Eigenleistung: Wie Sie sich richtig absichern

Beim Sägen geschnitten, beim Hämmern den Finger getroffen – ob Parkett verlegen, Terrassenbau oder Fliesen legen: an vielen Stellen lauern Verletzungsgefahren. Doch wie reagiere ich bei einem Unfall? Wer haftet bei Personen- und Sachschäden? Wer Arbeiten in Eigenleistung erledigt, sollte sich ausreichend absichern, um bestimmte Probleme von vorneherein auszuschließen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie tun können, damit Sie mit gutem Gewissen den Bau Ihres Eigenheims beginnen können. Es ist nicht viel, was Sie beachten müssen und kompliziert ist es auch nicht.

Achtung: Alle Informationen in diesem Artikel sind unverbindliche Empfehlungen, um einen Überblick zu geben. Vieles ist von der individuellen Situation des Bauherren abhängig. Bei Detailfragen sollten Sie sich an die zuständigen Versicherungen und Behörden wenden.

Auf Nummer sicher gehen

Auch bei Außenarbeiten in Eigenleistung kann es schnell zu Unfällen kommen. Daher ist es sehr wichtig sich ausreichend abzusichern

Auch bei Außenarbeiten kann es schnell zu Unfällen kommen. Daher ist es sehr wichtig sich ausreichend abzusichern.
Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Sichern Sie sich im Vorfeld ausreichend ab. Wenn Freunde, Bekannte oder Verwandte Sie als privaten Bauherren bei der Eigenleistung unterstützen, müssen Sie eine Bauhelferversicherung bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) abschließen.

Denn egal, um welche Arbeiten es sich handelt: Es gibt immer mal wieder kleinere Verletzungen oder Unfälle. Damit die Helfer auf der Baustelle durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt sind, zahlen Sie ca. 2 Euro pro Person pro Stunde. Ausnahme: Wenn alle Helfer zusammengerechnet weniger als 40 Stunden bei der Eigenleistung unterstützt haben, gewährleistet die öffentliche Unfallkasse Versicherungsschutz. Wer jedoch einen signifikanten Anteil der Arbeiten in Eigenleistung übernimmt, kommt sicherlich über 40 Helferstunden.¹

Dokumentieren Sie die Arbeitsstunden also von Anfang an sorgfältig. Sie agieren hier wie ein Unternehmer und tragen Verantwortung. Als solcher sind dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass alle Helfer einen ausreichenden Arbeitsschutz erhalten. Dazu zählt auch der Versicherungsschutz. Eine weitere Versicherung, die den Bauherren über den Schutz der BG Bau hinaus weitestgehend absichert, ist die private Zusatz-Bauhelferversicherung. Diese bietet zusätzlichen Schutz für Sie und Ihre Helfer, falls etwas passiert. Informieren Sie sich, inwieweit eine Bauhelferversicherung für Sie nötig ist.

Noch wichtiger als der Versicherungsschutz ist jedoch, dass man Unfälle vermeidet – durch die richtige Ausrüstung und vorsichtiges Vorgehen bei jeder Tätigkeit. Das gilt für Personen- und Sachschäden gleichermaßen.

Sachschäden: Wer arbeitet, der haftet auch

Das ist eine oft gestellte Frage, wenn Eigenleistung von „Amateuren“ und die Arbeit von professionellen Handwerkern aufeinandertreffen. Um genau das zu vermeiden, sollten Sie schon vor Beginn schriftliche Regelungen mit dem Generalunternehmen festhalten, wenn Sie einzelne Gewerke selbst übernehmen. Wenn mangelhafte Arbeit eines professionellen Handwerkers als Folge Ihrer ursprünglich fehlerhaften Eigenleistung droht, muss der Handwerks- oder Bauunternehmer darauf hinweisen. Das betrifft Mängel in der Ausführung und beim Material. Beachten Sie dessen Hinweis nicht, sind Sie als Bauherr haftbar.

Nicht-professionelle Bauhelfer sind nur dann gesetzlich für Mängel haftbar, wenn Sie mit ihnen einen rechtsverbindlichen Werkvertrag abgeschlossen haben. Doch das ist in der Praxis auf privaten Baustellen selten der Fall. Die wenigsten werden ihren beim Hausbau helfenden Bruder oder den besten Freund einen Vertrag unterzeichnen lassen. Diese Helfer wären nur im Falle von vorsätzlich oder durch Fahrlässigkeit verursachten Schäden haftbar.

¹ Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Ihr Profi für Arbeitsplatten

Casando 2019-04-26

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