Eigenleistung: Geeignete Gewerke

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Mit Eigenleistung kann man bei Bau und Renovierung viel Geld sparen. Aber Sie sollten genau planen, was Sie selbst machen möchten und was nicht. Denn es gibt einige Arbeiten, die Sie nicht als Gewerke für Eigenleistung einplanen sollten. Für manche Arbeiten benötigen Sie lediglich etwas handwerkliches Geschick. Für andere sind fortgeschrittene Kenntnisse und am besten auch praktische Erfahrung notwendig, um sie ordentlich und effizient auszuführen. Einige Arbeiten können nur mit teurem Spezialwerkzeug erledigt werden, das Sie kaufen oder mieten müssen. Bei manchen, wie den Elektrikarbeiten, ist Eigenleistung aus Sicherheitsgründen sogar verboten. Überlegen Sie also genau, welche der Gewerke für Eigenleistung eingeplant werden sollen.

Ermitteln Sie schon in der Planungsphase das für Sie passende Kosten-Nutzen-Verhältnis. Auf dieser Basis können Sie entscheiden, welche Gewerke Sie selbst übernehmen und welche Sie fremdvergeben. Natürlich können Sie während des Baus den Plan ändern und Arbeiten selbst erbringen. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn die Kosten unerwartet ansteigen. Tun Sie dies jedoch nur, wenn es die nachfolgenden Abläufe nicht zu sehr verzögert oder behindert. Sonst zahlen Sie am Ende sogar mehr als bei Beauftragung eines Profis. Manchmal ist es aber auch nötig, eine geplante Eigenleistung doch an einen Handwerksbetrieb zu vergeben, beispielsweise um die Bauphase zu beschleunigen. Fest steht nämlich: Ein Profi ist immer schneller als ein ambitionierter Hobby-Heimwerker.

Wir stellen Ihnen in der Folge einige Gewerke für Eigenleistung vor und geben Tipps, was Sie dabei einsparen können. Unsere Zahlen sind Richtwerte, die sich auf ein beispielhaftes Einfamilienhaus mit Keller und 140 Quadratmeter Wohnfläche beziehen. Beachten Sie, dass jeder Einzelfall anders ist.

Sehr beliebt: Bodenlegen in Eigenleistung

Fußböden können schwimmend verlegt oder verklebt werden.

Fußböden können schwimmend verlegt oder verklebt werden.

Bodenbeläge verlegen viele Bauherren in Eigenleistung. Durchschnittlich plant man hier zwischen 40 und 90 Arbeitsstunden ein. Gerade beim Verlegen von Parkett, Laminat oder Vinyl können Sie vergleichsweise viel einsparen – laut Expertenmeinungen bis zu 40 Euro pro Quadratmeter. Damit kommen Sie auf einen Eigenleistungsanteil von rund 2 Prozent an den Gebäudekosten. Gerade das schwimmende Verlegen von Böden mit Klick-Systemen können auch handwerklich Unerfahrene gut selbst erledigen. Etwas anspruchsvoller ist das vollflächige Verkleben. Doch aus das ist mit den richtigen Anleitungen für Laien machbar.

Ähnlich verhält es sich mit dem Fliesenlegen. Im Vergleichist das aber etwas schwieriger. Insbesondere das ebene Verlegen ohne Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Fliesen fordert den ein oder anderen Hobby-Handwerker heraus. Wenn Sie noch nie Fliesen verleget haben, lassen Sie sich von jemandem mit Erfahrung helfen. Beim Verlegen von Fliesen kann man bis zu 25 Euro je Quadratmeter einsparen.

Einfach, mit dem richtigen Werkzeug: Türen und Fenster einbauen

Besorgen Sie sich schon vor dem Einbauen von den Fenstern das richtige Werkzeug. Foto: VELUX

Besorgen Sie sich schon vor dem Einbauen von den Fenstern das richtige Werkzeug. Foto: VELUX

Bei einem Durchschnittshaus benötigt ein Handwerker ungefähr 20 Stunden für den Einbau der Türen. Machen Sie es selbst, können Sie insgesamt rund 1.500 Euro Lohn- und Materialkosten einsparen.

Das Einbauen von Türen und Fenstern ist vergleichsweise einfach, wenn Sie die richtigen Werkzeuge zur Hand haben. Sie müssen hier besonders präzise arbeiten, damit alles richtig schließt und dicht ist.

Gleiches gilt für den Einbau von Dachfenstern. Aufgrund der besonderen Lage sollten Sie nach Möglichkeit zu zweit arbeiten, denn der Schwierigkeitsgrad ist wegen der Dachschräge höher als bei normalen Fenstern. Achten Sie auch darauf, sich beim Einbau eines Dachfensters abzusichern.

Sparen beim Dachausbau

Auch der Dachausbau, also das Dämmen und Verkleiden von Schrägen, ist eine besonders beliebte Eigenleistung. In der Regel werden für diese Arbeiten hundert bis hundertdreißig Stunden eingeplant, was letztendlich eine Ersparnis von bis zu 2.000 Euro bringen kann.

Die Klassiker: anstreichen und tapezieren

Am häufigsten führen Bauherren Maler- und Tapezierarbeiten in Eigenleistung aus. So simpel das Grundprinzip ist: Die Herausforderung liegt hierbei in der Geschwindigkeit und den Details. Profis arbeiten deutlich schneller und sauberer, doch mit etwas Geschick und mit hochwertiger Farbe schaffen die meisten Heimwerker auch ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Verwenden Sie keine billige, qualitativ minderwertige Farbe zum Anstreichen. Diese hat eine schwache Deckkraft. Daher muss man sie häufiger auftragen und der Zeitnachteil gegenüber Facharbeitern steigt so zusätzlich. Tapezieren erfordert etwas mehr handwerkliches Können. Mustertapeten müssen besonders präzise mit regelmäßigem Versatz angeklebt werden. Wer selbst in der Lage ist, Maler- und Tapezierarbeiten durchzuführen, muss sich auf etwa 125 bis 190 Arbeitsstunden einstellen. Dadurch sind jedoch Einsparungen von über 8.000 Euro möglich.

Kein Risiko eingehen: Elektrikerarbeiten

Wenn es um die Elektroarbeit geht, ist höchste Vorsicht geboten. Bestimmte Arbeiten, wie beispielsweise Schlitze stemmen, können Sie auch als Laie übernehmen. Die komplizierteren Dinge überlassen Sie aber besser einem Fachmann, denn das falsche Verlegen von Leitungen kann sehr schnell lebensbedrohlich werden. Bei den Elektroarbeiten sind das Planen und Dokumentieren besonders wichtig. Nur so weiß man auch bei späteren Arbeiten noch, wo welche Leitung liegt.

Schöne Aussichten: Garten und Terrasse

Auch beim Terrassenbau in Eigenleistung lässt sich einiges sparen.

Auch beim Terrassenbau in Eigenleistung lässt sich einiges sparen.

Bei den Außenanlagen können Hobby-Heimwerker selbst Hand anlegen. Egal, ob beim Ausschachten vor dem Bau, dem Terrassenbau, dem Einsetzen von Pflanzen und Sträuchern oder auch beim Säen des neuen Rasens – hier können Sie mit der richtigen Vorgehensweise zusätzlich viel Geld sparen.

Erdarbeiten sind etwas anspruchsvoller. Hierzu benötigen Sie zunächst einen Bagger. Außerdem ist einiges an Fachwissen nötig, um Dinge wie das Abfangen von Hängen und die Entsorgung des Aushubs korrekt durchzuführen. Besorgen Sie sich außerdem vor Beginn der Erdarbeiten einen Plan, auf dem Wasser- und Stromleitungen vermerkt sind, damit Sie diese nicht versehentlich beschädigen.

Mit Bedacht kalkulieren

Wie die Aufstellung zeigt lässt sich Einiges mit Eigenleistung einsparen. Die Einsparungen gehen aber meist auf Kosten der kurzen Bauzeit. Beurteilen Sie realistisch, was Sie, Freunde und Verwandte leisten können und entscheiden Sie auf dieser Basis. Je weniger Zeitdruck man hinsichtlich des Einzugstermins hat und je besser man die Bautätigkeit mit seinem Job unter einen Hut bekommt, desto mehr kann man die Kosten durch Eigenleistung senken – vorausgesetzt, man hat die Fähigkeiten und beschränkt sich auf geeignete Gewerke.

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