Stauseeholz – Besonderes Holz für Ihre Terrasse

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Stauseeholz klingt erst einmal ungewöhnlich. Daher erklären wir genau, was es mit dem Holz auf sich hat, wo es herkommt und was es so besonders macht.

Was ist Stauseeholz?

Wie der Name schon sagt, kommt das Holz aus Stauseen, die in nicht gerodeten Tälern angelegt wurden. Ganze Wälder stehen unter Wasser und das Süßwasser konserviert das Holz. Einer der größten dieser Stauseen ist der Brokopondo Stausee in Surinam. Der Stausee ist dreimal größer als der Bodensee – eine beachtliche Wasserfläche. In den 60er Jahren wurde der Staudamm gebaut, um den Fluss Suriname zu stauen und Strom zu erzeugen. Das Tal des Regenwaldes, durch das der Fluss läuft, wurde nicht gerodet. Dadurch befinden sich im See jetzt besondere Holzschätze wie Guyana Teak (Basralocus), Ipe, Walaba, Cumaru, Garapa, Fava und viele andere Tropenholzarten.

Bäume im Brokopondo Stausee

Die Bäume im Brokopondo Stausee werden auch Stauseeholz genannt.

Wie wird Stauseeholz geerntet?

Bei Stauseeholz spricht man von Ernte. Dazu fahren Taucher mit Booten auf den Brokopondo See hinaus und tauchen teilweise auf Tiefen von über 20 Meter hinunter. Dort fällen sie die ehemaligen Urwaldriesen mit hydraulischen Kettensägen. Dabei müssen sie besonders vorsichtig vorgehen, denn die Sicht im Wasser ist sehr schlecht. In 20 m Tiefe ist fast nichts mehr zu sehen, sodass die Arbeit nicht ungefährlich ist. Mögliche Begegnungen mit Piranhas, Krokodilen, Anakondas und anderen Schlangen, die im See leben, bergen weitere Gefahren.

Geernteter Baum

Die Arbeiter befestigen den Baumstamm mit Stahlseilen am Boot.

Vor dem Fällen sichert der Taucher den Stamm mit einem Stahlseil am Boot. Das Holz schwimmt nicht, sondern würde auf den Grund sinken, wenn es nicht durch das Seil gehalten würde. Das geerntete Holz wird auf Pontons auf dem See zwischengelagert. Die Holzarbeiter schleppen den vollen Ponton zum Sägewerk, welches sich direkt am Seeufer befindet. Das dort erzeugte Schnittholz wird per LKW zur Weiterverarbeitung in ein Hobelwerk in die Hauptstadt Paramaribo gebracht, z. B. zu Terrassendielen gehobelt, in Container verladen und in die Welt verschifft. Große Abnehmer für Terrassendielen sind Deutschland und die Niederlande, denn die im See geernteten tropischen Harthölzer eignen sich perfekt für den Außeneinsatz bei unserer wechselnden Witterung.

Stauseeholz auf einem Ponton

Ein Boot schleppt das Stauseeholz auf einem Ponton ans Ufer.

Was macht Stauseeholz so besonders?

Das Süßwasser hat das Holz über Jahrzehnte konserviert. Die Dauerhaftigkeit hat sich nicht verschlechtert. Einige typische Holzeigenschaften haben sich im Laufe der Zeit sogar positiv verändert. Das Holz lässt sich leichter trocknen, arbeitet weniger und die üblichen Trocknungsrisse fallen im Vergleich zu „normalem“ Holz deutlich geringer aus. Damit ist das Holz perfekt geeignet für den Einsatz auf Terrasse und Balkon.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Holz schon tot ist. Tropenholz wird oft kritisch gesehen, da wertvolle Lebensräume in tropischen Regenwäldern durch nicht-nachhaltige Waldbewirtschaftung oder Kahlschlag zerstört werden. Das ist im See natürlich nicht der Fall. Im Gegenteil: Die Entnahme des Holzes aus dem See hat langfristig einen ökologisch positiven Effekt. Würde das Holz im See verbleiben, würde während des langsamen Verrottungsprozesses Methangas freigesetzt, ein stark klimaschädliches Treibhausgas. Die Ernte vermeidet das Gas, die weiterverarbeiteten Hölzer binden gleichzeitig für lange Zeit CO².

Wofür eignet sich Stauseeholz?

St. Peter und Paul Kathedrale in Paramaribo

Die St. Peter und Paul Kathedrale in Paramaribo ist vollständig aus Holz gefertigt.

Das im Stausee geerntete Holz eignet sich für alle Einsatzbereiche, in denen man auch Holz aus dem Wald verwenden würde. Das Holz unterscheidet sich von Holz aus dem Regenwald nur hinsichtlich des etwas besseren Quell- und Schwindverhaltens und einer geringeren Neigung zu Rissbildung. Optisch sind sie gleich.

Die Artenvielfalt an attraktiven Hölzern in diesem versunkenen Regenwald ist ebenso immens wie in den immergrünen Wäldern von Surinam. Für die verschiedenen Einsatzzwecke sind die verschiedenen Holzarten mehr oder weniger gut geeignet: als Bauholz für Dachstühle, Wände, Fassadenverkleidung, für Schalungen, zum Brückenbau, für Plattenwerkstoffe und Möbelbau. In Surinam trifft man überall auf verarbeitetes Holz aus dem See.

In Deutschland nutzen wir die Hölzer aus dem See fast ausschließlich für Terrassendielen. Die ansprechende Optik ist besonders beliebt. Die glatte Oberfläche der Dielen unterstreicht die natürliche Schönheit der Hölzer. Die meist erheblich bessere natürliche Dauerhaftigkeit von Hartholz im Vergleich mit heimischen Hölzern macht die Hölzer aus Surinam perfekt für den Terrassenbau.

Welche Holzarten gibt es als Stauseeholz?

Im Brokopondo Stausee stehen viele verschiedene Holzsorten. Aber nicht alle Hölzer sind für den Export relevant. Hölzer wie Guyana Teak, Ipe und Walaba sind ideale Sorten für den Terrassenbau. Daher stellen wir diese etwas genauer vor.

Aus Stauseeholz gehobelte Terrassendielen

Aus Stauseeholz gehobelte Terrassendielen.

Guyana Teak (Basralocus)

In erster Linie überzeugt Guyana Teak durch sein Aussehen. Die gleichmäßige, braune Farbe und die zurückhaltende Maserung geben dem Holz eine schlichte Eleganz. Die meist astfreien Dielen verleihen der fertigen Terrasse einen edlen Charakter.

Ökologisch vorbildlich, dauerhafter und als bauaufsichtlich zugelassene Holzart ist Guyana Teak für viele Kunden die bessere Alternative zu Bangkirai.

Walaba

Von Natur aus enthält Walaba viel Harz und wachsartige Inhaltsstoffe. Diese schützten das Holz in den Tropen vor holzzerstörenden Pilzen und Insekten. Daraus hergestellte Produkte sind durch die natürliche „Imprägnierung“ ideal gegen Schädlingsbefall geschützt und trotzen der Witterung. Außerdem ist das Holz sehr formstabil und arbeitet kaum.

Durch das viele Harz kann bei Walaba-Stauseeholz bei starkem Sonnenschein am Anfang Harz austreten. Das Harz lässt sich mit speziellem Harzentferner beseitigen. Aber der Harzaustritt ist Grund dafür, dass das Holz für viele Kunden nicht uneingeschränkt tauglich für die Terrasse ist. Als Konstruktionsholz und für den Unterbau der Terrasse ist Walaba aufgrund seiner Beständigkeit aber absolut empfehlenswert.

Ipe

Ipe ist für viele die Nummer 1 unter den Tropenhölzern. Unübertroffene Härte und Dauerhaftigkeit garantieren jahrzehntelange Freude an Ihrer Terrasse. Unterschiedliche Farbnuancen, teils wilde, teils schlichte Maserung unterstreichen, dass jedes Brett ein Unikat ist.

Leider findet sich Ipe im Brokopondo See relativ selten. Deswegen wird im Bedarfsfall die Produktion mit etwas Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ergänzt. Deswegen wird Ipe aktuell oft als „Stauseeholz Mix“ bezeichnet.

Wie pflege ich Stauseeholz?

Grundsätzlich gilt für die Reinigung und Pflege von Terrassen aus Stauseeholz das Gleiche, wie für andere Holzterrassen. Dafür haben wir Ihnen die vier Schritte zur Pflege von Holzterrassen zusammengestellt.

Wie bei anderen Harthölzern bildet sich auch bei Stauseeholz nach einiger Zeit eine silbergraue Patina. Hervorgerufen wird das sogenannte Vergrauen durch die UV-Strahlen des Sonnenlichts. Lignin baut sich im Bereich der Oberfläche ab. Die dadurch entstehenden weißen Rückstände lassen die Fläche grau erscheinen. Dieser Prozess beeinflusst die Haltbarkeit des Holzes nicht, sondern stellt ein typisches Merkmal für alle Hölzer dar, die der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Wer das Vergrauen nicht möchte, kann mit etwas Einsatz den natürlichen Farbton des Holzes annähernd erhalten. Ölen Sie Ihre Terrasse nach gründlicher Reinigung mindestens einmal im Jahr.

Je nach Standort und Bedarf sollte eine Reinigung auch öfter stattfinden, was bei geölten Terrassen etwas leichter von der Hand geht. Grobe Verschmutzungen werden mit dem Besen, Grünbelag mit Wasser und Wurzelbürste entfernt. Bei größeren Flächen lohnt der Einsatz eines elektrisch betriebenen Terrassenreinigers, den Sie im Fachhandel ausleihen können. Nutzen Sie auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger. Das schädigt das Holz und verkürzt die Lebensdauer Ihrer Terrasse erheblich.

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Ihr Profi für Garten & Freizeit

Casando 2020-03-19

4 Kommentare

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Alle Kommentare (4)

  1. Avatar Josef Brösterhaus vor 4 Wochen

    Im letzten Jahr fertigten wir unsere Terrasse aus Walaba Stauseeholz. Bereits im letzten Sommer trat auf der kompletten Fläche Harz aus. Mit unterschiedlichen Harzentfernern haben wir versucht die Fläche vom Harz zu befreien, erfolglos. Bereits in den kommenden Tagen trat erneut Harz aus. Den aufwändigen und anstrengenden Reinigungsprozess haben wir bereits zweimal wiederholt. Ohne Erfolg. In diesem Jahr haben wir erneut frischen Harzaustritt auf der kompletten Fläche. Das Harz trägt sich über das Schuhwerk ins Haus und verschmutzt so unsere Fliesen- und Pakettböden. Ich rate dringend davon ab Walaba Stauseeholz als Terrassenholz einzusetzen. Wir werden die Walaba Terrasse wieder abreißen. Sehr ärgerlich das casando nicht deutlicher auf das Problem hinweist.

    • Avatar Linda Smart vor 4 Wochen

      Hallo Herr Brösterhaus,

      vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

      Haben Sie Ihre Terrassendielen bei casando gekauft? Dann setzen Sie sich gerne mit Ihrem Fachberater in Verbindung, gemeinsam finden sie bestimmt eine Lösung.

      Viele Grüße
      Linda

  2. Avatar Anette Stahlhofen vor 1 Monat

    In der Planungsphase für den Neubelag meiner Terrasse bin ich nach umfangreicher Internetrecherche über Bambus, Lärche, WPC, Bangkirai etc. schließlich auf Stauseeholz gestoßen. ich hatte nach einem pflegeleichten, dauerhaften Holz mit ruhiger Maserung und ökologisch vertretbaren Produktions- und Transportbedingungen gesucht. Neben der schönen Optik und den überzeugenden Eigenschaften hat mich auch die Geschichte und Herkunft des Holzes überzeugt. Seit einer Woche kann ich mich jetzt an meiner neuen Terrasse aus Guayana Teak erfreuen!

    • Avatar Linda Smart vor 1 Monat

      Hallo Frau Stahlhofen,

      vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen. Wir finden Guyana Teak auch besonders schön.
      Genießen Sie den Sommer auf Ihrer neuen Terrasse!

      Viele Grüße
      Linda