Sicherheit in den eigenen vier Wänden – sinnvolle Schutzmaßnahmen für Haus und Hof

100%

In jedem Haus gibt es eine ganze Reihe von Gefahrenquellen. Viele sind auf den ersten Blick kaum erkennbar. Andere werden von den Bewohnern einfach ignoriert. Täglich genutzte Elektronikgeräte wie Computer, Ladegeräte oder Stromsparlampen können einen Brand auslösen. Einbruch und Vandalismus sind auch problematisch für die Sicherheit. Auch hier wird die Gefahr oft unterschätzt.

Schutzmaßnahmen fangen schon bei Kleinigkeiten an. Es gibt Steckdosen mit Überspannungsschutz, die Elektrobränden vorbeugen. Ein Rauchmelder kann helfen, dass im Brandfall niemand zu Schaden kommt. Auch vor Einbruch und Vandalismus können Sie sich (bedingt) schützen. Im Idealfall sorgen Sie schon beim Bau oder Ausbau Ihres Hauses vor.  Einbruchhemmende Türen und Fenster sowie einbruchsichere Schlösser schrecken Langfinger in der Regel bereits im Vorfeld ab. Alarmanlagen sorgen für zusätzliche Sicherheit. Die Auswahl im Bereich der Haustechnik ist riesig. Aber welche Anschaffungen sind wirklich wichtig? Und worauf können Hausbesitzer verzichten, um sich vor Kriminellen oder unvorhersehbaren Ereignissen zu schützen? Wir haben Ihnen Informationen zusammengestellt, wie Sie die Sicherheit Ihres Zuhauses erhöhen können.

1. Einbruchsschutz

Opfer von Einbrüchen beklagen nicht nur den Verlust materieller Güter, sondern vor allem das unsichere Gefühl. Denn wildfremde Menschen waren im eignen Haus oder der Wohnung. Laut GDV lag die Zahl der Wohnungseinbrüche 2016 bei 140.000. Einer der Gründe dürfte sein, dass immer mehr Haushalte mit hochwertiger Technik ausgestattet sind. Smartphones, Digitalkameras und Tablets haben zum Teil einen hohen Wiederverkaufswert und lohnen sich für Einbrecher. Der durchschnittliche Schaden eines Einbruch beläuft sich auf etwa 3300 €.

Sicherheit in den eigenen vier Wänden: Einbrecher haben es oft auf hochwertige Technik abgesehen. Bild: © Photographee.eu

Bild: © Photographee.eu

Es gibt viele Möglichkeiten, sich vor Einbrüchen zu schützen. Einige Maßnahmen sind schon für kleines Geld umsetzbar. Andere bestehen aus Hightech-Equipment und sind dementsprechend teurer. Egal, wofür man sich entscheidet: Die Vorsorge ist am wichtigsten. So können Einbrecher zum Teil schon vertrieben werden, bevor sie einen Einbruch versuchen.

Täuschen Sie Anwesenheit vor, wenn Sie für längere Zeit weg. Ihr Haus sollte möglichst bewohnt aussehen. Bitte Sie zum Beispiel Ihre Nachbarn darum, die Rollos morgens hoch- und abends wieder herunterzulassen. Sie können abends auch mal das Licht anmachen. Alternativ gibt es moderne Zeitschaltuhren, die das Licht im Haus steuern können. Bewegungsmelder sind eine weitere einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme, die Einbrecher verschreckt. Sobald das Licht angeht, werden sie besser gesehen, wenn sie sich am Haus zu schaffen machen.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen, sich und Ihre Wertsachen effektiv zu schützen:

  • Abschließen
    Schließen Sie die Tür ab, wenn Sie Ihre Wohnung verlassen – am besten sogar zweimal. Das erschwert Einbrechern das Aufhebeln der Tür. Außerdem greift die Versicherung im Ernstfall nur, wenn die Tür abgeschlossen war.
  • Der versteckte Schlüssel vor dem Haus
    Es ist zwar praktisch, wenn der Ersatzschlüssel direkt unter der Fußmatte liegt. Aber es ist auch unvorsichtig. So ein „Geheimversteck“ zu finden, dauert nicht lange – auch nicht für Fremde.
  • Sicherheit bei Türen und Fenstern
    Einbruchhemmende Fenster und Türen erhöhen die Sicherheit. Sie sind aber auch deutlich teurer als Standardware. Wer diese zusätzlichen Kosten nicht aufbringen möchte oder kann, der sollte stattdessen zumindest zum Sicherheitsschloss greifen. Damit können Türen und Fenster ebenfalls gesichert werden. Denn Einbrecher geben schnell auf, wenn ihnen ein einfacher Zugang verwehrt wird.
  • Sicherheitstechnik
    Elektronischer Einbruchschutz wird immer häufiger verwendet. Dazu gehören Überwachungskameras, Alarmanlagen, Bewegungsmelder oder moderne Türkommunikationssysteme. Viele Einbrecher werden von so abgesicherten Gebäuden schnell abgeschreckt. Im Fall der Fälle können Sie mit hochwertiger Technik Beweise festhalten, die die Täter im Nachhinein womöglich entlarven. Sofern das Budget vorhanden ist, sind das sinnvolle Maßnahmen für Ihre Sicherheit.

2. Brandschutz

Rauchmelder können Leben retten. Bild: © Bertold Werkmann

Bild: © Bertold Werkmann

Brände in der Elektrik

Laut Schätzungen der Feuerwehr kommt es jedes Jahr in Deutschland zu ungefähr 230.000 Wohnungsbränden. Die Ursachen sind ganz unterschiedlich. Oft hätten allerdings einfache Brandschutzmaßnahmen ernsthafte Schäden verhindern können. Mangelhaft gefertigte Elektrogeräte sind eine Gefahr. Es kann aber auch durch Überlastung zum Brand kommen. Computer, Receiver und Leuchten nutzen Strom beispielsweise nicht gleichmäßig. Es kann zu Spannungsspitzen kommen. Die in den Geräten befindlichen Neutralleiter sind für solche Spannungsspitzen jedoch nicht ausgelegt und können überhitzen. Eine Überspannung ist die Folge. Im schlimmsten Fall schmoren die Geräte durch, brennen oder explodieren.

Es ist auch gefährlich, wenn Sie die Maximalbelastung von Kabeln, Steckern und Steckdosen überstrapazieren. Die Stromleitungen erhitzen sich dann zu stark. Wenn größere Geräte oder zu viele kleine Geräte an Mehrfachsteckdosen angeschlossen sind, kann das passieren. Auch die oft genutzten Standby-Schaltungen können gefährlich werden. Ist der Fernseher oder die Stereoanlage im Standby-Modus, stehen die Geräte unter Spannung und ihr Inneres erwärmt sich. Als Folge können Überhitzung, Überspannung oder auch ein Kurzschluss entstehen.

Tipp: Achten Sie beim Kauf von elektronischen Geräten auf das  VDE-Prüfzeichen. Es steht für die Sicherheit des Produkts. Denn es belegt, dass das Produkt auf mechanische, elektrische, thermische, toxische, radiologische und sonstige Gefährdungen geprüft wurde.

Weitere Brandgefahren

Auch in der Küche gibt es häufig Probleme mit dem Brandschutz. Heißes Fett in Töpfen und Fritteusen entflammt sehr schnell. Oft werden die Flammen in den Dunstabzug über den Herd gezogen und ein Flächenbrand entsteht. Sehr wichtig: Löschen Sie in einem solchen Fall niemals mit Wasser! Das Wasser verdampft. Der Wasserdampf reißt die brennenden Fetttröpfchen mit. Das gleicht einer Explosion. Ersticken Sie das Feuer, zum Beispiel mit einem Topfdeckel oder einem Backblech.

Ein Blitzableiter bietet Sicherheit gegen Blitzschäden. Bild: © Jürgen Fälchle

Bild: © Jürgen Fälchle

Blitzeinschläge sind eine weitere Brandgefahr. Sie können eine Überspannung im Stromnetz auslösen, die dann zu einem Wohnungsbrand führen kann. Eine Blitzschutzanlage, auch Blitzableiter genannt, ist der ideale Schutz. Für bestimmte Gebäude ist sie fest vorgeschrieben. Unabdingbar ist sie vor allem dann, wenn die Dacheindeckung aus leicht brennbarem Holz oder Reet besteht. Auch an denkmalgeschützten Gebäuden sollten Sie Blitzableiter installiern.

Ein Feuermelder ist die sinnvollste und einfachste Möglichkeit, sich vor den Gefahren eines Brandes zu schützen. Im Ernstfall werden Sie rechtzeitig auf den Brand aufmerksam. Installieren Sie Rauchmelder in allen Räumen, in denen Personen schlafen. Viele Brandopfer sterben an einer Rauch- oder Gasvergiftung, nicht an den Flammen. Pro Etagenflur sollte mindestens ein Gerät vorhanden sein. Achten Sie darauf, dass die Geräte mit dem CE-Zeichen sowie dem VdS-Prüfsiegel ausgezeichnet sind. Es gibt in Deutschland keine einheitliche Rauchmelderpflicht. Stattdessen regeln die Bundesländer das jeweils selbst.

3. Der Ernstfall ist eingetreten – wer übernimmt die Kosten?

Nach dem Einbruch

Damit die Versicherung zahlt, müssen Einbruchsspuren nachgewiesen werden. Bild: © 135pixels

Bild: © 135pixels

Die finanziellen Folgen eines Wohnungseinbruchs trägt die Hausratversicherung. Immerhin drei Viertel aller Haushalte in Deutschland sind derzeit gegen Einbruchdiebstahl versichert. Die Versicherung ersetzt den so genannten Wiederbeschaffungswert der gestohlenen Gegenstände. Das ist der Preis, den der Geschädigte für einen wirtschaftlich gleichwertigen Gegenstand aufbringen müsste. Außerdem ersetzt die Hausratversicherung die Reparaturkosten für aufgebrochene Fenster und Türen und die Kosten für das Beseitigen von Vandalismus-Schäden. Wenn Sie aufgrund der Reparaturen nicht in Ihrer Wohnung wohnen können, kommt die Versicherung für Übernachtungskosten auf.

Damit die Versicherung zahlt, müssen einige Bedingungen erfüllt sein: Erstens muss es nachweisliche und sichtbare Einbruchsspuren am Haus geben und zweitens müssen die Wohnungstür sowie alle Fenster verschlossen gewesen sein.

Nach dem Hausbrand

Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) passieren allein in der Weihnachtszeit rund ein Drittel mehr Feuerschäden als in den übrigen Wintermonaten. Aber auch in den restlichen Monaten sollte das Risiko nicht unterschätzt werden. Immerhin werden jedes Jahr etwa 50.000 Feuerwehreinsätze allein bei Privathaushalten registriert. Haben die Betroffenen eines Wohnungs- oder Hausbrand keine Versicherung, bleiben sie auf den Kosten sitzen. Um bei einem Brandschaden also bestens gerüstet zu sein, sollten Sie eine Hausrat- und eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Erstere schützt die Einrichtungsgegenstände, Letztere die Immobilie selbst.

  • Hausratversicherung
    Die Hausratversicherung übernimmt die Kosten für die Wiederbeschaffung des beweglichen Hab und Guts. Darunter fallen Einrichtungsgegenstände, Haushalts- und Sportgeräte, Kleidung, Elektrogeräte, Schmuck, Bargeld und vieles mehr. Die Versicherung ersetzt nach dem Brand den vereinbarten Versicherungswert. Dabei handelt es sich meist um den Wiederbeschaffungswert, der notwendig ist, um neuwertigen Ersatz zu besorgen.
  • Wohngebäudeversicherung
    Sind Schäden an der Bausubstanz entstanden, werden diese von der Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Sie ersetzt die Reparatur- und Wiederaufbaukosten. Das umfasst unter anderem das Mauerwerk, die Dachsteine, aber auch Fenster, Türen oder Fliesen. Darüber hinaus sind auch bestimmte Nebengebäude abgesichert, wenn sie sich auf demselben Grundstück befinden. Wurden also auch das Gartenhaus, die Garage oder der Geräteschuppen in Mitleidenschaft gezogen, greift die Wohngebäudeversicherung. Sehr wichtig für Haus- und Wohnungseigentümer ist, dass die Versicherungssumme dem aktuellen Wert des Hauses entspricht.

 

 

Beitrag von

Avatar

Ihr Profi für Arbeitsplatten

Casando https://www.casando.de/ratgeber/wp-content/uploads/2017/03/casando_ratgeber.png 2019-04-26
100 0 100 3

Keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar


Alle Kommentare (0)