Ein Hochbeet richtig bepflanzen – So gelingt es!

100%

Ihr Hochbeet ist angelegt und jetzt geht es ans Bepflanzen. Denn was gibt es schöneres als frisches Gemüse oder Blumen aus dem eigenen Garten? Damit alles klappt, gibt es einiges zu beachten. Mit unseren Tipps freuen Sie sich jedes Jahr über gute Erträge Ihres Beets.

Die richtige Reihenfolge macht’s!

Hochbeet mit Schutzabdeckung

Mit der passenden Schutzabdeckungen können Sie Ihr Hochbeet schon ab Februar bepflanzen

Wann fangen Sie damit an, das Hochbeet zu bepflanzen? Die Hauptpflanzzeit ist von Mai bis Oktober. In der Zeit können Sie verschiedene Pflanzen züchten.

Möchten Sie Ihr Hochbeet bereits ab Februar bepflanzen, benötigen Sie eine Abdeckhaube aus Glas oder Kunststoff. So erhalten Sie ein Frühbeet, in dem Sie Kulturen vor- und Pflanzenableger großziehen. Die Abdeckhaube schützt Ihre Pflanzen gegen Kälte und bei Sonne wärmt sich die Luft darunter schneller auf. So erhalten Sie auch bei kälteren Temperaturen gute Erträge.
Nutzen Sie Ihr Hochbeet nicht als Frühbeet, beginnen Sie Mitte bis Ende Mai mit dem Bepflanzen.

Pflanzen benötigen Nährstoffe

Achten Sie auf die zehrenden Eigenschaften der Pflanzen beim Bepflanzen Ihres Hochbeets.

Sie fragen sich, was das ist?

Keine Sorge! Es ist nicht so kompliziert, wie es klingt: Die zehrende Eigenschaft eines Gewächses sagt aus, wie hoch dessen Stickstoffbedarf ist. Hat eine Pflanze einen hohen Stickstoffbedarf, handelt es sich um eine starkzehrende Pflanze. Bei einem niedrigen Bedarf ist es eine schwachzehrende Pflanze. Pflanzen mit einem mittleren Verbrauch sind mittelzehrend.

Für ein schönes und gesundes Beet beachten Sie den Nährstoffbedarf Ihrer Pflanzen. Da die Erde eines neu angelegten Hochbeets noch viele wichtige Nährstoffe enthält, bepflanzen Sie es im ersten Jahr mit starkzehrenden Gewächsen. Pflanzen Sie nur Schwachzehrer, werden diese mit zu viel Stickstoff versorgt. Das führt zu viel Nitrat in den Pflanzen und das ist nicht gesund für Sie.

So bepflanzen Sie Ihr Hochbeet über die Jahre:

  • 1. Jahr: Ausschließlich starkzehrende Gewächse
  • 2. und 3. Jahr: Hauptsächlich mittelzehrende Gewächse, geringe Mengen an starkzehrenden Gewächsen
  • 4. Jahr: Schwachzehrende Gewächse. Wechseln Sie nach der Ernte im Herbst die Füllung.
  • 5. Jahr: Beginnen Sie von vorn

Bitte beachten Sie, dass das Beet nach jeder Saison etwas absinkt. Füllen Sie es einfach wieder mit Blumenerde oder Feinkompost auf, bevor Sie das Hochbeet erneut bepflanzen.

Stark-, mittel- und schwachzehrende Gewächse

Salat gehört zum mittelzehrenden Gemüse.

Salat gehört zum mittelzehrenden Gemüse.

Zu starkzehrendem Gemüse zählen Kartoffeln, Lauch, Tomaten, Mais, Sellerie und alle Kohlarten. Starkzehrende Blumen sind Chrysanthemen, Sonnenblumen, Geranien und Tulpen und viele weitere.

Mittelzehrendes Gemüse umfasst Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, Radieschen, Salat und Fenchel etc. Zu der Kategorie mittelzehrende Blumen zählen Gloxinien, Löwenmäulchen und Dahlien. Petersilie, Liebstöckel, Dill und Schnittlauch gehören der Gruppe der mittelzehrenden Kräuter an.

Die meisten anderen Kräuter zählen zu den schwachzehrenden Kräutern. Schwachzehrendes Gemüse umfasst Bohnen, Erbsen, Feldsalat, aber auch Erdbeeren. Azaleen, Primeln, Begonien, Petunien und Stiefmütterchen gehören zu den schwachzehrenden Blumen.

Mischkulturen und Fruchtfolge: So erhalten Sie Vielfalt im Beet

Beachten Sie nicht nur die richtige Reihenfolge beim Hochbeet bepflanzen. Mischkulturen und die Fruchtfolge sind ebenfalls sehr wichtig für Ihr Hochbeet.

Mischkulturen:

Ein bunt gemischtes Beet ist besonders schön. Aber nicht nur die Ästhetik spielt hier eine Rolle, sondern auch der Ertrag Ihres Blumen- oder Gemüsebeets.

Pflanzen Sie verschiedene Blumen oder Gemüsesorten in Ihrem Beet, erhalten Sie eine Mischkultur. Sie ist das Gegenteil von Monokulturen. Legen Sie z. B. nur Kohlsorten an, erhalten Sie eine Monokultur. Mischkulturen sind weniger anfällig für Schädlinge. Denn Schädlinge werden durch die verschiedenen Gerüche verwirrt. Sie nisten sich daher nicht so leicht im Hochbeet ein und fressen Ihre Erträge weg.

Die Pflanzen dürfen sich in einer Mischkultur nicht im Weg sein. Achten Sie darauf, dass die Wurzeln und die Blätter der jeweiligen Pflanze nicht ihren Nachbarn stören. Ist das der Fall, planen Sie ein bisschen mehr Abstand zwischen den Pflanzen ein, damit jede Pflanze ausreichend Nährstoffe bekommt. Beachten Sie den Wasser- und Sonnenbedarf und die Wuchshöhe von Pflanzen in einem gemeinsamen Beet.

Tipp: Pflanzen Sie höhere Gewächse mittig an und niedrigere Gewächse am Rand, so erhalten alle Pflanzen genügend Sonnenlicht.

Familienfremde Pflanzen passen gut zusammen, da sie einen Ausgleich im Beet schaffen. Einige Pflanzen vertragen sich allerdings nicht gut.

Die Kartoffel verträgt sich beispielsweise mit dicken Bohnen, Knoblauch, Kohlrabi, Spinat. Erbsen, Gurken, Kohl, Rote Bete, Sellerie, Tomaten und Zwiebeln mag sie nicht als Nachbarn.

Karotten lieben Dill, Erbsen, Knoblauch, Kopf- und Pflücksalat, Lauch, Mangold, Porree, Radieschen, Rettich, Schnittlauch, Tomaten, Zwiebeln. Mit Roter Bete kommen Karotten nicht klar. Das gilt auch für Spinat. Der mag Erdbeeren, Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Stangenbohnen, Tomaten.

Die Fruchtfolge:

Hochbeet mit Nutzpflanzen

Pflanzen Sie jedes Jahr andere Gemüsesorten in Ihr Hochbeet. Foto: deavita.com cc

Bei der Fruchtfolge geht es darum, welche Pflanzen Sie in aufeinander folgenden Jahren in Ihr Hochbeet pflanzen. Beachten Sie ein paar Dinge, bringt Ihr Beet lange gute Erträge. Grundsätzlich sollten Sie keine Pflanzen der gleichen Familie im nachfolgenden Jahr in Ihr Hochbeet pflanzen. Denn Pflanzen derselben Pflanzenfamilie entziehen dem Boden die gleichen Nährstoffe. Außerdem können abgestorbene Wurzelreste das Wachstum behindern. Pflanzen Sie Gemüsepflanzen derselben Familie frühestens nach drei Jahren in Ihrem Beet an.

Wir haben für Sie eine kleine Übersicht der wichtigsten Pflanzenfamilien erstellt:

  • Doldenblütler: Möhre, Fenchel, Stangensellerie, Sellerie
  • Kreuzblütler: Kohl, Meerrettich, Blumenkohl, Wirsing, Senf
  • Hülsenfrüchtler: Erbsen, Bohnen
  • Nachtschattengewächse: Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen
  • Lauchgewächse: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch
  • Korbblütler: Salate, Eisbergsalat, Kopfsalat, Endiviensalat
  • Fuchsschwanzgewächse: Rote Bete, Spinat

Tipp: Ein Hochbeet zu bepflanzen will geplant sein. Daher kann ein „Pflanzentagebuch“ Ihnen helfen, den Überblick zu behalten.

Recycling – Auch im Garten möglich!

Nach fünf bis sechs Jahren sollten Sie Ihr Hochbeet neu befüllen. Denn Ihre Pflanzen haben der Erde eine Menge Nährstoffe entzogen.

Trotzdem müssen Sie den Inhalt des Hochbeets nicht entsorgen. Verteilen Sie den Humus auf Ihren ebenerdigen Beeten. Der Humus enthält immer noch genug Nährstoffe, dass er die Bodenqualität in Ihren anderen Beeten verbessert. Das Hochbeet befüllen Sie anschließend wieder Lage für Lage mit Grünschnitt, Laub, Blättern und Kompost.

Viel Spaß beim Hochbeet bepflanzen!

Beitrag von

Avatar

Ihr Profi für Garten & Freizeit

Casando https://www.casando.de/ratgeber/wp-content/uploads/2017/03/casando_ratgeber.png 2019-04-26
100 0 100 1

Keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar


Alle Kommentare (0)