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Mario Fuchs
- 8. April 2026
- 6 Min.
So pflegst du dein Parkett richtig
Jeder Parkettboden ist einzigartig. Deshalb verdient er eine besondere Pflege. Das Alter, die Beanspruchung und die Eigenschaften sind für die Wahl der Pflegemittel und Reinigung entscheidend. Ein frisch verlegter, unbehandelter Parkettboden wird anders gepflegt als ein mehrere Jahre alter Boden.
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Mario Fuchs
Mario Fuchs
Wie oft sollte man Parkett wischen?
Damit dein Parkett lange schön bleibt, beseitigst du einfache Verschmutzungen einmal wöchentlich. Entferne vor dem Wischen Staub und losen Schmutz mit einem Besen oder Staubsauger. Falls du das Parkett absaugst, achte darauf, dass die Staubsaugerrollen es nicht beschädigen oder verschmutzen. Sicherer ist es, den Boden mit einem weichen Besen gründlich zu fegen. Anschließend wischst du den Boden mit der passenden Parkettboden-Basispflege im Wischwasser. So erhältst du die Schutzschicht und den Glanz.
Zu viel Feuchtigkeit schadet dem Holz
Gebe das Reinigungsmittel nach Anleitung in das Putzwasser und wisch die Fläche mit einem Lappen oder Mopp nebelfeucht. Wringe den Lappen gründlich aus und vermeide stehendes Wasser auf dem Holzboden. Ansonsten kann der Boden aufquellen. Stärkere Verunreinigungen entferne vor dem Wischen punktuell mit einem Lappen.
Für Parkett gibt es eine große Auswahl an Pflege- und Reinigungsprodukten. Die Hersteller haben speziell auf die Oberfläche und Pflegebedürfnisse abgestimmte Serien im Programm. Ist dein Boden mit Wachs oder Öl versiegelt, reinigst du ihn anders als einen mit Lack versiegelten Boden. Achte stets auf die Etikett-Angaben der Hersteller. Solltest du unsicher sein, kontaktiere unsere Fachberater.
Wie häufig muss man Parkett auffrischen?
Wir empfehlen generell, geölten Holzboden jährlich aufzubereiten. Es spielt aber auch eine Rolle, welchen Belastungen das Holz ausgesetzt ist und wie du es pflegst. Stark beanspruchte Stellen solltest du rechtzeitig nachbessern und pflegen, bevor die Schäden zu gravierend werden und nicht mehr behoben werden können. Lackierte Böden können mit einem Refresher oder Polish aufgearbeitet werden. Allerdings lassen sich damit nur keine Kratzer und Gebrauchsspuren entfernen. Bei zu starken Verschleißerscheinungen hilft hier nur das Abschleifen.
Fortgeschrittene Belastungssignale sind beispielsweise ein raues und ausgelaugtes Aussehen, vergrauende Stellen im Holz oder eine erhöhte Empfindlichkeit des Bodens gegenüber Schmutz und Feuchtigkeit. Stellst du diese Veränderungen an deinem Boden fest, ist es Zeit für die intensive Pflege. Denn nur ein gut mit Öl gesättigtes Porensystem bildet einen ausreichenden Schutz gegen äußere Einwirkungen und erhält die Schönheit des Holzbodens.
Parkett ölen oder lackieren?
Nach dem Abschleifen fragst du dich vielleicht, ob man das Parkett besser ölt oder lackiert. Dafür gibt es keine generelle Empfehlung, denn das hängt von deinem Geschmack und deinen Anforderungen an den Boden ab.
Geölte Böden sind besonders natürlich, aber benötigen viel Pflege. Du hast einen natürlichen, matten Farbton. Bei der Bodenpflege dringt das Öl tief in das Holz ein und imprägniert es. Das verhindert das Einsickern von Flüssigkeiten und das Aufquellen des Holzes. Dein Boden ist weniger kratzempfindlich und trägt weiterhin zu einem guten Raumklima bei. Durch die offenporige Oberfläche nimmt er Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie wieder ab.
Der Unterschied zwischen geöltem und gewachstem Parkett ist oft schwierig zu erkennen. Gewachster Boden fühlt sich meist weicher an. Außerdem ist er etwas rutschiger, aber auch widerstandsfähiger. Beachte, dass Lösungsmittel das Wachs auflösen. An solchen Stellen kann das Holz aufquellen, wenn Wasser eindringt.
Lackierte Böden haben eine glänzende Oberfläche. Sie ist strapazierfähiger als die von geölten und gewachsten Böden. Je stärker die Schicht der Versiegelung ist, desto länger hält der Boden. Außerdem sind sie leichter zu pflegen. Aber lackiertes Parkett ist rutschiger als geöltes oder gewachstes und fühlt sich durch die Versieglung weniger nach Holz an. Zudem beeinflusst es das Raumklima nicht positiv, da die Holzporen verschlossen sind. Lackierte Böden können nicht partiell aufgebessert werden, sondern müssen abgeschliffen werden.
So ölst, wachst und lackierst du dein Parkett
Frisch verlegtes oder abgeschliffenes Parkett hat eine rohe, sehr empfindliche Oberfläche. Um das Holz vor Schmutz und Abnutzung zu schützen, versiegelst du es mit Öl, Wachs oder Lack. Bei Fertigparkett ist eine Versiegelung direkt nach dem Verlegen nicht notwendig. Die Dielen sind schon vorbehandelt.
Auch stark beanspruchtes Parkett sollte nachgepflegt werden. Gebrauchsspuren sind in Raumecken meist weniger stark als auf den typischen Laufwegen im Raum. Eine unregelmäßige Abnutzung ist die Folge. Behandelst du die viel beanspruchten, empfindlich gewordenen Stellen mit einer Intensivpflege, auch Renovierungspflege genannt. Die Intensivpflege ist speziell auf die Oberflächenversiegelung des Bodens abgestimmt.
Wichtig: Egal, ob du ölst, wachst oder lackierst, die Schutzschicht muss gut einwirken. Es kann mehrere Stunden dauern, bis das Pflegemittel vollständig eingezogen und der Parkettboden wieder begehbar ist. Je nach Art der Behandlung musst du die Pflege mehrfach auftragen. Beachte hier unbedingt die Anweisungen des Herstellers für das von dir gewählte Produkt.
Parkett (nach)ölen – So geht‘s
Bevor du die Versiegelung aufträgst, befreist du den Boden von Staub und Flusen. Wenn es sich um die erste Versiegelung handelt, trage jetzt das Öl auf.
Handelt es sich um eine Renovierungspflege , musst du den Boden zuerst mit einem speziellen Intensivreiniger behandeln. Dieser entfernt Ölreste und hartnäckige Verschmutzungen. Dazu wischst du den Boden zuerst mit dem Intensivreiniger und anschließend noch einmal gründlich mit klarem Wasser, um alle gelösten Verschmutzungen aufzunehmen. Lass den Boden vollständig trocknen, bevor du ihn mit Öl behandelst.
Dünnflüssige Öle
Beim Ölen deines Bodens gehst du je nach Pflegeprodukt unterschiedlich vor: Es gibt flüssige Öle, die du mit Hilfe eines Wischers auf den Boden aufträgst und trocknen lässt. Schüttle das Öl gründlich, bevor du es in einen passenden Behälter zum Auftragen umfüllst. Mithilfe des Wischers trägst du nun das Öl in Faserrichtung des Holzes sparsam auf. Öl, das nicht ins Holz einzieht, nimmst du mit einem Öltuch auf, damit es nicht auf der Oberfläche antrocknet und einen klebrigen Film bildet. Lass das Öl wie auf den Verarbeitungshinweisen angegeben einige Stunden trocknen. Eventuell ist ein zweites Auftragen nötig. Das hängt davon ab, wie beansprucht dein Boden ist.
Dickflüssige Öle
Dickflüssigere Öle lassen sich besser mit einer Einscheibenmaschine einarbeiten. Diese kannst du im Fachhandel ausleihen. Die Ecken und Ränder musst du auch hier von Hand bearbeiten, denn dort kommt die Maschine nicht hin. Anschließend verteilst du sparsam Öl auf einem Teilabschnitt deines Bodens und verteilst es mit der Maschine und einem grünen Polierpad entlang der Faserrichtung. Die Maschine massiert das Öl tief in die Fasern des Holzes ein und durch das Pad werden gleichzeitig abstehende Holzfasern entfernt. Überflüssiges Öl nimmst du anschließend mit einem Öltuch auf – auch das kannst du mit der Maschine machen. Wir empfehlen, in ca. 5 m² großen Abschnitten vorzugehen. Lass die Abschnitte leicht überlappen, damit du keine Holzstellen bei der Behandlung vergisst. Sobald du den Boden vollständig behandelt hast, kannst du ihn noch polieren, um den Glanz zu erhöhen. Dazu nutzt du die Maschine mit einem weißen Polierpad.
Egal, ob du das Öl von Hand oder mit einer Maschine aufträgst: Lass den Boden aushärten, bevor du ihn wieder begehst. Wie lange das dauert, hängt vom genutzten Produkt ab. Alles wichtige findest du in den Herstellerangaben. Am besten wischst du den Boden innerhalb der ersten Woche nach dem Ölen nicht feucht, damit das Öl komplett aushärten kann.
Achtung: Alle Pads, Tücher und Lappen, die mit dem Öl in Berührung gekommen sind, solltest du ausreichend durchfeuchten und in einer luftdichten Tüte entsorgen. Es kann in seltenen Fällen dazu kommen, dass sie sich in Verbindung mit Sauerstoff entzünden.
Parkett wachsen
Gewachstes Parkett muss genau wie geöltes Parkett regelmäßig nachbehandelt werden. Wie für geölte Böden gibt es auch für Wachsoberflächen professionelle Pflegeprodukte, die du zu Hause selbst auftragen kannst. Auch hier musst du den Boden bei der Renovierungspflege mit einem Spezialreiniger vorbehandeln. Beachte die Herstellerangaben zur Verwendung des Reinigers. Im Unterschied zum Öl trage viele Wachse mit Schaumstoffrollen auf und lass sie dann aushärten. Auch hier geben die Herstellerangaben genaue Informationen.
Lackiertes Parkett nachbehandeln
Wenn du kleine Gebrauchsspuren entfernen willst, behandelst du deinen lackierten Boden mit einem Polish oder einem Refresher. Diese bauen die Schutzschicht zum Teil wieder auf und verleihen dem Boden neuen Glanz. Daher ist es wichtig, dass du den ganzen Boden zu behandeln und nicht nur betroffene Stellen. Denn der Glanz des Bodens verändert sich und würde bei Teilbehandlungen fleckig wirken. Zur Sicherheit solltest du das Pflegemittel an einer unauffälligen Stelle oder einer übriggebliebenen Diele testen.
Vor der Pflege reinigst du den Boden mit einem Intensivreiniger. Anschließend trägst du den Refresher in Faserrichtung aus. Lass ihn gründlich aushärten. Die genaue Dauer entnimmst du den Herstellerhinweisen.
Starke Gebrauchsspuren kannst du auch mit einem Refresher nicht entfernen. Hier bleibt nur das Abschleifen oder der Austausch des Bodens.
Tipp: Lies außerdem in unserem Ratgeber, wann und wie oft du dein Parkettboden abschleifen solltest.
Mit unseren hilfreichen Tipps wirst du garantiert lange Freude an deinem Parkettboden hast. Sollte der Holzboden doch einmal kleine Gebrauchsspuren aufweisen, kannst du diese einfach beseitigen. Lies mehr dazu in unserem Ratgeber und erfahre, wie du Kratzer und Co. vom Parkett entfernst.
Parkett richtig pflegen: Die wichtigsten Maßnahmen auf einen Blick
- Regelmäßige Reinigung: Staubsaugen mit Parkettbürste und nebelfeuchtes Wischen mit pH-neutralem Parkettreiniger schützen die Holzoberfläche vor Schmutz und Kratzern.
- Pflegeintervalle: Geöltes Parkett alle 6–12 Monate nachölen, lackiertes Parkett je nach Beanspruchung mit speziellen Pflegemitteln behandeln.
- Schutzmaßnahmen: Filzgleiter unter Möbeln, Fußmatten an Eingängen und Raumtemperatur von 18–22 °C mit 50–60 % Luftfeuchtigkeit verhindern Schäden und Quellungen.
- Fleckenentfernung: Wasserflecken sofort abtupfen, hartnäckige Flecken mit geeigneten Parkett-Reinigern oder Speziallösungen behandeln.
- Fachgerechte Reparatur: Kleine Kratzer mit Reparatursets ausbessern, größere Schäden vom Fachmann beheben lassen.
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Mit der richtigen Pflege bleibt dein Parkettboden langlebig, attraktiv und wertbeständig. Der Ratgeber liefert dir alle relevanten Fachinformationen, um typische Fehler zu vermeiden und die optimale Reinigung sowie Werterhaltung sicherzustellen.



