Holzterrasse bauen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Die Terrasse ist das Wohnzimmer im Freien. Wer es schon drinnen natürlich mag, wird eine Holzterrasse draußen lieben. Holz ist gemütlich, wird nicht zu heiß und sieht sehr edel aus. Damit auch Sie Ihre Traumterrasse bekommen, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt wie Sie eine Holzterrasse bauen.

Wichtiges und Tipps zum Holzterrasse bauen:

Bevor Sie mit dem Bau Ihrer Holzterrasse beginnen, machen Sie sich über ein paar Dinge Gedanken, damit der Aufbau später gut klappt und Sie lange Freude an Ihrer Terrasse haben:

  1. Entscheiden Sie sich für den idealen Platz Ihrer Terrasse. Beachten Sie nicht nur die allgemeine Lage, sondern vor allem die passende Größe. Sind Sie nicht durch äußere Begebenheiten eingeschränkt, machen Sie die Größe abhängig von Ihren Wünschen: Was muss auf der Terrasse Platz haben? Sie können die Größe auch abhängig machen von den gängigen Längen der Terrassendielen. So vermeiden Sie Verschnitt und sparen Unterkonstruktionsmaterial.
  2. Wählen Sie das passende Holz. Natürlich spielt der Geschmack die entscheidende Rolle, aber auch Haltbarkeit, Pflegeaufwand und der Preis sind wichtig. Wie Sie die passenden Dielen finden, erklären wir in einem weiteren Ratgeberbeitrag.
  3. Bestellen Sie die passende Unterkonstruktion. Bei einer Holzterrasse muss die Unterkonstruktion gleichwertig oder von einer höheren Dauerhaftigkeitsklasse als die Holzdielen sein. Ideal ist die Unterkonstruktion aus einem vergleichbaren Holz, denn so stellen Sie sicher, dass beides das gleiche Quell- und Schwindverhalten hat.
  4. Planen Sie die Verlegerichtung Ihrer Dielen. In vielen Anleitungen wird empfohlen, die Dielen im rechten Winkel zur Hauswand zu verlegen und das nötige Gefälle von 1 bis 2 Prozent entsprechend anzulegen, damit das Wasser gut ablaufen kann. Wir empfehlen Ihnen hingegen, die Verlegerichtung so zu planen, dass Sie möglichst wenig Verschnitt benötigen. So sparen Sie Dielen, Unterkonstruktion und Befestigungsmaterial. Ist Ihre Terrasse beispielsweise 3 Meter x 5 Meter, wählen Sie Terrassendielen in 3 Meter Länge. Diese müssen Sie nicht zuschneiden. Ist die Terrasse 5 Meter breit und 3 Meter tief, verlegen Sie die Dielen im rechten Winkel zum Haus. Das Gefälle der Terrasse legen Sie in Dielenlängsrichtung an – in diesem Fall also auch rechtwinklig zum Haus.
  5. Versiegeln Sie die Stirnkanten der Terrassendielen vor dem Verlegen mit Hirnholzsiegel. Damit vermeiden Sie unerwünschte Rissbildung bei Ihren Dielen.

Hinweis: Bitte beachten Sie die genaue Verlegeanleitung Ihrer Terrassendielen. Die nachfolgende Anleitung ist in manchen Stellen allgemein gehalten, da sich das Vorgehen je nach Terrassendiele, Unterkonstruktion und gewählter Befestigung unterscheidet.

1. Schritt: Untergrund vorbereiten

Wir erklären den Aufbau der Holzterrasse am Beispiel einer ebenerdigen Terrasse. Haben Sie zum Beispiel einen Betonuntergrund oder handelt es sich um eine Dachterrasse, fallen die Schritte zur Vorbereitung des Untergrundes weg. Sie beginnen ab Schritt 4 mit dem Verlegen der Betonsteine.

Markieren Sie die gewünschte Terrassenfläche mit ca. 15 cm Puffer zu den Seiten, damit Sie später einen schönen Abschluss der Terrasse anlegen können. Anschließend heben Sie die gewünschte Fläche so tief aus, dass der gesamte Aufbau mit Untergrund, Unterkonstruktion und Terrassendielen bis zur gewünschten Höhe an der Terrassentür reicht.

Tipp: Beachten Sie schon beim Aushub das spätere Gefälle der Terrasse. Dieses sollte 1 bis 2 Prozent betragen.

Je nach Größe der Terrasse kann das eine Menge Arbeit sein. Überlegen Sie im Voraus, ob Sie von Hand schaufeln oder lieber einen Mini-Bagger ausleihen wollen. Trauen Sie sich das Bedienen nicht zu, können Sie die Aushub- und Bodenarbeiten von einem Fachbetrieb machen lassen.

2. Schritt: Boden ebnen und Fundament anlegen

Verdichten Sie die ausgehobene Fläche gründlich mit einer Rüttelplatte. Anschließend füllen Sie ca. 20 cm Frostschutzmaterial ein. Dieses verdichten Sie ebenfalls mit der Rüttelplatte. Die Fläche sollte anschließend möglichst eben sein. Achten Sie auch hier schon auf das nötige Gefälle.

Anschließend füllen Sie rund 5 cm Splitt ein. Dieser ermöglicht später das exakte Ausrichten der Betonplatten, auf denen die Unterkonstruktion angebracht wird. Glätten Sie den Splitt. Das geht am einfachsten, wenn Sie in regelmäßigen Abständen sogenannte Abziehlehren in den Splitt einbringen. Legen Sie diese auf der gewünschten Höhe und mit dem nötigen Gefälle in einen Damm aus Splitt. Anschließend füllen Sie die Zwischenräume mit Splitt auf. Nun ziehen Sie mit einer Setzlatte den Splitt gerade ab und erhalten eine ebene Oberfläche. Zum Schluss entfernen Sie die Abziehlehren.

Das Splittbett sollte besonders eben und mit der nötigen Steigung angelegt werden.

Das Splittbett sollte eben und mit dem nötigen Gefälle angelegt werden.

3. Schritt: Unkrautvlies schützt vor unerwünschten Pflanzen

Legen Sie ein Unkrautvlies auf die abgezogene Fläche. Die Bahnen sollten mindestens 10 cm überlappen. Achten Sie beim Auslegen der Bahnen darauf, dass Sie das Splittbett nicht beschädigen.

4. Schritt: Verlegen Sie Gehwegplatten oder Betonrandsteine

Gehwegplatten oder Betonrandsteine dienen als Fundament für die Unterkonstruktion Ihrer Holzterrasse. Verlegen Sie die Steine in regelmäßigen Abständen. Betonrandsteine legen Sie in Reihen, die Gehwegplatten legen Sie mit dem für Ihre Unterkonstruktion zulässigen Abständen in alle Richtungen. Beachten Sie den vorgeschriebenen maximalen Achsabstand (von Mittelpunkt zu Mittelpunkt der Steine), damit sich die Balken der Unterkonstruktion später nicht durchbiegen. Mit 50 cm Abstand sollten Sie auf der sicheren Seite sein.

Gehwegplatten bieten sich als Unterbau für die Unterkonstruktion an.

Tipp: Fertigen Sie sich aus einem Holzbrett eine Schablone für den Abstand. So verlegen Sie die Steine sehr schnell ohne lästiges Nachmessen.

5. Schritt: Unterkonstruktion für die Holzterrasse bauen

Legen Sie die Balken der Unterkonstruktion rechtwinklig zur gewünschten Verlegerichtung der Dielen auf die Betonsteine. Die äußeren Balken sollten bündig mit den Außenseiten der Betonplatten abschließen. Alle weiteren Balken werden mittig auf den Steinen verlegt. Bitte halten Sie mit dem Balken genügend Abstand zur Hauswand, damit dem Holz Freiraum zum Arbeiten gegeben ist. Verlegen Sie mehrere Balken in einer Reihe, müssen Sie an den Stirnseiten der Balken eine Dehnungsfuge von mind. 1 cm einhalten. Verlegen Sie später die Terrassendielen auf Stoß, muss an diesen Stellen die Unterkonstruktion verdoppelt werden.

Verschrauben Sie die Unterkonstruktion mit den Betonsteinen. Dazu bohren Sie sowohl die Unterkonstruktion als auch den Stein vor und verschrauben Sie diese anschließend.

Hinweis: Legen Sie Unterlegpads zwischen Balken und Gehwegplatten oder Betonrandstein. So schützen Sie das Holz vor stehender Nässe, die sich auf den Platten sammeln könnte, und sorgen für die nötige Belüftung.

6. Schritt: Holzdielen montieren

Jetzt geht es an das Verlegen der Terrassendielen. Egal, ob Sie die Dielen parallel oder rechtwinklig zur Hauswand verlegen: Halten Sie mindestens 1 cm Dehnungsabstand, damit das Holz arbeiten kann. Auch der Abstand zwischen den einzelnen Dielen ist wichtig. Zum einen arbeitet das Holz, aber auch Wasser kann problemlos ablaufen. Ist der Abstand zu gering, kann die Terrasse beim Arbeiten des Holzes beschädigen oder es bildet sich Stauwasser. Verwenden Sie am besten Abstandshalter zwischen den Dielen.

Sie können Ihre Terrassendielen entweder verschrauben oder unsichtbar mit Terrassenverbindern an der Unterkonstruktion befestigen

Holzdielen verschrauben

Befestigen Sie die Dielen auf der Unterkonstruktion mit zwei nebeneinander liegenden Schrauben pro Diele. Zeichnen Sie die Bohrlöcher im Vorfeld an, damit sie alle in einer Flucht sind. Bevor Sie die Dielen verschrauben, müssen Sie sie vorbohren und anschließend die Bohrlöcher mit einem „Versenker“ ausreiben. So werden die Schraubenköpfe im Holz sauber versenkt und das Holz splittert nicht. Verwenden Sie ausschließlich rostfreie Edelstahlschrauben.

Terrassendielen werden auf der Unterkonstruktion verschraubt.

Terrassendielen werden auf der Unterkonstruktion verschraubt.

Holzdielen mit Terrassenverbindern befestigen

Mithilfe von Terrassenverbindern lassen sich die Dielen unsichtbar an der Unterkonstruktion verschrauben. Sie verschrauben die Terrassenverbinder auf der Unterseite der Diele an beiden Längsseiten. Ein Verbinder sollte auf der Unterkonstruktion aufliegen, den gegenüberliegenden befestigen Sie versetzt.

Terrassenverbinder angebracht auf der Diele

Terrassenverbinder werden versetzt an der Unterseite der Diele angeschraubt.

Anschließend verschrauben Sie den einen Verbinder mit der Unterkonstruktion. Auf der nächsten Diele verschrauben Sie wieder auf beiden Seiten der Rückseite Verbinder. Die Verbinder, die an die schon befestigte Diele grenzen, werden einfach unter diese geschoben. Auf der anderen Seite wird der Verbinder mit der Unterkonstruktion verschraubt, um die Diele zu fixieren. Die Verbinder dienen gleichzeitig als Abstandshalter zur Unterkonstruktion und sorgen für den nötigen Schutz vor Staunässe.

Terrassenverbinder auf der Unterkonstruktion

Mit Terrassenverbindern befestigen Sie die Holzdielen ganz leicht und unsichtbar auf der Unterkonstruktion

Bei dieser Befestigung sollten Sie die Löcher bei Hartholz-Dielen vorbohren. Bei Nadelholz ist das nicht zwangsläufig notwendig.

7. Schritt: Abschließende Arbeiten

Für einen sauberen Abschluss lassen Sie die Dielen an den Kanten etwas überstehen. Nach dem Verschrauben aller Dielen kürzen Sie die Dielen mit einer Kreissäge und einer Führungsschiene. So bekommen Sie einen geraden, sauberen Abschluss hin. Schleifen Sie anschließend die Schnittkante, um überstehende Holzsplitter zu entfernen und Verletzungen zu vermeiden.

Außerdem sollten Sie die Seiten der Terrasse verblenden. Sie können Terrassendielen an den Stirnseiten der Unterkonstruktion verschrauben, damit die Terrasse an allen Seiten abgeschlossen ist. Alternativ können Sie Holz- oder Steinpalisaden, Kantensteine oder Ziersteine um die Terrasse herum anbringen. Möchten Sie Kantensteine zum Verblenden nutzen, müssen Sie diese vor der Fertigstellung der Terrasse setzen, da sie in Beton gesetzt werden und das nach dem Bau Ihrer Holzterrasse nicht mehr möglich ist.

Tipp: Ziehen Sie um Ihre Terrasse feinmaschigen Kaninchendraht ein, bevor Sie Palisaden oder Ziersteine anbringen. So können sich keine kleinen Tiere unter den Dielen einnisten.

8. Schritt: Die richtige Pflege

Eine Holzterrasse benötigt Pflege. Nach dem Verlegen befreien Sie die Holzdielen gründlich von allem Bauschmutz. Benutzen Sie dazu auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger. Damit beschädigen Sie das Holz. Was genau Sie bei der Reinigung und Erstbehandlung beachten müssen, haben wir für Sie in im Beitrag „Holzterrasse pflegen in 3 Schritten“ zusammengefasst.

Exkurs: Pooleinfassung bauen

Mit Holzdielen können Sie nicht nur einfach eine Holzterrasse bauen, sondern auch Sonderfälle wie eine Pooleinfassung lassen sich damit verwirklichen. In unserem Video zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Whirlpool mit Bangkirai-Dielen einfassen. Die Schritte zum Verlegen der Dielen sind die gleichen wie bei einer klassischen Terrasse.

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Ihr Profi für Garten & Freizeit

Casando 2022-04-27

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