie, aufgrund der natürlichen Inhaltsstoffe des Holzes keinen chemischen Holzschutz und sind von Natur aus vor Schädlingen geschützt. Da das Holz vergleichsweise weich ist, lassen sich die Dielen recht einfach bearbeiten. Es neigt vergleichsweise stark zum Spalten, weshalb es ratsam ist, vor dem Nageln und Schrauben Vorbohrungen zu machen. Das Holz fördert geringfügig die Korrosion von Eisen.

Achten Sie besonders bei Lärchenholz auf die individuelle Qualität der Terrassendielen: Dielen mit unregelmäßigem Faserverlauf sowie hartes Astholz neigen zum Ausreißen. Außerdem kann der Harzgehalt sehr unterschiedlich sein. Dieser natürliche Schutz verleiht dem Holz eine hohe Witterungsbeständigkeit. Austretendes Harz kann aber die Bearbeitung des Holzes erschweren und auch nach der Verlegung stören. Sollten die Dielen sehr stark zum Absondern von Harz neigen, helfen Ihnen harzlösende Mittel.

Preislich sind Dielen aus Lärchenholz mit Terrassendielen aus Douglasie vergleichbar. Gleiches gilt auch für die Dauerhaftigkeitsklasse. Lärche ist ebenfalls in die Stufen 3 bis 4 klassifiziert.

Kiefer

Kiefer (kdi), grün

Kiefer (kdi), grün

In Europa ist mit der Bezeichnung „Kiefernholz“ fast ausschließlich das Holz der Waldkiefer (Pinus sylvestris) gemeint. Das braune, rote oder teils gelbe Holz spielt im Bereich der energetischen Nutzung eine zentrale Rolle, da es einen Brennwert in Höhe von 4,4 Kilowattstunden pro Kilogramm aufweist. Es wird außerdem als Bau- und Konstruktionsholz sowie beim Möbelbau verwendet.

Terrassendielen aus Kiefernholz würden unbehandelt nur etwa 2 Jahre halten, weshalb unbehandeltes Kiefernholz für diesen Verwendungszweck ungeeignet wäre. Es bedarf entsprechend einer Behandlung des Holzes.

Die sogenannte Kesseldruckimprägnierung kann das Holz resistenter gegenüber Schädlingen machen und auch farblich (grün, braun und grau) verändern. Bei diesem Verfahren bringt man in einem chemischen Prozess zunächst insekten- und pilzhemmende Holzschutzmittel unter hohem Druck in das Innere des Holzes ein und trocknet es im Anschluss sorgfältig. Das Holz erhält hierdurch einen Schutz, der die Haltbarkeit auf bis zu 10 Jahre steigert.

Hinweis: Achten Sie beim Kauf von Terrassendielen aus Kiefer und Fichte darauf, dass die Dielen kesseldruckimprägniert sind. Eine entsprechende Information hierzu sollten Sie im Beschreibungstext des Artikels finden. Oft wird als Zusatz die Abkürzung „(kdi)“ angegeben, welche für „kesseldruckimprägniert“ steht. Sollten Sie keinen Hinweis finden, fragen Sie ggf. unsere Fachberater.

Kesseldruckimprägniertes Kiefernholz ist in die Dauerhaftigkeitsklassen 3 bis 4 eingestuft. Es lässt sich, da es ein weiches Holz ist, sehr gut bearbeiten. Wie Lärche ist auch Kiefernholz grundsätzlich recht harzhaltig, weshalb Werkzeuge bei der Bearbeitung der Dielen verkleben können. Je nach Ausprägung des Harzgehaltes können die Dielen gut oder nur schwer gebeizt, geölt oder lackiert werden. Bei Erwärmung neigt es zudem zu Ausschwitzungen. Dafür zählen Terrassendielen aus Kiefer zu den günstigsten Dielen, die Sie im Handel erwerben können.

Fichte

Als Fichtenholz wird in Europa und großen Teilen Nordasiens fast ausschließlich das Holz der Gemeinen Fichte (Picea abies) bezeichnet. Mit einem Brennwert von 4,5 Kilowattstunden pro Kilogramm spielt es wie Kiefernholz eine zentrale Rolle im Bereich der energetischen Nutzung. Auch sonst ist das helle bis gelbe Fichtenholz in vielen Punkten mit Kiefernholz vergleichbar.

Für die Verwendung als Terrassendielen ist Fichte unbehandelt ebenfalls nicht gut geeignet. Durch die Kesseldruckimprägnierung lässt sich die Haltbarkeit der Dielen wie bei Dielen aus Kiefernholz von 2 auf etwa 10 Jahre steigern. Das Holz ist leicht zu bearbeiten und auch die Oberfläche lässt sich problemlos behandeln. Fichtenholz ist wenig dauerhaft (Dauerhaftigkeitsklasse 4), dafür aber sehr günstig.

Hinweis: Eine Alternative zur Kesseldruckimprägnierung ist die thermische Behandlung des Holzes mit Wasserdampf und ggf. Ölen. Auf diese Art behandeltes Holz ist unter dem Begriff Thermoholz erhältlich und weist durch die Behandlung andere Eigenschaften als unbehandeltes oder kesseldruckimprägniertes Holz auf.

Viele Angebote bei den Profilen

Kombi-Profil (sibirische Lärche)

Kombi-Profil (sibirische Lärche)

Da sich alle genannten Holzarten gut bis sehr gut bearbeiten lassen, sind die Möglichkeiten der Oberflächenausführung von Terrassendielen aus Nadelholz sehr vielfältig.

Die Dielen haben meist ein genutetes oder geriffeltes Profil. Oftmals werden auch Kombi-Profile angeboten, wobei eine Seite genutet und die andere Seite der Diele geriffelt ist. Bei solchen Profilen können Sie nach Belieben entscheiden, wie Sie die Dielen verlegen und welche Seite nach oben zeigen soll.

Die nachfolgende Übersicht fasst abschließend noch einmal die Eigenschaften der unterschiedlichen Terrassendielen aus Nadelhölzern zusammen.

Übersicht: Terrassendielen aus Nadelhölzern

Holzart Dauerhaftig-
keitsklasse*
Besonderheiten
Douglasie

Douglasie

3 – 4
  • Kernholz kommt ohne chemische Holzschutzmaßnahmen aus
  • resistent gegen Holzschädlinge
  • das engringige Holz lässt sich sehr gut bearbeiten
  • Oberflächenbehandlung möglich, allerdings halten weder Öl- noch Polyesterlacke
  • fördert die Korrosion von Eisen sehr stark
Europäische Lärche / Sibirische Lärche

Sibirische Lärche

3 – 4
  • lässt sich gut bearbeiten
  • lässt sich gut beizen, streichen und lackieren
  • Kernholz kommt ohne chemische Holzschutzmaßnahmen aus
  • resistent gegen Holzschädlinge
  • grundsätzlich hoher Harzgehalt
  • Holz neigt vergleichsweise stark zum Spalten
  • fördert die Korrosion von Eisen geringfügig
Kiefer (kdi)

Kiefer (kdi), grün

3 – 4
  • leicht zu bearbeiten
  • grundsätzlich hoher Harzgehalt
  • je nach Harzgehalt lässt sich das Holz gut oder schlecht beizen, lackieren und streichen
  • unbehandelt nicht für den Außeneinsatz geeignet
  • sehr günstig
Fichte (kdi)

 

4
  • leicht zu bearbeiten
  • Oberflächenbehandlung problemlos möglich
  • unbehandelt nicht für den Außeneinsatz geeignet
  • sehr günstig

* Dauerhaftigkeitsklasse des Kernholzes gegenüber holzzerstörenden Pilzen nach DIN EN 350-2
1 sehr dauerhaft, 2 dauerhaft, 3 mäßig dauerhaft, 4 wenig dauerhaft, 5 nicht dauerhaft

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