Allergieratgeber – Was tun bei Allergie?

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Die Nase hört nicht mehr auf zu laufen und es juckt am ganzen Körper. Treten ohne erkennbaren Grund regelmäßige gesundheitliche Einschränkungen auf, liegt der Verdacht auf eine Allergie nahe. Oft als lästig abgetan, können die Folgen einer Allergie auch bedrohliche Ausmaße annehmen.

Viele von uns kennen sicherlich mindestens eine Person, der ihr Immunsystem ab und an ein Schnippchen schlägt. Allergien haben sich in den letzten Jahren zu einer Art „Volkskrankheit“ entwickelt, die unbehandelt zu einer drastischen Einschränkung der Lebensqualität führen kann. Daher möchten wir Sie für das Thema sensibilisieren, aber auch ausdrücklich auf folgendes hinweisen: Hegen Sie den Verdacht, eine Allergie entwickelt zu haben, gibt es nur eines: Suchen Sie Ihren Arzt auf. Nur dieser bzw. ein Allergologe kann abklären, ob es sich bei Ihren Beschwerden tatsächlich um die Auswirkungen einer Allergie handelt oder andere Gründe dahinter stecken. Diese und weitere Leistungen, die Medizinern vorbehalten sind, kann und will der vorliegende Ratgeber nicht erbringen.

Was ist eine Allergie?

Wer noch nie unter einer Allergie gelitten hat, ist manchmal verleitet, allergische Reaktionen zu verharmlosen. Viele Allergiker leiden erheblich unter den Reaktionen ihres überwachsamen Immunsystems und den damit verbundenen Einschränkungen. Das Schlimmste, was einem Allergiker passieren kann, ist der anaphylaktische Schock. Bei einem solchen Schock ist der Körper global betroffen. Diese Situation kann lebensgefährdend sein.

Zum Glück haben manche Allergiker „nur“ mit „harmloseren“ Reaktionen zu kämpfen. Beispiele hierfür sind Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen, Atembeschwerden, Schnupfen, Durchfall etc. Auch diese Reaktionen können starke Ausprägungen annehmen und das Leben beeinträchtigen. Daher ist bei Allergieverdacht ein Arzt aufzusuchen. Von einer Selbstdiagnostik ist unbedingt abzuraten: Fälschlicherweise einer Allergie zugeschriebene Beschwerden können auch Folgen ganz anderer, eventuell sogar schwererer Krankheiten sein.

Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass eine allergische Reaktion unmittelbar nach Kontakt mit dem Allergen ausbricht. Dies ist zwar durchaus möglich, aber eben kein Muss. Eine allergische Reaktion kann auch bis zu wenige Tage verzögert nach dem Kontakt mit dem Allergen auftreten.

Wogegen kann der Mensch allergisch sein?

Das Allergenspektrum ist vielfältig: Pollen, Hausstaubmilben, Insektengift, Pilzsporen, Lebensmittel (zum Beispiel Fisch, Nüsse, Soja usw.), Nickel, Latex, Medikamente – um nur einige zu nennen. Eine vollständige Aufzählung ist fast unmöglich. Für den Allergiker, der bereits unter gesundheitlichen Einschränkungen leidet, kann es lebenswichtig sein, dass er über seine Allergie Bescheid weiß. Nur so kann er die entsprechenden Allergene meiden und gemeinsam mit seinem Arzt über geeignete Therapien und Vorsichtsmaßnahmen entscheiden.

Keine Allergie ohne Kontakt zum Allergen

Erster Schritt in der Reaktionskette einer Allergie ist natürlich der Kontakt mit dem Allergen. Allergene lassen sich einatmen. Aber auch die Nahrungsaufnahme, das bloße Berühren von Pflanzen und anderen Gegenständen oder eine falsche Medikation können Auslöser einer allergischen Reaktion sein.

Die am weitesten verbreiteten Allergien

Die Insektengiftallergie ist aufgrund ihres Gruselpotenzials weithin bekannt. Zu den am weitesten verbreiteten Allergien gehört sie hingegen nicht. In der Publikation „Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)“ gibt das Robert Koch-Institut an, welche Allergien häufig auftreten:

 

Verteilung der Allergien

Beispiele für Inhalationsallergene

  • Tierhaarallergie: Besonders prominentes Beispiel ist die Katzenhaarallergie. Aber auch viele andere Tiere können für Allergiker eine Belastung darstellen. Auslösendes Element der Tierhaarallergie ist oft nicht das Tierhaar selbst, sondern Stoffe, die durch Ausscheidungen wie Schweiß, Schuppen und Speichel an diesen haften bleiben. So werden die Haare mit Allergenen aufgeladen. Jeder Haustierbesitzer weiß, dass sich die Haare in der gesamten Wohnung verteilen können. Somit ist die tatsächliche Anwesenheit des Tieres für eine allergische Reaktion gar nicht notwendig. Die allergenen Partikel verteilen sich im Raum und werden eingeatmet, woraufhin sie bei sensibilisierten Personen diverse Symptome auslösen können. Die eventuell notwendige Trennung von Haustierbesitzer und Haustier kann zur zusätzlichen Belastung werden.
  • Pollenallergie: Umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt führt diese Allergie zu ähnlichen Symptomen und Einschränkungen wie die Tierhaarallergie. Beginnt es in der Natur zu sprießen, katapultieren Pflanzen Unmengen an Blütenstaub in die Luft. Nicht betroffene Personen nehmen das oft nur am Rande wahr. Bei Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, führt das Einatmen der Pollen zu den typischen Symptomen: Unter anderem setzt sich die Nase zu, der Hals ist gereizt und die Augen brennen. In der Pollensaison gibt es im Freien kaum Möglichkeiten, den Allergenen auszuweichen. Es ist sogar schwer, das Eindringen der Pollen in die Wohnung zu verhindern.

Tierhaare und Pollen sind nicht die einzigen Inhalationsallergene. Auch die Hinterlassenschaften von Hausstaubmilben sowie Pilzsporen und viele weitere Allergene finden auf dem Weg der Inhalation Zugang zu unserem Körper. Das Tückische: Die Allergene sind winzig klein und eine rein optische Kontrolle auf ein Allergenvorkommen ist kaum möglich.

Ärztliche Hilfe und Diagnostik

Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Betroffene schnell einen Arzt aufsuchen, wenn sie unter Allergiesymptomen leiden – erst recht, wenn die Atmung von diesen betroffen ist. Bei starken Symptomen ist sofort der Notarzt zu verständigen. Doch müssen Allergien nicht immer besonders störende oder gar schlimmste Formen annehmen.

Es gibt verschiedene Allergietests, die auf der Haut durchgeführt werden.

Es gibt verschiedene Tests zur Feststellung einer Allergie, die auf der Haut durchgeführt werden.

Wenn sich der Verdacht auf eine Allergie erhärtet, kann nur ein Arzt eine Diagnose stellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die ärztliche Betreuung ist dabei so wichtig, da Allergiker im Laufe der Zeit weitere Allergien entwickeln, oder sich ihre Beschwerden verschlimmern können. Ärzte haben die Möglichkeit, auf unterschiedliche Allergietests zurückzugreifen. Es existieren Bluttests, viele unterschiedliche Hauttests sowie Tests, die auf Provokation anderer Organe als der Haut setzen.

Die Symptome bekämpfen

Symptome einer Allergie können sehr belastend sein – auch wenn man von den schwersten Reaktionen absieht. Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die Symptome unter denen Allergiker leiden, bekämpfen können. Nicht immer ist dabei mit einem gänzlichen Ausbleiben der Beschwerden zu rechnen, mitunter ist aber schon eine Linderung für die Betroffenen wohltuend. Die Allergie selbst lässt sich mit Medikamenten aber nicht heilen.

Die Ursache bekämpfen

An einer genetischen Neigung und vielen anderen Faktoren, die das Auftreten von Allergien begünstigen, lässt sich nichts ändern. Es besteht aber die Möglichkeit, die für das Auftreten von Allergien ursächliche übertriebene Reaktion des Immunsystems zu bekämpfen. Genau das versuchen Ärzte in Form der Hyposensibilisierung.

Bei dieser Behandlung verabreichen Allergologen dem Patienten das Allergen, das die Beschwerden auslöst. Die Dosierung des Allergens wird im Laufe der Therapie langsam gesteigert. Dies geschieht in der Hoffnung, dass sich das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnt und es nicht mehr fälschlicherweise als eine Bedrohung ansieht. Nach dieser Phase der Steigerung folgt eine Phase, in der die höchste erreichte Dosis immer wieder über einen längeren Zeitraum hinweg verabreicht wird.

Einrichtung bei Allergien

Je nach Allergie ist die Wohnsituation zu überdenken. Gerade bei Inhalationsallergien kann es eine Rolle spielen, wie die Einrichtung gestaltet ist. Aber auch andere Allergien können betroffen sein.

Wir haben Ihnen daher einige grundlegende Tipps zusammengestellt, die Sie beim Einrichten beachten sollten, wenn Sie von Allergien betroffen sind.

  • Schimmel vermeiden: Allergien gegen Schimmelpilze sind grundsätzlich möglich. Richtiges Lüften und Heizen, die Identifikation von Baumängeln und ggf. eine Sanierung durch Fachleute kann vor Schimmel schützen. Dieser Tipp gilt nicht nur für Allergiker, sondern für alle. Schimmelpilze können sehr schädlich für die Gesundheit sein und Folgeerkrankungen nach sich ziehen.
  • Versteckte Winkel und viele Stoffe meiden: Hausstaub, Tierhaare, Pollen und Co. sind geradezu auf der Suche nach Stellen, an denen sie sich hartnäckig halten können. Dies gelingt besonders gut in versteckten Winkeln oder indem sie sich in Decken, Gardinen, Raufasertapeten und Ähnlichem festsetzen. Allergiker vermeiden beim Einrichten also am besten, dass durch ungeschickte Möbelplatzierung schwer zu reinigende Ecken entstehen, und verzichten ggf. auf Staubfänger.
  • Hartböden vorziehen? Auch auf Teppichen lassen sich Staubpartikel, Milben, Tierhaare und Pollen nieder. Auf der einen Seite sind sie hier mitunter schwerer zu entfernen als auf leicht zu reinigenden Hartböden. Letztere binden aber keine Partikel, sodass sich diese schneller aufwirbeln lassen. Deswegen sollten Sie Hartböden regelmäßig reinigen. Eine regelmäßige Reinigung der Wohnung ist bei Allergien insgesamt zu empfehlen. Je öfter Sie saugen, staubwischen und die Böden wischen, desto öfter entfernen Sie Allergene, die sonst Unwohlsein hervorrufen.
  • Hilfsmittel: Hilfreich, um Allergene in Schach zu halten, können unterschiedliche Utensilien sein – etwa Pollengitter, Milbenschutzbezüge, Luftfilter und Ähnliches. Betroffene sollten sich über die angebotenen Hilfsmittel kritisch und unabhängig informieren.
  • Möbelauswahl: Geschlossene Möbel sind vorzuziehen: Auch hier können sich Tierhaare, Staub, Pollen und Co. weniger gut ablagern.
  • Schadstoffe: Baustoffe, aber auch Materialien für die Innenausstattung können Schadstoffe enthalten, die vor allem Allergiker beeinträchtigen können. Betroffene sollten sich ausführlich über Kennzeichnungen, Siegel, deren Kriterien und andere Hilfestellungen informieren. Am besten wählen Sie bei schlimmen Allergien von Beginn an natürliche Baustoffe und für Allergiker gesundheitlich unbedenkliche Bodenbeläge wie zum Beispiel Korkboden.

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Ihr Profi für Arbeitsplatten

Casando 2020-02-13

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