Wie lange darf ich heimwerken?

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Viele Menschen legen bei Renovierungen und anderen Arbeiten am Haus oder in der Wohnung gerne selber Hand an. So sparen sie nicht nur die Kosten für einen Fachmann. Sie können ihre Ideen ganz nach dem individuellen Geschmack umsetzen. Berufstätige Heimwerker können nur Abende oder das Wochenende für Renovierungen nutzen, denn nicht für alle Arbeiten im Haus oder in der Wohnung kann man sich Urlaub nehmen. Vor allem in den Abendstunden wird die Lärmbelästigung schnell zu einem Problem. Hämmern, Bohren und andere Arbeiten verursachen Krach, der die Nachbarn stört. Zuviel Lärm kann sich außerdem negativ auf die Gesundheit und die Psyche auswirken. Darum sollten Sie sich beim Heimwerken an die gesetzlich geregelten Ruhezeiten halten. Nehmen Sie zudem Rücksicht auf Ihre Nachbarn, um eventuelle Streitigkeiten zu vermeiden.

Stets auf die vorgeschriebenen Ruhezeiten achten

Die Ruhezeiten sind in der Hausordnung geregelt. Diese sollten Sie beim Heimwerken beachten.

Die Ruhezeiten sind in der Hausordnung geregelt.

Laut der gesetzlichen Ruhezeiten ist es untersagt, an einem Sonn- oder Feiertag über Zimmerlautstärke hinaus Lärm zu verursachen. Dementsprechend sollten Sie an diesen Tage nicht zu laut heimwerken. Verstöße gegen die Ruhezeiten können sogar strafrechtlich verfolgt werden. Allerdings gibt es keine bundesweit einheitlich geregelten Ruhezeiten. Die Länder regeln das häufig in ihren Landesimmissionsschutzgesetzes. Städte und Gemeinden können darüber hinaus Sonderregeln erlassen.

Oft wird unter der Woche sowie am Samstag eine Nachtruhe vorgeschrieben, in denen Zimmerlautstärke nicht überschritten werden darf. Meistens gilt diese unter der Woche zwischen 22 und 7 Uhr. Samstags gelten andere Zeiten. Die für Sie geltenden Ruhezeiten können Sie zum Beispiel beim Ordnungsamt Ihrer Gemeinde oder Stadt erfragen.

Außerdem regelt die Geräte- un Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) für viele Geräte und Baumaschinen die Einsatzzeiten, um Anwohner vor Lärm zu schützen. Unter die Verordnung fallen Geräte wie Betonmischer, Kettensägen, Laubbläser und Rasenmäher. Sie regelt die Einsatzzeit in lärmempfindlichen Gebieten, wie zum Beispiel reinen Wohngebieten. Hier dürfen Rasenmäher und Co. an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr genutzt werden. Für Laubbläser und andere sehr laute Geräte gibt es noch strengere Vorschriften. Diese dürfen werktags von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr genutzt werden. Welche Maschinen genau unter die Verordnung fallen, können Sie im Verordnungstext nachlesen oder Sie fragen beim zuständigen Ordnungsamt nach.

Zusätzlich zu den Verordnungen und vorgeschriebenen Ruhezeiten kann Ihr Vermieter Ruhezeiten festlegen. Schauen Sie, ehe Sie mit Ihren Arbeiten beginnen, in Ihren Mietvertrag oder die Hausordnung. Sind dort Ruhezeiten vorgeschrieben, sind diese für Sie verbindlich. Bei einem Verstoß kann der Vermieter Sie abmahnen und Ihnen schlimmstenfalls sogar kündigen.

Absprache mit den Nachbarn

Für den Frieden in der Nachbarschaft kann es nicht schaden, wenn Sie Ihr Heimwerken ankündigen. Selbst wenn Sie nur ein paar Löcher bohren, werden sich Ihre Nachbarn über eine Vorwarnung freuen. Nehmen Sie auf Kinder Rücksicht, die eventuell früher schlafen gehen. Fangen Sie an einem Samstag nicht schon um 7 Uhr mit lautem Hämmern, Bohren oder Parkett verlegen an, da viele Menschen diesen Tag zum Ausschlafen nutzen möchten.

Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Nachbarn und versuchen Sie die lauten Arbeiten nach Möglichkeit aufzuteilen, sodass es nicht über mehrere Stunden hinweg durchgehend zu Lärm kommt. Wenn Sie Ihre Nachbarn vorab informieren, haben diese die Möglichkeit, einen Ausflug oder ähnliches zu planen, sodass sie sich nicht belästigt fühlen. Vielleicht hat einer Ihrer Nachbarn Schichtdienst und ist auf seinen Schlaf außerhalb der Ruhezeiten angewiesen. Darauf sollten Sie ebenfalls Rücksicht nehmen.

Bevor Arbeiten im oder am Haus oder in der Wohnung anstehen, sollten Sie also zunächst in den Mietvertrag schauen, beziehungsweise Ihre Nachbarn vorwarnen. Wenn Sie sich an die Ruhezeiten halten und nicht über einen Zeitraum von mehreren Stunden hinweg Lärm verursachen, sind Sie auf der sicheren Seite und Ihren Arbeiten oder Reparaturen steht nichts mehr im Wege.

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Casando 2021-02-23
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65 Kommentare

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Alle Kommentare (65)

  1. Avatar Anonymous vor 2 Wochen

    Hallo,

    mein Nachbar ( wohnt über uns ) stellt jeden 2 Freitag die Aschtonnen morgen ums 5 Uhr raus. Unsere Aschtonnen müssen durch das Haus auf die Strasse. das macht immer einen heiden Lärm. Beschwerde beim Vermieter folgte, null Reaktion. Wir stehen jeden morgen um 3 Uhr auf wegen Arbeit. Aber wenn man dann Urlaub oder frei hat möchte man schon gerne ausschlafen. Auch beim renovieren halten wir uns immer an die Ruhezeiten. Als dann unsere neuen Möbel kamen die wir nach 15 Uhr und vor 18 Uhr zusammen gebaut haben, hat er dann mal mit seinen Fuß ordentlich getrampelt. Er hat auch Hasen die mitten in der Nacht durch die Wohnung hüpfen. Unser Vermieter macht leider nichts. Das einzige was mal kam war, dass wir die einzigen sind die sich beschweren.

    • Avatar Vera Stiefelhagen vor 7 Tagen

      Hallo,

      wir können verstehen, dass solch ein Lärm stört. Am besten suchen Sie noch einmal das Gespräch mit Ihrem Nachbarn.
      Wir bezweifeln, dass das Rausstellen der Mülltonnen ein Fall ist, für den das Ordnungsamt zuständig ist. Hier hilft wahrscheinlich wirklich nur das Gespräch mit Nachbarn und Vermieter.

      Wir drücken die Daumen, dass Sie zusammen eine Lösung finden.

      Viele Grüße
      Vera

  2. Hallo,
    Gespräch mit Nachbarn hilft nicht, denn er verweist auf die offiziellen Ruhezeiten, an denen er sich meistens hält. Dass ich Nachtschicht arbeite entspricht für ihn nicht der Norm seine schmaler Weltansicht. Ich habe seine Arbeiten noch nie unterbunden oder so, sondern gefragt, ob er sich wenigstens ankündigen kann, damit ich mit meinen Kindern rechtzeitig “fliehen” und meine Schichtarbeitszeiten nach ihn planen kann. Er arbeitet immer zu so unterschiedlichen Zeiten, dass es immer aus einer Totenstille (ruhige Gegend) unerwartet zum Lärm (80-90 dezibel) kommt und wir uns erschrecken. Ans Lernen oder Freunde einladen ist auch nicht zu denken.
    Ich will keinen Streit mit dem Nachbarn

    • Avatar Vera Stiefelhagen vor 3 Monaten

      Hallo Lana,

      es tut uns sehr leid, dass Ihr Nachbar wenig einsichtig ist. Wenn er sich an die Ruhezeiten hält und auch die allgemeinen Lautstärkevorgaben nicht überschreitet, haben Sie leider wenige Möglichkeiten außer dem Gespräch mit ihm.
      Wir drücken die Daumen, dass er sich doch noch durch Gespräche überzeugen lässt, Sie zumindest vorzuwarnen.

      Viele Grüße
      Vera

  3. Avatar Sascha vor 5 Monaten

    Hallo, ich hatte Ihnen letzten Monat schon einmal geschrieben. Also ein Gespräch mit dem Nachbarn ist aufgrund seines Unwillens nicht möglich. Und die Arbeiten sind nicht zeitlich befristet, da es kein konkretes Vorhaben gibt, sondern es sich um Bastellust handelt. Die genannten Maschine sind Drehmel, Tischbohrmaschine und Schleifmaschine, soweit mir bekannt. Zur Lautstärke kann ich sagen, dass man den TV höher drehen muss um dem Programm folgen zu können. Lohnt sich Ihrer Meinung nach ein Besuch beim Mieterschutzbund, oder ist das Ordnungsamt erster Ansprechpartner? M.f.G

    • Avatar Linda Smart vor 5 Monaten

      Hallo Sascha,

      das Ordnungsamt wird sicher wissen, was zu tun ist und Ihnen hilfreiche Tipps geben können. Falls Ihnen dort nicht weitergeholfen werden kann, ist aber auch der Mieterschutzbund sicher eine gute Anlaufstelle.
      Wir drücken Ihnen die Daumen.

      Viele Grüße
      Linda

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