Dachformen von Gartenhäusern

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Was für den gesamten Aufbau von Gartenhäusern gilt, das gilt auch für die Dächer. Es gibt zahlreiche Formen und Konstruktionen, die Ihr Gartenhaus vor Wind und Wetter schützen. Im Artikel finden Sie eine Übersicht der gängigsten Dachformen.

Pultdach

Einfach, schlicht und preisgünstig: das Pultdach

Einfach, schlicht und preisgünstig: das Pultdach

Sehr beliebt und verbreitet bei Gartenhäusern und vor allem bei Geräteschuppen ist der Einsatz von Pultdächern. Sie sind einfach, schlicht, unaufdringlich und zählen zu den preisgünstigsten Bedachungsmöglichkeiten.

Abseits der Gartenhäuser findet man diese Dachform bevorzugt bei angegliederten Gebäudeteilen wie Erkern oder Anbauten. Auch bei Garagen, Produktionsstätten und Nebengebäuden sind Pultdächer sehr beliebt. Erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird das Pultdach vermehrt als Hauptdach für Wohngebäude verwendet. Vorteil dieser Dachform ist, dass der Wohnraum unter dem Dach aufgrund dessen geringer Neigung meist vollständig genutzt werden kann. Es gibt keine störenden Dachschrägen, die die Raumgröße im Inneren einschränken.

Pultdächer weisen eine Dachform auf, die aus nur einer geneigten Dachfläche bestehen. Die Neigung des Daches kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, ist in der Regel aber eher gering (z. B. HORI Gartenhaus/Systemhaus Herning mit 7° Dachneigung). Sie reicht jedoch aus, damit das Regenwasser rückseitig oder seltener auch zur Seite hin abfließen kann.

Das Satteldach ist ein echter Klassiker.

Das Satteldach ist ein echter Klassiker.

Satteldach

Die wohl populärste Dachform in unseren Breitengraden hat das Satteldach. Das zu den Seiten geneigte, mittig nach oben spitz zulaufende Dach ist weithin bekannt und beliebt – sowohl beim Hausbau als auch bei Gartenhäusern. Regenwasser fließt zu den Seiten ab und wird von hier aus über die Regenrinne abgeleitet. Ist das Gartenhaus entsprechend groß, kann ein Dachboden für zusätzlichen Stauraum sorgen.


Schleppdach

Das Schleppdach ist eine sinnvolle Erweiterung.

Das Schleppdach ist eine sinnvolle Erweiterung.

Schleppdächer sind an den Hauptbau angegliederte Dächer, die unterschiedliche Funktionen haben können. So sind sie beispielsweise als Vordach oder Eingangsbereich einsetzbar. Ein Schleppdach kann von Beginn an Teil des Gartenhauses sein oder auch nachträglich angebaut werden – unabhängig von der Dachform des Gartenhauses oder Schuppens, denn Größe und Form sind variabel. Unter dem Schleppdach können Sie beispielsweise Brennholz zur Trocknung lagern oder einen Unterstand für Fahrrad und Co. schaffen.


Friesengiebel

Der Friesengiebel gibt dem Dach eine optische Aufwertung und hat eine interessante Geschichte.

Der Friesengiebel gibt dem Dach eine optische Aufwertung und hat eine interessante Geschichte.

Der Friesengiebel ist mit Blick auf seine Funktion ein Relikt aus vergangener Zeit. Der vorgezogene Giebel über dem Eingangsbereich sollt einst dazu dienen, bei Reetdachhäusern* den Fluchtweg im Falle eines Brandes vor herunterfallenden und brennenden Dachteilen zu schützen und diesen freizuhalten. Bei modernen Friesenhäusern hat der namentlich gleiche Giebel meist nur noch einen repräsentativen Zweck. Im Bereich der Gartenhäuser stellt er ein optisch aufwendigeres Dach dar, als es beim einfachen Satteldach der Fall ist.

* Reetdachhäuser sind Häuser, deren Dächer eine Bedachung aus Reet (Schilfrohr) haben. Diese Eindeckungsform findet man besonders in Küstennähe und ist hier berühmt, da Reet als Ersatz für fehlendes Holz aufgrund der raren Bewaldung genutzt wurde.

Ein optisch rundum gelundenes Gesamtbild kann durch ein Walmdach erreicht werden.

Ein optisch rundum gelundenes Gesamtbild kann durch ein Walmdach erreicht werden.

Walmdach

Das Walmdach ist prinzipiell ein Satteldach, allerdings sind die Giebelflächen ebenfalls geneigt. Die beiden seitlichen Giebelschrägen bezeichnet man als Walm.

Walmdächer gibt es nicht nur, wie in der oberen Beschreibung, in quadratischer Form mit vier Dachflächen. Auch eine höhere Anzahl ist möglich, etwa eine sechseckige Grundform (siehe nebenstehende Grafik).


Pagodendach

Einen fernöstlichen Look bietet das Pagodendach.

Einen fernöstlichen Look bietet das Pagodendach.

Ein Gartenhaus mit einem Pagodendach bringt fernöstliches Flair in den heimischen Garten. Aussehen und Form des Daches können grundsätzlich stark variieren. Die nebenstehende Grafik zeigt die gängigere Pagodendachform für Gartenhäuser. Auf einem quadratischen Walmdach ist in der Mitte ein weiteres Walmdach auf kleinen Seitenwänden aufgesetzt. In diese Wände sind häufig mehrere kleine Fenster eingelassen, die das Innere mit Licht durchfluten und dem gesamten Haus eine besondere Optik geben.

Bei der anderen Form ist das Dach rund nach oben bis zu Spitze in der Mitte aufgeschwungen. Diese Dächer sind beim fernöstlichen Vorbild oft verziert und wirken dadurch besonders edel. Solch aufwendige Dachkonstruktionen findet man bei Gartenhäusern allerdings selten und sie sind vergleichsweise teuer.

Tonnendach

Schlicht und nach historischem Vorbild: das Tonnendach.

Schlicht und nach historischem Vorbild: das Tonnendach.

Das Tonnendach findet man heutzutage vor allem auf Bahnhöfen, Einkaufszentren und Lagerhallen. Dabei gehört diese Dachform zu den ältesten, die Menschen geschaffen haben. Das Tonnendach bei Gartenhäusern ist gewissermaßen eine rundliche Abwandlung des Satteldachs. Anders als das Satteldach läuft es am höchsten Punkt aber nicht spitz zu, sondern weist eine abgerundete Fläche auf. Vom Prinzip her ist es ansonsten aber vergleichbar: Die Dachneigung verläuft zu den Seiten, zu denen das Regenwasser abfließt und die Entwässerung erfolgt. Unter dem Dach können Sie eine zusätzliche Ebene für weiteren Stauraum nutzen – je nach Größe und Ausprägung der Krümmung.

Ein echter Hingucker: das Stufendach.

Ein echter Hingucker: das Stufendach.

Stufendach

Echte Hingucker sind Gartenhäuser mit Stufendächern. Bei solchen Dächern werden zwei separate Dachschrägen durch eine kleine vertikale Front getrennt. Die Dachschrägen können in Form und Neigung unterschiedlich oder identisch sein. Fenster in der vertikalen Front kreieren für das Gartenhaus eine zusätzliche Lichtquelle. So verändert sich auch das Rauminnere, da man die Raumgröße anders wahrnimmt als bei geschlossenen Decken.

Gartenhäuser mit Stufendächern erfreuen sich zurzeit großer Beliebtheit, weshalb sie viele Hersteller aktuell in verschiedensten Variationen und Größen anbieten.

Zeltdach

Optisch ansprechend und vielfältig ist das Zeltdach.

Optisch ansprechend und vielfältig ist das Zeltdach.

Ein Zeltdach ähnelt durch die einzelnen, mittig zur Dachspitze zulaufenden Dachseiten optisch dem Walmdach. Allerdings unterscheidet sich die Unterkonstruktion des Zeltdaches vom Aufbau des Walmdaches, das auf der Basis des Satteldaches aufgebaut ist. Ein Zeltdach hat mindestens drei dreieckige Dachflächen, die wie bei einer Pyramide aufeinander zulaufen und an den Seiten bündig aneinander abschließen. Es können aber, wie in der Beispielgrafik, auch mehr als drei separate Dachflächen sein. Dabei kann das Dach mit Besonderheiten, etwa einem Giebel oder abgesetzter Spitze versehen sein. Die Neigung der Dachflächen kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, was ebenfalls für den großen Variantenreichtum dieser Dachform spricht und dafür sorgen kann, dass die Decke sehr hoch oder vergleichsweise tief ist.

Mansarddach

Ein Mansarddach ist die optimale Lösung, wenn Sie auch unterm Dach viel Stauraum suchen.

Ein Mansarddach ist die optimale Lösung, wenn Sie auch unterm Dach viel Stauraum suchen.

Die Dachbautechnik des Mansarddaches geht historisch gesehen auf den französischen Architekten François Mansart und dessen Großneffen zurück. Die beiden machten diese Dachform, die übrigens von Pierre Lescot (Architekt des Louvre) erfunden wurde, populär. Hintergrund waren steuerliche Vorteile, da man Wohnraum unter dem Dach und ohne merkliche Dachschrägen schaffen konnte – und die Grundsteuer wurde nur nach Anzahl der Vollgeschosse erhoben.

Das Mansarddach basiert auf einem Sattel- oder Walmdach, allerdings mit dem Unterschied, dass die Dachhälften in zwei Teile mit unterschiedlichem Neigungswinkel geteilt sind. Die äußeren Dachflächen sind dabei wesentlich steiler als die Inneren, was zu mehr Raum unter dem Dach führt. Dies kommt dies dem Stauraum zugute, von dem im heimischen Garten vor allem Geräteschuppen profitieren.

EPDM-Dachfolie – eine lohnenswerte Alternative für Dachpappe?

So verschieden und vielfältig die Dachformen sind, so gleich ist meist die Bedachung. Häufig wird zum Schutz des Inneren Dachpappe mitgeliefert, da diese relativ günstig ist. Allerdings ist Dachpappe nicht sehr dauerhaft und verfügt über eine geringe Haltbarkeit. Oft muss man sie schon nach 2 Jahren austauschen, was die in der Anschaffung preiswerte Bedachung über die Jahre teuer und aufwendig werden lässt.

Eine Alternative zur Dachpappe ist sogenannte EPDM-Dachfolie. Diese ist in der Anschaffung zunächst teurer und muss gegebenenfalls zusätzlich zur im Lieferumfang eines fertigen Gartenhauses enthaltenen Dachpappe erworben werden. Über die Jahre zahlt sich diese Investition jedoch aus. Denn die EPDM-Folie ist etwa 10 bis 15 Jahre haltbar und schützt das Innere zuverlässig vor Wind und Wetter. Zudem ist sie einfach zu verlegen.

Unsere Empfehlung: Sollten Sie das Innere Ihres neuen Gartenhauses zuverlässig über mehrere Jahre schützen wollen und sind (im Falle, dass keine EPDM-Folie mitgeliefert wird) bereit, etwas mehr Arbeit und Geld zu investieren, raten wir dazu, direkt zu einer passenden EPDM-Dachfolie zu greifen und die Dachpappe außen vor zu lassen.

Bei der Auswahl des passenden Gartenhauses sollten Sie nicht nur die richtige Dachform beachten: Ihre Anforderungen an das Gartenhaus, der Platz in Ihrem Garten und der Pflegeaufwand sind auch wichtig.

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