Herstellung und Eigenschaften von Linoleum

83%

Linoleum ist vielseitig, pflegeleicht und besonders umweltfreundlich. Es wurde 1860 vom englischen Chemiker Frederick Walton erfunden – zufällig: Walton beobachtete, dass offen stehendes Leinöl mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert und sich eine gummiartige Schicht bildet. Dieses oxidierte Linoleum ließ er unter dem Namen „Linoxin“ patentieren.

Die optischen Möglichkeiten von Linoleum sind vielfältig

Die optischen Möglichkeiten sind vielfältig

Jahrzehntelang der beliebteste Bodenbelag

Bis in die 1960er Jahre mauserte sich Linoleum zum beliebtesten Bodenbelag weltweit. Nicht zuletzt wegen der vielen Möglichkeiten: Ob als Wandverkleidung oder Holz- und Marmorersatz – die Vielseitigkeit hinsichtlich der Designs und Farbnuancen bietet der Boden noch heute.

In den 1960er Jahren endete die Dominanz von Linoleum mit dem Aufkommen von PVC-basierten Bodenbelägen, den Vorläufern der heutigen Vinylböden. Der neuartige Bodenbelag stieß Linoleum sehr schnell vom Thron des beliebtesten Bodens für das Eigenheim.

Inzwischen wird Linoleum wieder populärer, wenn auch nicht in gleichem Maße wie vor über 50 Jahren: Das liegt vor allem an den Vorteilen des Linoleumbodens: Er ist widerstandsfähig, elastisch und gleichzeitig hygienisch und pflegeleicht. In Krankenhäusern ist er noch heute die erste Wahl.

Herstellung und Aufbau

Ein Linoleumboden ist zwar industriell hergestellt, doch er besteht überwiegend aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen. Er setzt sich aus oxidiertem Leinöl, Naturharzen, Kork- und/oder Holzmehl, Kalksteinpulver, Titan(IV)-oxid und, je nach Design, verschiedenen Farbstoffen zusammen. Als Trägerschicht verarbeiten die Hersteller festes Jutegewebe für die Linoleumbahnen.

Linoleum ist dank seiner Robustheit auch für die Küche sehr gut geeignet.

Linoleum ist dank seiner Robustheit auch für die Küche sehr gut geeignet.

Die Produktion verläuft in mehreren Arbeitsschritten: Zuerst vermischen erhitzte Trommeln die organischen Harze und das Leinöl zu Linoleumzement. Dieser Zement macht am Ende zirka 40 Prozent der Gesamtmasse einer fertigen Platte aus. Anschließend kommen die Füllstoffe dazu: Kork- oder Holzmehl, Kalksteinpulver und die Pigmente werden in den Linoleumzement geknetet. Schließlich wird diese Masse in Bahnen auf die Jute-Trägerschicht gewalzt und einer Wärmebehandlung unterzogen.

Der fertige Bodenbelag ist schließlich als Meterware oder in Plattenform erhältlich. In beiden Fällen muss der Boden vollflächig mit dem Untergrund verklebt werden. Eine Alternative ist das Linoleumparkett auf einer Trägerschicht aus Holz bzw. Holzwerkstoffen. Dieses Parkett können Sie, wie Mehrschichtparkett oder Laminat, schwimmend verlegen oder vollflächig verkleben.

Die besonderen Eigenschaften von Linoleum

Mit Linoleum erhalten Sie einen rutschhemmenden, wärmedämmenden und vor allem widerstandsfähigen Bodenbelag, der auch starken Belastungen jahrelang standhält. Durch seine Robustheit ist er vor allem für stark frequentierte Räume zu empfehlen und kann auf einer Fußbodenheizung verlegt werden.

Beitrag von

Avatar

Ihr Profi für Holzböden

Casando https://www.casando.de/ratgeber/wp-content/uploads/2017/03/casando_ratgeber.png 2018-10-04
83.333333333333 0 100 6

Keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar


Alle Kommentare (0)