Was ist der Blower Door-Test?

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Sie haben vor Kurzem Ihr Eigenheim gekauft oder gebaut und möchten nun sichergehen, dass es komplett luftdicht ist? Dann sollten Sie einen Blower-Door-Test durchführen lassen. Denn wenn feuchtwarme Raumluft durch Fugen in die Baukonstruktion eindringt, können schwerwiegende Bauschäden entstehen. Der Blower-Door-Test, auch Differenzdruck-Messverfahren genannt, zeigt, wie dicht das Haus ist und wo undichte Stellen liegen.

In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte zum Blower-Door-Test.

Wieso einen Blower-Door-Test machen?

Türeinsatz Blower Door Test

So sieht der Türeinsatz aus, der während des Blower Door Tests einen Unterdruck erzeugt. Foto: ©Kmcrady

„Blower-Door-Test“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Gebläse-Tür-Test“. Mit dem Test prüfen Sie die Luftdichtheit Ihres Hauses. Diese hat einen großen Einfluss auf den Wohnkomfort, den Energieverbrauch und eine mögliche Schimmelentwicklung. Mithilfe des Tests finden Sie Kaltluftseen und undichte Stellen, die Zugluft verursachen. Einen solchen Test lassen Sie durchführen, wenn das neue Eigenheim fast fertig ist. So können Sie aufgedeckte Mängel noch einfach beheben.

Info: Suchen Sie sich ein Fachunternehmen in Ihrer Nähe, das den Test bei Ihnen zu Hause durchführt. Die Anschaffung der Geräte lohnt sich nicht für den Privatgebrauch.

Machen Sie den Test am besten, solange die luftdichte Ebene aus Folien und Holzbauplatten noch sichtbar ist. Undichte Stellen, die Sie zu diesem Zeitpunkt erkennen, können Sie mit geringerem Aufwand beseitigen. Wenn das Haus bereits vollständig fertig ist, ist das Beheben oft aufwendiger und teurer.

Der Blower-Door-Test eignet sich auch, wenn Sie einen Altbau sanieren. Sie finden die typischen Leckagen und können sie beheben. So gewährleisten Sie das energieeffiziente Bauen und Sanieren.

In den folgenden Bereichen treten luftundichte Stellen häufig auf:

  • Bei Anbauten und Erkern
  • Bei Dachflächenfenstern und Gauben
  • An Fenster- und Außentürlaibungen
  • Bei Verbindungen und Stößen von Bauteilen
  • Bei Anschlüssen zum Boden bei Türen und bodentiefen Fenstern im ausgebauten Dachgeschoss
  • An Stoßstellen verschiedener Baumaterialien (z. B. Massiv-/Leichtbau)
  • Bei Rohr- und Kabelführungen durch die Luftdichtheitsschicht
  • Bei Bodenluken

Welche Vorteile bietet der Blower-Door-Test?

Der Test …

  • beugt schwerwiegenden Bauschäden vor.
  • bringt Leckagen zum Vorschein. Diese können Sie schnell abdichten.
  • zeigt Schwachstellen der gesamten Haus-Konstruktion auf.
  • hilft langfristig, Heizkosten zu sparen.

Wie funktioniert der Blower-Door-Test?

Die Messung dauert ungefähr drei Stunden. Dazu wird ein Blower-Door-Ventilator in ein Fenster oder eine Außentür des Gebäudes eingesetzt. Die restlichen Türen und Fenster werden geschlossen. Alle Innentüren bleiben geöffnet. Der Ventilator saugt kontinuierlich Luft aus dem Gebäude, sodass ein Unterdruck von 50 Pascal entsteht. Dieser Unterdruck ist nicht wahrnehmbar. Sie können während des Tests im Gebäude bleiben.

 

Am besten sind Sie bei der Messung dabei, um sich während des Rundgangs selbst ein Bild von möglichen Leckagen machen zu können. Sind Leckagen in der eigentlich luftdichten Gebäudehülle vorhanden, ermittelt der Fachmann diese beim Gebäuderundgang mithilfe eines Luftgeschwindigkeitsmessgeräts oder per Infrarot-Thermografie. Sobald Sie die Ergebnisse des Tests bekommen, können Sie die Ausbesserungen an der luftdichten Hülle des Gebäudes vernehmen. Wenn die Werte einem bestimmten Normwert entsprechen, erhalten Sie ein Zertifikat für das Gebäude.

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Wann sollten Sie den Blower-Door-Test durchführen lassen?

Einen Blower-Door-Test können Sie in Ihrem Gebäude nur in der kalten Jahreszeit durchführen. Der Grund dafür ist, dass die Messungen nicht von der Restwärme durch starke Sonneneinstrahlung beeinflusst werden dürfen. Außerdem muss das zu messende Gebäude mindestens 24 Stunden gleichmäßig beheizt werden. Achten Sie für aussagekräftige Werte darauf, dass nicht nur Außenaufnahmen von Ihrem Gebäude gemacht werden, sondern auch ein Gebäuderundgang. Erst dann werden thermische Schwachstellen im Dachbereich oder den Zimmerecken sichtbar.

Werden während des Blower-Door-Test undichte Stellen festgestellt, können Sie durch deren Beseitigung bares Geld sparen. Denn wenn Ihr Haus komplett dicht ist, sinken die Energiekosten. Außerdem vermindern Sie Ihren CO2-Ausstoß und tun so etwas gegen den Treibhauseffekt sowie die globale Erderwärmung.

Wenn Sie sich weiter über Heizkosten und Heizungssysteme informieren möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Heizungs-Ratgeber.

 

Quelle: BlowerDoor

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Ihr Profi für Arbeitsplatten

Casando 2020-10-15

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